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Donnerstag, 21. Februar 2019

Hochbau

Massiv modular

Von Fabian Kurmann | 1. März 2018 | Ausgabe 09

Vergangene Woche hat das Unternehmen Max Bögl in Bayreuth den Schlüssel eines besonderen Hauses an Vonovia, eine der größten Wohnungsbaugesellschaften Deutschlands, übergeben.

BU2 Massiver Modulbau
Foto: Vonovia

Februar: Das Haus aus der Fabrik ist fertig und laut Wohnungsunternehmen Vonovia 30 % billiger als ein traditionell gefertigtes.

Neu am Gebäude ist eine Kombination: Erstens eine Konstruktionsweise bei der Raummodule inklusive Fenster, Türen, Leitungen, Heizungsradiatoren und Bodenbelägen gefertigt werden. Zweitens die Produktion der Module aus Stahlbeton am Fließband.

„Die Herausforderung liegt darin, die bisher einzelnen, komplexen Bauabläufe in einen gesamtheitlichen Produktionsablauf zusammenzuführen, ohne dabei Abstriche in der Architektur zu machen“, sagt Rudolf Krehan, Produktmanager bei Max Bögl.

Mit dem System sollen nämlich keine neuen Plattenbauten entstehen. Der modulare Aufbau erlaube eine Vielzahl an Gebäudeformen – nach Wahl mit Balkonen, mit Putz- oder vorgehängter Fassade. Maximal acht Geschosse sollen möglich sein, solange man unter der Hochhausgrenze von 23 m bis zur obersten Brüstung bleibt. Denn die Module werden in Höhen von 3,07 m bis 3,57 m und in den beiden Längen 6,36 m und 7,16 m gefertigt. Die Dimensionen sind so gewählt, um einen Straßentranport ohne Begleitfahrzeug zu erlauben. Daher sind alle Module 3,18 m breit und wiegen maximal 25 t

Der Bau des 2,5 Mio. € teuren Hauses in Bayreuth mit 20 Wohnungen hatte im Oktober 2017 begonnen. Bereits im November wurde Richtfest gefeiert. Die standardisierten Module mussten nur per Tieflader von der Fabrik auf die Baustelle gefahren und dort zusammengesetzt werden. Laut Vonovia betrug die reine Montagezeit der Module nach den Erdarbeiten lediglich zehn Tage. Die Außenhaut wurde vor Ort aufgetragen.

„Neben der kurzen Bauzeit hat die modulare Bauweise einen weiteren entscheidenden Vorteil: Die Baukosten sind günstiger und die Wohnungen bezahlbar“, sagt Klaus Freiberg, Mitglied des Vorstands von Vonovia. Die Kosten sollen ihm zufolge im Vergleich zur konventionellen Bauweise um rund 30 % niedriger sein. Der Mietpreis ohne Nebenkosten für das Wohngebäude „Am schwarzen Steg“ wird mit im Schnitt rund 9,50 €/m2 etwa 40 Cent unter der durchschnittlichen Neubau-Quadratmetermiete in Bayreuth (Zahlen aus 2016) liegen.

Foto: Vonovia

November: Raummodule werden einfach vom Lastwagen an die richtige Stelle gehoben. Fenster und Bodenbelag sind schon drin.

An günstig gebautem und schnell verfügbarem Wohnraum gibt es im Markt großes Interesse: Für das erste Anlaufjahr ist die Modulfabrik ausgelastet. Die Maximalkapazität der Modulproduktion liegt laut Max Bögl bei 80 000 m2 Wohnfläche pro Jahr und soll ab Mitte 2018 erreicht werden.

Max Bögl wirbt für die Produktionsart als vergleichsweise energie- und ressourceneffizient. „Die Module können zudem im Vergleich zu herkömmlichen Bauweisen mit geringen Störungen für das Umfeld zurückgebaut und für neue Gebäudelösungen genutzt werden“, so Krehan.