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Dienstag, 23. Januar 2018

Druck

„Wir wollen für Innovationen bekannt sein“

Von Stephan W. Eder | 12. Oktober 2017 | Ausgabe 41

Wie der Technologiekonzern Xerox beginnt, sich selbst neu zu entdecken.

Die Sache mit der Maus wird Xerox nicht los. Die mit der Computermaus, erfunden im hauseigenen „Palo Alto Research Center“, kurz Parc, das als Wiege vieler Erfindungen der modernen Informationstechnik gilt. Genauso wenig wie die mit dem Kopierer; „to xerox“ steht im Englischen schlicht für „kopieren“. So weit muss ein Unternehmen erst einmal kommen.

Die Vergangenheit ehren, aber sich neu erfinden, das wollte Xerox 2009, als der Konzern unter Führung der damals frischgebackenen CEO Ursula Burns den EDV-Dienstleister Affiliated Computer Services (ACS) für 6,4 Mrd. $ übernahm. Das passte zum Mantra der Drucker- und Kopiererbranche, die „Lösungen statt Kisten schieben“ seit Jahrzehnten verspricht. Kein Unternehmen versuchte das so konsequent umzusetzen wie Xerox mit dem ACS-Zukauf. Allein: Der Schwenk rechnete sich nicht für Xerox, wie Deutschland-Chefin Jacqueline Fechner im Interview mit den VDI nachrichten betont. Burns selbst wickelte den Deal wieder ab, bevor sie dieses Jahr an Jeff Jacobsen übergab, einen Manager, der sein ganzes Berufsleben im Bereich des professionellen Druckgeschäfts verlebt hat.

Was über den ACS-Merger fast in Vergessenheit geriet, war, dass Xerox die hauseigenen Forschungszentren weiter betrieb und betreibt, und dort nicht nur an Software und Lösungen, sondern auch an handfester Technik geforscht wird. Das wird jetzt wieder mehr in den Vordergrund rücken, wie Fechner betont. Inklusive einer Akquisitionsstrategie, die Technologielücken im Portfolio der US-Amerikaner füllen könnte.

„Wir wollen für Innovationen bekannt sein“, sagte Jacobsen im Sommer dem US-Wirtschaftsmagazin Fortune. So zeigte Xerox auf der Messe Packexpo Ende September in Las Vegas kopierergroße Produktionsstationen, die 3-D-Objekte wie Becher bedruckten können, den Direct-to-Object-Inkjet-Printer. Das kündigte Jacobson genauso an wie gedruckte Elektronik.

Zum neuen Fokus auf Innovationen gehören auch Forschungskooperationen wie jene des Parc mit dem Innovation Lab, die Xerox im August ankündigte. Das Innovation Lab ist auf das Gesundheitswesen spezialisiert; gemeinsam will man Medizintechnik, Ingenieurwesen und Robotik zusammenbringen, um an Probleme anders herangehen zu können als bisher.

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