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Freitag, 22. Februar 2019

Business Angels Panel

Investoren votieren für Jamaika

Von Stefan Asche | 16. November 2017 | Ausgabe 46

Umfrageteilnehmer blicken hoffnungsfroh nach vorne und investieren auf breiter Front.

Business Angels (2)
Foto: Foto[M]: panthermedia.net/jimlarkin/ Alexander Limbach/vdin

Business Angels halten die Jamaika-Flagge hoch: Die Mehrheit würde eine schwarz-gelb-grüne Koalition im Bundestag begrüßen.

Die informellen Wagnisfinanzierer in Deutschland würden es mehrheitlich begrüßen, wenn es zu einer Jamaika-Koalition käme. 58 % von ihnen erwarten positive Einflüsse einer schwarz-gelb-grünen Regierung auf die hiesige Business-Angels-Szene. Nur 4 % befürchten nachteilige Initiativen einer entsprechend kolorierten Bundestagsmehrheit. Der große Rest (38 %) zeigt sich unentschieden. Das ist ein Ergebnis des aktuellen Business Angels Panels (s. Kasten).

Business Angels Panel

Unter dem Strich könnte man also sagen, dass die Investoren hoffnungsfroh und gelassen nach vorne sehen. Das belegt auch die Beurteilung ihrer Geschäftsaussichten: Auf einer Skala von 1 (=sehr schlecht) bis 7 (=sehr gut) vergaben sie 5,69 Punkte. Die Geschäftslage im dritten Quartal bewerteten sie gar mit 5,77 Punkten. Das ist zwar jeweils etwas weniger als zuletzt, bewegt sich aber immer noch auf vergleichsweise hohem Niveau.

Die Ursache für die gute Stimmung ist vielschichtig. So ist das Angebot an neuen Beteiligungen weiterhin groß. Jeder der 26 Umfrageteilnehmer erhielt im Durchschnitt 27 Businesspläne. Das langjährige Mittel liegt bei nur 17.

Und offenbar war die Qualität der eingereichten Beteiligungsgesuche hoch. 62 % der Befragten haben im Untersuchungszeitraum investiert, einige gar in mehrere Unternehmen. Eine solche Quote gab es in der inzwischen gut 15-jährigen Geschichte des Panels selten.

Für Gründer in spe hat das eine unschöne Konsequenz: Die Befragten haben aktuell nur noch 28 % ihrer für Angel-Investments vorgesehenen Mittel verfügbar. So klein war das Restbudget erst ein Mal.

Daran wird sich ad hoc kaum etwas ändern. Die Einnahmenseite zeigte sich nämlich vergleichsweise wenig dynamisch: Insgesamt meldeten die Investoren nur sechs Exits. Zwei Beteiligungen wurden an ein Unternehmen verkauft, ebenso viele gingen an einen anderen Finanzinvestor. Zwei Start-ups mussten liquidiert werden.

Jeder Business Angel hat durchschnittlich 122 000 € locker gemacht. Verzerrt wird die Zahl jedoch durch das Engagement eines Einzelnen, der satte 1,4 Mio. € investierte. Aber auch ohne ihn war die Spendierlaune überdurchschnittlich.

Am liebsten investierten die Gründermentoren zuletzt in Softwareanbieter. Auf den Plätzen folgen die Entwickler von Umwelttechnologien und Medizintechniker. Die schlechtesten Karten haben Einzelhändler.

Foto: VDI nachrichten