Passwort vergessen?  |  Anmelden
 |  Passwort vergessen?  |  Anmelden
Suche

Samstag, 16. Februar 2019

Fotografie

Die Erben der Spiegelreflexkamera

Von Fabian Kurmann | 4. Oktober 2018 | Ausgabe 40

Kamerahersteller bieten Produkte in immer mehr Segmenten an. Wer die richtige Kamera sucht, muss sich entscheiden.

BU Photokina18
Foto: Fabian Kurmann

Eine der neuen Vollformatkameras, die auf der Messe präsentiert wurden: Die Lumix SR1 ist die erste dieser Art von Panasonic.

Auf der Branchenmesse Photokina vergangene Woche stellte neben Herstellern wie Canon und Nikon auch das Unternehmen Panasonic seine erste spiegellose Vollformatkamera vor. Der Sensor misst hier 36 mm x 24 mm, angelehnt an das Kleinbildformat bei früheren Filmkameras. Besonders interessant ist der Einstieg von Panasonic in dieses Segment. Zusammen mit Olympus hatten die Japaner lange auf Sensoren im Micro-Four-Thirds-Format mit nur einer halb so großen Diagonalen gesetzt.

Laut Katunori Maeda, Chief Marketing Officer bei Panasonic, ist der Grund für den Eintritt in das neue Marktsegment keineswegs eine grundsätzliche Überlegenheit großformatiger Sensoren, sondern dass sich der Markt diversifiziert. Mit der Vorstellung eines neuen Objektivs hat sich Panasonic auch weiterhin zum Micro-Four-Thirds-System bekannt. Auch Kooperationspartner Olympus bekräftigte sein Engagement, stellte aber keine neuen Produkte auf der Messe vor.

Wer vor einer Kaufentscheidung für eine Kamera steht, sollte den Verwendungszweck genau kennen. Selbst wenn man sich für Wechselobjektive entscheidet, unterscheiden sich die verschiedenen Systeme im Alltag. Für die Vorteile großer Sensoren bei wenig Licht oder bei der Tiefenschärfe müssen Fotoenthusiasten mit größeren und schwereren Objektive hantieren. Bei Aufnahmen im Studio mag das kein Problem sein, auf Reisen nimmt die Ausrüstung aber mehr Platz im Gepäck ein und ist bis zu 40 % schwerer. Auch die Anschaffung ist teurer.

Kleinere Sensoren erlauben kleinere und leichtere Objektive für unterwegs, stoßen aber bei der Auflösung und dem Signal-Rausch-Verhältnis bei schwachem Licht schneller an physikalische Grenzen. So konnte laut Panasonic-Experte Maeda ein Teil der Profifotografen mit den kleineren Sensoren nicht arbeiten.

Fujifilm geht den gleichen Weg, aber mit anderen Größen. Laut Makoto Oishi aus dem Produktplanungsteam des Unternehmens reicht die Leistung der eigenen Systeme mit etwa zwei Dritteln an Vollformat-Sensordiagonale für die meisten Anwendungen aus. Darüber hinaus bieten die Japaner Kameras mit Mittelformatsensoren an, die 1,7-mal so viel Sensorfläche bieten wie das Vollformat – und auch größere Objektive. Die auf der Photokina angekündigte GFX 100 wartet mit einer Auflösung von über 100 Megapixel auf und soll 2019 auf den Markt kommen.

Die Nachfrage nach High-End-Kameras wächst laut Photoindustrieverband ebenso wie der Markt für Cloud-Speicherlösungen, Bildsoftware, Apps für Smartphone & Co. und Kameradrohnen. Hier spielen die Möglichkeiten zur Bildverbesserung per Software eine große Rolle. Durch künstliche Intelligenz werden zum Beispiel Gesichter schnell erkannt. Das Erkennen von Strukturen soll laut Maeda künftig die Fokussierzeiten verkürzen.