Wegen Corona und Rechtsstreit 04. Aug 2020 Von dpa/Wolfgang Schmitz

Bayer mit Milliardenverlust

Die Corona-Pandemie führt dazu, dass andere Krankheiten vernachlässigt werden. Das bekommt auch der Chemiekonzern Bayer zu spüren. Der gewaltige Verlust im zweiten Quartal hat jedoch andere Gründe.

Das Bayer-Kreuz bei Nacht.
Foto: Bayer AG

Die Corona-Pandemie hinterlässt bei Bayer Spuren. Auch wegen der Belastungen in der Pharmasparte durch verschobene Behandlungen blickt der Agrarchemie- und Pharmakonzern vorsichtiger auf das Gesamtjahr. Zudem brockten die angestrebte Einigung im US-Glyphosatstreit sowie andere Rechtsfälle dem Dax-Konzern im zweiten Quartal einen Milliardenverlust ein, wie Bayer mitteilt.

Unter dem Strich dürfte 2020 ein dickes Minus stehen, nachdem Sonderaufwendungen von 12,5 Mrd. €, hauptsächlich für Rechtsstreitigkeiten, bei Bayer im zweiten Quartal zu einem hohen Verlust von 9,5 Mrd. € geführt haben. Vor einem Jahr war es noch ein Plus von rund 400 Mio. € gewesen.

Ende Juni hatte Bayer Einigungen in US-Rechtsstreitigkeiten um die Unkrautvernichter Glyphosat, Dicamba sowie PCB angekündigt. Der weitaus teuerste Streit ist dabei derjenige um angebliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter. Hier wackelt allerdings der angestrebte Vergleich mit der Mehrzahl der Kläger.

Planung des Umsatzwachstums korrigiert

Der Konzernumsatz fiel nach Angaben von Bayer im zweiten Quartal um 6,2 % auf rund 10 Mrd. €. Aus eigener Kraft – also Wechselkurseffekte sowie Zu- und Verkäufe herausgerechnet – war es ein Minus von 2,5 %. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereffekten stieg auch dank Kostensenkungen im Zusammenhang mit der Monsanto-Integration um 5,6 % auf 2,88 Mrd. €.

Angesichts der teils holprigen Entwicklung im Tagesgeschäft peilt das Management nun 2020 vor Wechselkurseffekten sowie dem Zu- und Verkauf von Unternehmensteilen ein Umsatzwachstum von 0 % bis 1 % an, auf 43 Mrd. € bis 44 Mrd. €. Bisher waren 44 Mrd. € bis 45 Mrd. € geplant gewesen.

Die Verschiebung vieler nicht dringend notwendiger Behandlungen und die Angst vieler Menschen vor Arztbesuchen während der Corona-Pandemie belasteten das Pharmageschäft im zweiten Quartal, was sich besonders beim Augenmedikament Eylea zeigte, das neben dem Gerinnungshemmer Xarelto eigentlich einer der Wachstumstreiber der Sparte ist. Aber auch der Absatz von Verhütungsmitteln für Frauen ging deutlich zurück.

Agrarsparte macht Hoffnung

Im Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten hielten sich die Kunden auch ein wenig zurück. Das lag aber vor allem daran, dass sich der Handel im ersten Quartal wegen der Corona-Pandemie schon reichlich eingedeckt hatte und nun erst einmal die Lagerbestände abbauen muss. Insgesamt blieben die Medizingeschäfte von Bayer hinter den Erwartungen zurück.

Besser lief es hingegen in der Agrarsparte. Das lag an guten Geschäften etwa mit Maissaat in Brasilien, an einer Erholung der Sojasamennachfrage in Nordamerika sowie einer robusten Nachfrage nach Pflanzenschutzmitteln. Zudem kommt Bayer bei der Integration des 2018 übernommenen US-Saatgutkonzerns Monsanto schnell voran, was Kosten spart.

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