Gesundheit 22. Okt 2020 Von: VDI

„Desinfektionsgel kann nicht das Mittel der Wahl sein“

Clemens Bulitta vom VDI-Fachausschuss „Management hygienisch relevanter Flächen in medizinischen Einrichtungen“ über Handhygiene und Oberflächen.

Hygieneregeln einzuhalten, ist in der Pandemie lebenswichtig für sich und andere.
Foto: PantherMedia / Andriy Popov

VDI: Eine Erkältung oder eine Infektion mit Covid-19 kann mit einem Händeschütteln beginnen. Herr Bulitta, wie lassen sich Keime in Schach halten?

Bulitta: Grundsätzlich steht die Händehygiene im Fokus, da die Hände als Übertragungsweg eine zentrale Rolle bei vielen Infektionskrankheiten spielen. Deswegen ist eine normale Handhygiene, sprich das Waschen mit Wasser und Seife, im Alltag das wichtigste Mittel. Vor allem in Zeiten von Krankheitswellen, sei es jetzt Covid-19 oder auch in der Erkältungs- und Grippezeit. Händewaschen ist ein einfaches Mittel Infektionsketten zu unterbrechen.

Clemens Bulitta ist Leiter das Instituts für Medizintechnik an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden (OTH).
Foto: Clemens Bulitta

Wie sieht es denn aus, wenn man unterwegs ist und einfach mal Hygienegel auf die Hände gibt? Hilft das überhaupt?

So pauschal abtun kann man das nicht. Entscheidend ist ja, falls sich Erreger auf der Hand befinden, dass man sich nicht ins Gesicht fasst, dort wo die Schleimhäute sind. So wird es höchstwahrscheinlich nicht zu einer Infektion kommen

Entscheidend: Nicht ins Gesicht fassen

Die Desinfektionsmittel dabei zu haben, ist eine Zusatzmaßnahme. Wenn ich unterwegs bin und keinen Zugang zu einem Waschbecken habe, kann solch ein Gel nützlich sein. Es kann aber nicht das Mittel der Wahl sein. Es reicht auch, wenn man nach Hause kommt und sich dann direkt gründlich die Hände mit Seife wäscht.

Krankheitserreger werden nicht nur von Hand zu Hand weitergereicht, sondern auch über Computermaus, Telefonhörer und Türklinke. Der Fachbereich Medizintechnik der VDI-Gesellschaft Technologies of Life Sciences hat 2020 einen neuen Statusreport veröffentlicht, der den aktuellen Stand der antimikrobiellen Oberflächentechnologien zur Infektionsprävention zeigt. Können Sie hier ein paar Kernthesen und Ergebnisse nennen?

Es geht im Wesentlichen darum, dass sich Oberflächen mit verschiedenen Ansätzen mit einer antimikrobiell wirksamen Substanz ausstatten lassen. Dies bietet das Potenzial einer generellen antimikrobiellen Wirkung. Damit könnte eine Anreicherung von Erregern auf Flächen verhindert werden.

Hierfür gibt es zahlreiche Konzepte und Wirkstoffe, die im Labor nachgewiesen haben, dass sie das gut leisten können. Bislang fehlt uns aber noch der Nachweis in der Praxis. In dem VDI-Statusreport haben wir systematisch alle Technologien, die derzeit erforscht werden, zusammengestellt.

Die verschiedenen Testverfahren, um diese Technologien zu bewerten, kommen auch vor. So wird schön deutlich, wo noch weiterer Forschungsbedarf besteht.

Das vollständige Interview finden Sie hier:

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