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Donnerstag, 21. März 2019

Stadtentwicklung

Starthilfe für vernetzte Städte

Von Christiane Schulzki-Haddouti | 20. September 2018 | Ausgabe 38

Die Vereinten Nationen und die Deutsche Telekom unterstützen Kommunen bei der Digitalisierung.

x-smart city BU Portrait
Foto: Deutsche Telekom

Kari Aina Eik von der Organisation für Internationale Wirtschaftsbeziehungen will Städte unterstützen.

Die Smart-City-Initiative der Vereinten Nationen (USC) stellte diese Woche gemeinsam mit der Deutschen Telekom ein Konzept vor, das Städte bei der Digitalisierung unterstützen soll. Einzelne Lösungen können über ein Bürgermeister-Dashboard oder eine Bürger-App miteinander verbunden werden.

Außerdem sollen Städte über einen Datenmarktplatz für „Smart City Prototyping“ unterstützt werden, ihre Daten mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen auszutauschen. Das Prototyping-Programm wird in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) durchgeführt.

Kari Aina Eik, Generalsekretärin der Organisation für Internationale Wirtschaftsbeziehungen (OiER), sagte, jede Stadt könne auf dem „Marketplace“ ihren Bedarf anmelden: „Es gibt verschiedene Fördertöpfe.“ Der Marktplatz sei gedacht als zusätzliche Plattform für die Kommunikation der Städte untereinander, so Eik. „Mobilität, Energie und Entsorgung sind ein großes Thema für die Städte in den Entwicklungsländern.“ Unter dem Dach der Smart-City-Initative sollen Städte mit Anbietern von Lösungen zusammenfinden.

Markus Keller, verantwortlich für Smart Cities bei der Deutschen Telekom, bestätigte: „Der Wandel ist so schnell. Da ist es wichtig, dass jemand die verschiedenen Fäden zusammenbindet.“ In Deutschland hätten erst 6 % der Städte einen Digitalisierungsplan, immerhin 39 % von ihnen würden aber bereits daran arbeiten.

Die Deutsche Telekom nimmt im Global Industry Advisory Board (GIAB) der USC neben Unternehmen wie Siemens und Schneider Electric eine Beiratsposition ein. In dem Beirat sind zwölf Mitglieder, die alle UN-Organisationen in Fragen der Smart City beraten. Dabei sollen auch Bürger mit der Kommune direkt interagieren können. „Man muss die Werkzeuge zu den Bürgern bringen, die dann die Veränderungen von unten her in Gang setzen“, sagt Eik.

Vor zwei Jahren verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen 17 Nachhaltigkeitsziele, die „Sustainable Development Goals“ (SDGs). Alle Staaten verpflichteten sich damals, bis 2030 deutliche Fortschritte in Sachen Nachhaltigkeit zu machen. Bei der Umsetzung sind nicht nur Regierungen, sondern auch Unternehmen und die Zivilgesellschaft gefragt. Im Rahmen der Smart-City-Initiative sollen 25 Städte weltweit bereits bis 2025 die SDGs umsetzen. Auch die Stadt Heidelberg hat sich verpflichtet. Dazu kommen sechs „Future Cities“, die neu gegründet werden. So könnten neue Umsetzungswege besser gezeigt werden.

Die Nachhaltigkeit ist dabei nicht nur Selbstzweck. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos stellte eine Studie fest, dass Unternehmen auf dem Nachhaltigkeitsmarkt bis 2030 locker 12 Billionen $ (rund 14 Billionen €) Gewinne und über 380 Mio. Arbeitsplätze erzeugen könnten, wenn sie sich wenigen Schlüsselzielen wie sauberer Energie (SDG 7), nachhaltigen Gemeinden und Städten (SDG 11), Ernährungssicherheit und nachhaltige Landwirtschaft (SDG 2) sowie Gesundheit (SDG 3) widmeten.rb/