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Samstag, 23. Februar 2019

Kommentar

Grüne Welle

Von Stephan W. Eder | 13. September 2018 | Ausgabe 37

„Jetzt geht es für die IMO und die Branche darum, den neuen Grenzwert konsequent umzusetzen“ – Kitack Lim, Generalsekretär der International Marine Organization (IMO), gab bei der Eröffnung der Schiffbaumesse SMM in Hamburg letzte Woche die Richtung vor. Ihm ging es um die Reduzierung des Schwefelgehalts des auf hoher See verfeuerten Kraftstoffs ab 2020.

Foto: VDIn/Zillmann

Stephan W. Eder, Redakteur, sieht die Dekarbonisierung im Schiffbau als nächste große Herausforderung.

Ein Investitionsbooster, zumindest für die Zulieferer: Internationale Reedereien rechnen mit Aufwendungen im Bereich „Green Shipping“ von mehr als 250 Mrd. $ (215 Mrd. €). Auch wenn 2020 viel näher liegt als 2050 – nach der Entschwefelung ist vor der Dekarbonisierung. Hat doch die IMO im April beschlossen, dass die Branche ihren Treibhausgasausstoß bis 2050 auf die Hälfte der Emissionen im Jahr 2008 verringern soll. „Die Dekarbonisierung wird einer der Megatrends sein, die die Schifffahrtsbranche in den nächsten Jahrzehnten formen werden“, sagt Knut Ørbeck-Nilssen, CEO bei der Klassifikationsgesellschaft DNV GL für den Bereich Maritime.

Am Montag stellte er in London die zweite Prognose, „Maritime Forecast to 2050“, vor. Ein Fazit: Eigner von Schiffen mit hohen Emissionen sind in den Jahren 2030 bis 2040 erheblichen Marktrisiken ausgesetzt.

2030? Das ist nicht mehr lang hin. DNV GL hat der Branche schon im letzten „Maritime Forecast“ ein „kohlenstoffrobustes“ Schiff vorgeschlagen. Ziel: langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Schiffe und Zukunftsfähigkeit der Vermögenswerte.

Sinn macht das. „Stranded assets“ braucht keine Branche. Die aber drohen mittel- bis langfristig allen Investoren, die die Dekarbonisierung aufgrund des Weltklimavertrags nicht ernst nehmen. Die globalen Finanzströme haben längst Fahrt in die grüne Richtung aufgenommen. Da könnten sich die IMO-Vorgaben für 2050 als das kleinere Problem erweisen.