Artenschutz 08. Jul 2021 Von Bettina Reckter

Wildbienen per App bestimmen

Bundesumweltministerin Svenja Schulze stellte eine neue App zum Bestimmen von Wildbienenarten vor. Sie geht zurück auf das VDI-Projekt „BienABest“.

Startschuss für die neue App zur Wildbienenbestimmung, v. r. n. l: Bundesumweltministerin Svenja Schulze, Peter Mullen/Sunbird Images, Ljuba Woppowa/VDI und Prof. Manfred Ayasse/Uni Ulm.
Foto: BMU/Sebastian Bänsch

Rote Mauerbiene, Garten-Wollbiene, Rothaarige Wespenbiene – es ist gar nicht so einfach, die einzelnen Wildbienenarten auseinanderzuhalten, die durch unsere Gärten, Felder und Wiesen summen. Rund 560 Arten tummeln sich allein in Deutschland, darunter auch etwa 40 Hummelarten. Doch sie sind in ihrer Existenz bedroht.

Eine App gibt hier jetzt praktische Unterstützung. Sie stammt aus dem Projekt „BienABest“, mit dem der VDI und die Universität Ulm gemeinsam den Rückgang der Wildbienen stoppen und deren Bestäubungsleistung sichern möchten. Gefördert wurde ihre Entwicklung im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums (BMU).

Wildbienen in freier Natur beobachten und zuordnen

Mit dem praktischen Bestimmungstool fürs Smartphone können auch Laien in freier Natur beobachtete Wildbienen einfach und sicher der richtigen Art zuordnen. In der App der Firma Sunbird finden sich detailreiche Fotos des Wildbienenexperten Hans Schwenninger von 101 Arten, wobei Körperform, Farbe des Hinterleibs und Behaarung besonders deutlich dargestellt sind.

Auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) weiß um den Wert von Artenschutz und der biologischen Vielfalt. Auf ihrer Sommerreise in Aachen hatte sie den Förderbescheid für noch ein weiteres Insektenschutzprojekt in der Tasche. „Beim Artenschutz denken viele an aussterbende Nashornarten oder an den tropischen Regenwald. Aber auch wir in Deutschland haben Arten und Ökosysteme, die aussterben“, sagte die Ministerin. „Mein Ziel ist die Trendumkehr, das Stoppschild gegen das Artensterben“, so Svenja Schulze. Was der Regenwald für bestimmte Affenarten ist, sei etwa die Glatthaferwiese für bestimmte Insektenarten vor unserer Haustür. Diese Wiesen seien vielerorts verschwunden.

Viele Pflanzen sind auf fliegende Insekten angewiesen

Die meisten Wild- und Nutzpflanzen in unserer Umgebung sind auf die Bestäubung durch fliegende Insekten angewiesen. Damit hängt die Nahrungsmittelproduktion ebenfalls direkt von den fleißigen Bienen ab.

Zur Arbeit des seit 2017 mit rund 2,6 Mio. € geförderten Projekts „BienABest“ gehört auch das Anlegen von Nisthügeln und Wildbienenweiden, um den durch menschliche Tätigkeit vertriebenen Wildbienen neue Lebensräume zu geben. Standardisierte Erfassungsmethoden sollen zudem ein systematisches Langzeitmonitoring ermöglichen.

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