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Donnerstag, 21. Februar 2019

Automation

Digitalisierte Fabrik mit Modellcharakter

Von Martin Ciupek | 1. November 2018 | Ausgabe 44

In Polen zeigt DMG Mori, wie sich der Konzern die Metallbearbeitung der Zukunft vorstellt.

Famot-BU
Foto: M. Ciupek

Klare Strukturen: In Pleszew können bei Famot nun bis zu 2000 Maschinen pro Jahr hergestellt werden. Alle Prozesse sind digitalisiert.

Nirgends im Konzernverbund von DMG Mori gibt es eine größere mechanische Fertigung als im polnischen Pleszew. Das ist einer der Gründe warum der deutsch-japanische Werkzeugmaschinenhersteller die 1877 gegründete Famot Pleszew mit einer Investition von 60 Mio. € nun zum digitalen Produktionswerk mit Modellcharakter gemacht hat. Im Oktober wurde das modernisierte und auf 50 000 m2 erweiterte Produktionswerk feierlich eröffnet.

Mit der Fabrik will DMG Mori seine Kunden von den Vorzügen der Digitalisierung begeistern. „Wir beweisen in der Praxis, wie alle Produktionsprozesse integriert und vereinfacht werden“, erklärte Zbigniew Nadstawski, Technikvorstand von Famot. Dabei kommen alle Digitalisierungstechnologien des Herstellers von Werkzeugmaschinen zum Einsatz. Das reicht von den modularen Planungslösungen der Unternehmenstochter Istos über das appgestützte Bedien- und Steuerungssystem Celos und weiteren Produkten der DMG Mori Software Solutions, bis hin zur Plattform für die Maschinenüberwachung und Instandhaltung von der Tochtergesellschaft Werkbliq.

Für Michael Budt, der bei Famot die Aspekte der Sicherheit verantwortet, ist dabei die Anbindung an die IT-Infrastruktur von DMG Mori entscheidend. Sie umfasst das Auftragsmanagement, die Lieferkette und das Kundenbeziehungsmanagement. „Parallel mussten alle Wertschöpfungsebenen inklusive der innerbetrieblichen Abläufe, Systeme und gesteuerten wie manuellen Prozessschritte durchgängig vernetzt werden“, erklärte er. Konkret reicht das vom Auftragseingang im Vertrieb bis zum Instandhaltungsmanagement und von der ganzheitlichen Produktionsplanung bis zur hauseigenen Software zur Erfassung von Maschinen- und Betriebsdaten.

Kernelement der digitalen Fabrik ist der Manufacturing-Service-Bus. Budt: „Das offene Bussystem ermöglicht die Integration und Interaktion verschiedener, werkspezifischer Applikationen.“ Auch übergreifende Anwendungen wie Warenwirtschaftssysteme, Personal- und Werkzeugmanagement gehören für ihn dazu.

Konzernchef Masahiko Mori lobte das Engagement der Mitarbeiter in Polen: Mit 5 % der weltweiten Mitarbeiter erwirtschafte Famot 10 % des Umsatzes. Mit der Digitalisierung soll die Effizienz nun noch besser werden – nicht nur in den Werken von DMG Mori. Christian Thönes stellte dazu fest: „Innovationen sind wichtig, aber die Qualität steht an erster Stelle. Deshalb nutzen wir die Planungs- und Steuerungslösungen hier in Polen selbst und rollen das nun bei unseren Kunden aus.“ Erste Projekte gebe es bereits in Deutschland und auch Japan.