Evaluation 03. Jun 2021 Von Wolfgang Schmitz

Technikkompetenzen mit System beurteilen

Wer beurteilt technische Kompetenzen? Wie sähe eine entsprechende Richtschnur aus? Der VDI-Fachbeirat Technische Bildung hat ein Konzept entwickelt.

Kenntnisniveau erfassen: Wie viel Technikwissen steckt in den Köpfen? Der „Referenzrahmen Technik“ will das ermitteln und so die technische Bildung stärken.
Foto: PantherMedia / Wavebreakmedia ltd

Beim „Referenzrahmen Technik“ (GeRRT) handelt es sich um ein System, das das Beurteilen von Technikkompetenzen nach Kriterien auf unterschiedlichen Niveaus unterstützt. Es unterscheidet drei Niveaustufen: A (elementar), B (erweitert) und C (komplex), wobei Stufe C das Niveau der Hochschulbildung betrifft.

Wesentliche Kompetenzbereiche sind: Technik verstehen, Technik nutzen, Technik entwickeln, Technik bewerten und Technik kommunizieren.

Referenzrahmen Technikkompetenzen

Unterkategorien zeigen Detailkompetenzen, die für Technikmündigkeit entscheidend sind. Der Referenzrahmen kann von allen Akteuren und Akteurinnen sowie Verantwortlichen in Bildungsbereichen genutzt werden. Das reicht vom Entwickeln von Curricula über das Ausrichten außerschulischer Lernangebote bis hin zu Kompetenzeinstufungen einzelner Personen.

„Deutschland als Technologieführer ist auf dem Auge der Technikbildung blind. Wir wissen nicht, was Otto Normalverbraucher und Lieschen Müller wissen und was sie können.“ Gabriele Graube, Erziehungswissenschaftlerin an der TU Braunschweig

Der Plan ist, technische Bildung zu stärken, auch indem sich die Bildungsforscher ein Bild vom Wissen der Gesellschaft über Technik verschaffen. „Es gab vorher keinen Referenzrahmen Technik“, sagt Gabriele Graube von der Technischen Universität Braunschweig. Die Erziehungswissenschaftlerin mit Schwerpunkt Technikbildung ist federführend am Referenzrahmen beteiligt. „Deutschland als Technologieführer ist auf dem Auge der Technikbildung immer noch blind. Wir wissen nicht, was Otto Normalverbraucher und Lieschen Müller von Technik wissen und was sie können.“ Der Sprachenrahmen sei schon lange etabliert. „So etwas brauchen wir für Technik auch.“

Technik wird in ihrem Wert oft nicht wahrgenommen

Dass die Technik häufig in ihrem Wert nicht wahrgenommen wird, bestätigt Technikdidaktiker Andreas Hüttner von der Europa-Universität Flensburg. „Ihre Bedeutung für jeden einzelnen Menschen, aber auch für unser demokratisches System mit allen seinen Grundwerten wird nicht nur nicht verstanden, sondern oftmals sogar bewusst negiert. Dabei ist unser Wohlstand nicht irgendwelchen sprudelnden Ölquellen oder anderen Bodenschätzen zu verdanken, sondern entspringt nahezu ausschließlich der technischen Kreativität unserer Menschen. Das ist unser größter Schatz.“ Den gelte es durch qualifizierte Bildungsangebote in allen Lebensphasen der Menschen zu erhalten und wenn möglich auszubauen.

Der Referenzrahmen biete ein Instrument, mit dessen Hilfe man einen Ist-Stand an technischen Kompetenzen bei den Menschen aller Altersstufen und Bildungsgrade vergleichend erfassen kann, um ihn dann konkret mit einem Soll-Stand vergleichbar zu machen.

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