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Samstag, 20. Januar 2018

Energietechnik

Stromversorgung für Rechenzentren absichern

Von Robert Donnerbauer | 5. Oktober 2017 | Ausgabe 40

Mit dem Trend zur Cloud steigt die Zahl der großen Rechenzentren. Das beeinflusst auch den Markt für unterbrechungsfreie Stromversorgungen.

w - Schneider BU
Foto: Schneider Electric

Der Markt für Anlagen zur unterbrechungsfreien Stromversorgung verlagert sich laut Schneider Electric hin zu höheren Leistungen.

Mit zunehmender Digitalisierung steigt die Abhängigkeit von einer reibungslosen Stromversorgung. Eine Möglichkeit der Absicherung gegen Störungen ist die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV). Durch Prozesse, die unter den Schlagwörtern Industrie 4.0 oder dem Internet der Dinge (IoT) laufen, komme es zu einer deutlich höheren Anzahl von USV-Anlagen, die in der Industrie und im Produktionsumfeld eingesetzt werden, um die Funktionalität und Produktivität zu erhalten, berichtet Michael Schumacher, Senior Systems Engineer bei Schneider Electric.

„Man sieht immer mehr vernetzte Komponenten und Maschinen“, erklärt Schumacher. In der Regel läuft dann die komplette Kommunikation über das Netzwerk. „Die muss aufrechterhalten werden. Da wäre ein Stromausfall verheerend“, konstatiert Schumacher. Solche Aspekte werden auch bei der Datenverarbeitung immer wichtiger. Hier erkennt Schumacher derzeit eine Verlagerung bei IT-Anwendungen weg von lokalen Serverräumen hin zu Cloud-Diensten. „Daher werden nicht mehr so viele Serverräume vor Ort von den Kunden mit USV ausgestattet.“

Infolgedessen steige die Anzahl größerer Rechenzentren. Diesem Trend entsprechend, hat Schneider Electric sein Programm an dreiphasigen USV-Anlagen für mittelgroße und große Rechenzentren der Reihe Galaxy VX erweitert. Das bereits Anfang des Jahres vorgestellte 1,5-MW-Modell wird nun um die neuen Leistungsstufen 500 kW, 750 kW und 1 MW ergänzt.

Im Doppelwandlermodus erreichen die Anlagen einen Wirkungsgradwert von 96 % bei nur 30 % Last. Um zusätzlich Energie einzusparen, empfiehlt Schumacher die Betriebsart Econversion: Durch den neu gestalteten Aufbau des statischen Schalters (interner Bypass) samt neu entwickelter Ansteuerung könne man die Eigenverluste der USV-Anlage reduzieren und erreiche Wirkungsgrade von bis zu 99 %. Dabei bleibe die Versorgungsqualität am USV-Ausgang dank aktiver Spannungsüberwachung erhalten. So ergebe sich durch Econversion bei 1,5 MW Nennleistung, 80 % Auslastung und einem Strompreis von 15 Cent/kWh eine Kosteneinsparung von über 55 000 € pro Jahr.

Weiteres Potenzial zum Energiesparen bei USV-Anlagen bieten die eingesetzten Batterien. Dank gesunkener Marktpreise kommen inzwischen Lithium-Ionen-Batterien zum Einsatz. Gegenüber klassischen Blei-Säure-Batterien liege beim Gewicht die Ersparnis bei über 70 %, beim Volumen und der Stellfläche bei 50 % bis 75 %, so Schumacher. Zudem sei die Gebrauchsdauer mit 15 Jahren rund doppelt so hoch und der Kühlungsbedarf geringer. In einem Kostenvergleich der Batterien (10 min Überbrückungszeit bei 500 kW Last) schnitten die in der Investition teureren Lithium-Ionen-Batterien über eine Nutzung von 15 Jahren gesehen günstiger ab, da die Kosten für den Austausch der Blei-Säure-Batterien nach rund siebeneinhalb Jahren entfallen würden.

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