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Donnerstag, 21. Februar 2019

Energieanlagenbau

Wind im Flautemodus

Von Stephan W. Eder | 26. April 2018 | Ausgabe 17

Weltmarkt wird dezentraler und erneuerbarer, aber nicht einfacher, so ein Trendbericht des VDMA-Fachbereichs Power Systems.

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Foto: Stephan W. Eder

Onshore-Windkraft – im Bild ein Modell des Typs EP3 von Enercon – leidet in Deutschland derzeit unter fehlerhaften Rahmenbedingungen.

Irgendwie passe das derzeit alles nicht so recht zusammen bei der deutschen Energiewende, erklärte Alf Henryk Wulf, Vorstandsmitglied beim VDMA-Fachbereich Power Systems, am Montag zum Auftakt der Hannover Messe. „Wir reden von der Energiewende, obwohl wir de facto eine Stromwende durchführen.“ Dabei sei Strom vergleichsweise hoch belastet mit Gebühren und Abgaben, Energieträger in anderen Sektoren vergleichsweise niedrig. Das passe nicht zusammen, so ließen sich die Sektoren wie Strom und Mobilität nicht erfolgreich koppeln, verdeutlichte er. Als Kernforderung empfiehlt daher der VDMA, so Wulf, für eine Übergangsphase die Einführung eines CO2-Mindestpreises. Der Vorschlag von Frankreich mit einem Preis von 30 €/t sei keine „ganz so schlechte Annäherung“.

Die Unwucht im Gesamtsystem der Energiewende macht sich laut VDMA auch konkret im Energieanlagenbau bemerkbar. Während der Bau großer, konventioneller Anlagen (s. Artikel unten) fast zum Erliegen gekommen ist, liegen weltweit gesehen dezentrale Motorenanlagen im Trend. Dezentral und Erneuerbar seien die Trends, die aus dem Konjunkturtrend Energieanlagenbau 2018 hervorgingen, sagte Geschäftsführer Matthias Zelinger. „Je kleiner ein Kraftwerk ist, je kürzer Investitionszyklen sind, desto eher erfolgen Investitionen.“

Beim Offshore-Wind sieht Zelinger eine „Durststrecke“. Die Langfristperspektiven seien sicherlich auch in Deutschland sehr gut, aber mittelfristig werde durch den Ausbaudeckel erst einmal „nichts vergeben“.

Bei der Windkraft an Land gebe es wegen der Fehler im deutschen Ausschreibungsdesign einen negativen Trend. Der Gesetzgeber habe erkannt, dass es falsch gewesen sei, bei den Ausschreibungen Bürgerwindgesellschaften auch ein Gebot zu erlauben, obwohl noch keine bundesimmissionsschutzrechtlichen Genehmigungen für die Projekte vorliegen. Das gelte es jetzt „unmittelbar und dauerhaft“ zu korrigieren.