Immobilienstudie 27. Apr 2020 Von dpa/André Weikard

Flaute auf dem Wohnungsmarkt

Wohnungssuchende haben in den ersten Wochen der Coronakrise deutlich weniger Immobilienanzeigen gefunden. Im Zeitraum vom 2. März, also kurz vor dem Shutdown in Deutschland, bis zum 19. April ging die Zahl der neuen Annoncen für Mietwohnungen um bis zu 38 % zurück, zeigt eine Studie des Hamburger Immobilienspezialisten F+B.


Foto: panthermedia.net / ArturVerkhovetskiy

Wegen der Pandemie haben viele Mieter Umzüge aufgeschoben, aus Unsicherheit um ihre Jobs oder Einkommen, vermuten die Experten. Auch fanden Wohnungsbesichtigungen wegen der Kontaktbeschränkungen nur begrenzt statt. In den sieben größten deutschen Städten schrumpfte die Zahl der Anzeigen um bis zu 40 %. Auch hier zeigen sich aber bereits wieder Anzeichen für eine Erholung. Jüngst betrug das Minus nur noch gut 11 %.

Bislang kaum Auswirkungen auf die Preise

Wesentlich geringer schwankten in dem Zeitraum die Mieten bei neu angebotenen Wohnungen – hier verzeichneten die Forscher eine Spanne von minus 0,2 bis plus 2,2 %. „Somit lassen sich bei der Analyse der Mietpreisentwicklung keine bzw. kaum Corona-Effekte erkennen“, sagte F+B-Geschäftsführer Bernd Leutner. „Vermieter verzichteten eher auf die sofortige Vermietung, als in Erwartung einer Rezession Mieten zu senken“, glaubt er. Leichte Mietrückgänge gab es aber im Schnitt in den sieben größten deutschen Städten.

Im gesamten ersten Quartal beobachtete F+B wieder stärker anziehende Neuvertragsmieten. Diese legten im ersten Jahresviertel um 0,6 % zu, gemessen am Vorjahreszeitraum. Im Bestand waren es 1,2 %. Damit waren die Zuwächse aber deutlich niedriger als bei Eigentumswohnungen (plus 6,1 %) sowie Einfamilienhäusern (plus 6,9 %). Immobilienspezialist F+B, der Städte und Gemeinden bei der Aufstellung von Mietspiegeln berät, stützt sich für seinen Wohnindex auf Angebotsdaten von rund 22 Mio. Objekten.

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