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Mittwoch, 17. Januar 2018

Börsenspiel

Pharmawerte sind gefragt

Von Christoph Böckmann | 7. September 2017 | Ausgabe 36

Zahlreiche Aktienkurse befinden sich auf Talfahrt. Pharmawerte könnten einen sicheren Hafen bieten. Ein Konzern steht zurzeit im Rampenlicht.

Ingenieurfonds BU
Foto: Novartis Pharma GmbH

Die beliebteste Aktie ist bei den Teilnehmern unseres Börsenspiels aktuell die des Schweizer Pharmaunternehmens Novartis.

Die Ingenieure hatten es in den letzten Wochen nicht leicht bei unserem Börsenspiel. Knapp 500 Punkte verlor der Dax seit Start der Runde im Juli. Ratsam ist es nun, das Depot abzusichern.

Ingenieurfonds: 1000 € für den Sieger

In den USA läuft die Wirtschaft holpriger als erwartet. „Es wurden weniger Kredite nachgefragt und weniger Ausrüstungsinvestitionen getätigt, als Experten zuvor vermuteten“, erklärt Michale Thaler von der Top Vermögen AG, der den Ingenieurfonds betreut. Das belastet deutsche Exporteure und spiegelt sich im Dax-Verlauf wider.

Auch der Ausblick ist vorerst trüb. Wer die Statistik bemüht, der weiß, dass der September der schlechteste Monat für Anleger ist. Das liegt mit daran, dass Konzerne in diesem Monat keine Quartalszahlen oder Dividenden vorlegen, die ihre Anteilsscheine befeuern könnten. Im September werden die Börsen deshalb insbesondere von politischen Ereignissen getrieben. So bestimmen momentan das sich verschlechternde Verhältnis zur Türkei und die Drohgebärden aus Nordkorea die Kursverläufe.

Die anstehende Bundestagswahl wird die Aktien hingegen kaum bewegen, vermutet Börsenfachmann Thaler. „Großinvestoren sehen sowohl in Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch in Herausforderer Martin Schulz einen Stabilitätsanker.“ Generell würden sie eine Regierung befürworten, die den Konsum weiter antreibt, dafür zur Not auch Schulden aufnimmt und auf die schwarze Null verzichtet, erklärt Thaler. Denn sie vermuten, dass die EZB spätestens ab dem nächsten Jahr ihre expansive Geldpolitik zurückfahren könnte. „Die Großinvestoren wünschen sich, dass dann der kommende deutsche Finanzminister in die Bresche springt und die Märkte sowie den Konsum mit fiskalpolitischen Maßnahmen, sprich Geld, unterstützt.“

Um den schwachen Monat zu überstehen, rät Thaler den Teilnehmern des Börsenspiels in konservative Werte zu investieren. Besonders die Pharmabranche hat der Betriebswirt im Sinn.

Auch bei den Ingenieuren steht sie hoch im Kurs. So ist Novartis aktuell der beliebteste Wert bei den Teilnehmern unseres Börsenspiels.

Dem Schweizer Unternehmen ist vergangene Woche die Sensation gelungen: Erstmals ist in den USA eine Gentherapie gegen Krebs zugelassen worden. Mit der Kymariah genannten Therapie des Pharmakonzerns wird eine Form der sogenannten akuten Lymphatischen Leukämie bei jungen Menschen bis 25 Jahre behandelt. Im Fokus stehen zunächst Schwerstkranke, für die es keine andere Behandlungsoption mehr gibt.

Bei der sogenannten Car-T-Zell-Therapie werden den Patienten bestimmte Immunzellen entnommen. Ihr Erbgut wir mithilfe eines sogenannten viralen Vektors so verändert, dass sie Krebszellen erkennen und zerstören können. Diese Car-T-Zellen werden vervielfacht und den Patienten als Infusion wieder verabreicht. Die Therapie hat jedoch oft heftige Nebenwirkungen und soll nur an Spezialzentren zur Verfügung stehen.

In Europa könnte es ebenfalls noch 2017 grünes Licht für eine CAR-T-Zell-Therapie geben. Experten schätzen, dass in Europa jährlich einige Tausend schwer kranke Menschen davon profitieren könnten. „Die Kosten sind sehr hoch. Aber eventuell reicht eine solche Therapie für viele Jahre aus“, meint Onkologe Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts.

Einen weiteren Pharmawert, den Thaler für die Watchlist empfiehlt, ist Teva Pharmaceuticals. Der israelische Konzern hat seit Juli über 60 % an Wert eingebüßt. Das Unternehmen sei zwar extrem hoch verschuldet, auf der anderen Seite aber Weltmarktführer für Generika, weiß der Vermögensverwalter. „Teva ist gerade auf der Suche nach einem neuen Vorstand, der das Ruder rum reißt.“ Sollte das gelingen, würde die Aktie rasch wieder Boden gutmachen. „Ein hohes Risiko, das viele Anleger scheuen, aber im Börsenspiel kann man das ruhig mal wagen“, argumentiert Thaler.

Mit Material von dpa

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