Wiedervereinigung 08. Okt 2020 Von Hanna Büddicker

30 Jahre VDI in Ostdeutschland

Der Verein hat heute in den ostdeutschen Ländern fünf Landesverbände und acht Bezirksvereine.

Ab September 1990 tourte der VDI mit einem Infomobil, einem 18 m langen, mit Info-Material beladenen Bus, durch Ostdeutschland.
Foto: VDI Archiv

Am 9. November 1989 erreichte die friedliche Revolution in Deutschland mit dem Mauerfall ihren Höhepunkt. Der historische Moment stellte einen Wendepunkt für die Weltgeschichte dar. Die politischen Folgen der Wiedervereinigung vor 30 Jahren im Jahr 1990 prägten auch die Geschichte des VDI.

Die Ereignisse der Wiedervereinigung im Jahr 1990 bedeuteten für den VDI einen Neuanfang. Durch die Öffnung der Grenzen war es nun möglich geworden, Ingenieurinnen und Ingenieure aus Ostdeutschland mit in die technisch-wissenschaftliche Gemeinschaftsarbeit des VDI einzubeziehen. Bereits in den ersten Tagen nach dem 9. November 1989 suchten die Ingenieurinnen und Ingenieure der DDR das Gespräch, vor allem mit den grenznahen westdeutschen Bezirksvereinen.

Schlüsselrolle bei der Einführung der Marktwirtschaft

Im Jahr der deutschen Einheit wurde schnell deutlich, dass den Ingenieurinnen und Ingenieuren eine Schlüsselrolle bei der Einführung der Marktwirtschaft und der Erneuerung der Unternehmen in den ostdeutschen Bundesländern zufallen würde. „Ohne Ingenieure ist der Aufbau der DDR nicht zu schaffen“, titelten 1990 die VDI nachrichten.

Der VDI, dem nach dem Zweiten Weltkrieg die Tätigkeit in der DDR untersagt worden war, ergriff die Chance, jetzt auch dort wieder als das Netzwerk der Ingenieurinnen und Ingenieure und als Sprecher der Technik zu wirken. Ab September 1990 tourte der VDI mit einem Infomobil, einem 18 m langen, mit Info-Material beladenen Bus, durch Ostdeutschland. Damit erteilte er Auskunft über den Ingenieurberuf und den VDI.

Im Oktober 1990 wurde der Bezirksverein Leipzig gegründet. Ihm folgten rasch weitere Bezirksvereine. Im Jahr 1993 begann der BV Leipzig mit Unterstützung der Stadt Leipzig ein technisches Mitmach-Museum für Jugendliche aufzubauen – das „TechnologieCentrum für Jugendliche – GaraGe gGmbH“. Die VDI-GaraGe bietet Jugendlichen durch ihre ausgeprägte Netzwerkarbeit und durch die Beteiligung unterschiedlichster Partner ein weites und spannendes Spektrum von Möglichkeiten und Kursen im Bereich Naturwissenschaft, Technik und Wirtschaft.

„Aufbau Ost“ innerhalb des VDI abgeschlossen

Heute ist der „Aufbau Ost“ innerhalb des VDI längst abgeschlossen. Der Verein hat in den ostdeutschen Ländern fünf Landesverbände und acht Bezirksvereine. In diesen engagieren sich Ingenieurinnen und Ingenieure und leisten wichtige Impulse für die technische Entwicklung in den neuen Ländern. In den Jahren nach 1990 stand die Erneuerung von Technik und Industrie in Ostdeutschland im Mittelpunkt.

Heute widmet sich der VDI Zukunftsaufgaben wie der Digitalen Transformation oder der Energiewende. Auch hierbei sind Ingenieurinnen und Ingenieure gefragter denn je, die Chancen neuer Technologien zum Wohle der Gesellschaft zu nutzen.

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