Zaghafte Zuversicht 23. Jan 2020 Von Michael Grömling

IW-Konjunkturampel: Stabilisierung in Sicht?

Für das neue Jahr zeigen sich die Wirtschaftsverbände vorsichtig optimistisch.

Fast durchgehend gelb gefärbt ist die Konjunkturampel bei den Indizes für Deutschland. Nur bei der Industrieproduktion kam es zu einer weiteren Verschlechterung der Lage.

Michael Grömling, Leiter der Forschungsgruppe Konjunktur (IW).
Foto: IW

Zum Jahresstart 2020 ist das Rot aus der IW-Konjunkturampel deutlich in den Hintergrund getreten. Nur noch bei der Industrieproduktion haben sich die aktuellen Werte gegenüber den vorhergehenden drei Monaten weiter merklich verschlechtert. Ansonsten ist die Ampel für Deutschland durchgehend gelb gefärbt, was keine signifikanten Veränderungen bei den jeweiligen Indikatoren signalisiert. Noch ist es zu früh, um dies als eine konjunkturelle Trendwende zu markieren und eine Stabilisierung in der von einer Rezession gebeutelten Industrie zu diagnostizieren.

Zaghafte Zuversicht war aber auch in der IW-Verbandsumfrage vom Jahresende 2019 zu verspüren. Bei den Produktionserwartungen dominieren mit Blick auf das Jahr 2020 die zuversichtlichen Unternehmensverbände: 19 der befragten 48 Verbände gehen davon aus, dass es in diesem Jahr in ihrem Bereich zu einer etwas höheren Wirtschaftsleistung kommt. Dagegen melden nur zwölf Verbände eine etwas niedrigere Produktion im Vergleich zu 2019. Bauindustrie, Handwerk und Immobilienwirtschaft gehen mit Zuversicht in das neue Jahr. Weite Teile des Dienstleistungssektors, vor allem im Handel, bei den Versicherungen und teilweise den Banken, sind ebenfalls zuversichtlich. Das gilt auch für die Informationswirtschaft.

Die Industrie bietet ein gemischtes Bild

In den Bereichen Luft-/Raumfahrzeuge und Schiffe/Meerestechnik sind etwas höhere Produktionstätigkeiten zu erwarten. Das gilt auch für die Stahl-, Eisen- und Nicht-Eisen-Metallindustrie. In der Automobil-, Elektro- und Chemieindustrie dürfte sich der Rückgang zumindest nicht fortsetzen. Dagegen werden im Maschinenbau, der Stahl- und Metallverarbeitung Produktionsrückgänge erwartet. Dies spiegelt die moderaten Investitionsabsichten der Unternehmen wider.

Die IW-Verbandsumfrage signalisiert auch, dass es in diesem Jahr wohl keinen Investitionsaufschwung geben wird. Nur 13 der 48 teilnehmenden Verbände gehen von steigenden Investitionen aus. Im Industriesektor gehören dazu der Bereich Schiffbau/Meerestechnik sowie die Glas-, Druck- und Ernährungsindustrie. Letztere hängen nicht am internationalen Investitionszyklus. Anders ist es beim Maschinenbau, der Metallindustrie und den Gießereien. Hier werden die Investitionen in Anbetracht der schwächeren Weltwirtschaft zurückgefahren. Zumindest auf dem Niveau von 2019 sind Investitionen in der Automobil- und Elektroindustrie beabsichtigt. Der Strukturwandel hin zu neuen Technologien und die Digitalisierung sind hier die Treiber für Investitionen.

Geringere Investitionen im Baubereich

Steigende Investitionsausgaben werden vorwiegend im Finanzmarktsektor erwartet. Auch hier gilt es, mit den technologischen Veränderungen Schritt zu halten und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Im Dienstleistungsbereich stehen bei den in der IW-Umfrage vertretenen Verbänden keine niedrigeren Investitionen an.

Vor dem Hintergrund der guten, wenngleich abgeschwächten Produktionsperspektiven im Baubereich fallen die zurückhaltenden Investitionspläne der Branche auf. Hier erwarten die Verbände für 2020 eine niedrigere Investitionstätigkeit als im Jahr 2019, das gleichwohl von hohen Investitionen geprägt war.

Im Januar gab es keine Verschlechtungen bei den Konjunkturindikatoren für Deutschland. "Noch ist es zu früh, um dies als eine konjunkturelle Trendwende zu markieren und eine Stabilisierung in der von einer Rezession gebeutelten Industrie zu diagnostizieren", warnt IW-Konjunkturexperte Michael Grömling. Grafik: IW

Auch in der Eurozone hat sich die Lage stablisiert. Die sich verschlechternden Indikatoren sind gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen. Allerdings gibt es auch keine Bewegung nach oben. Bild: IW

Auch in den USA zeigt sich die Wirtschaftslage stabil. Allerdings sind die Wachstumsfelder deutlich weniger als im Januar des vergangenen Jahres. Bild: IW

Alles stabil in China: Im Vorjahr gab es noch Wachstum in manchen Feldern, das war im Januar nicht mehr so. Bild: IW

Im Frühjahr 2018 begannen einige Indikatoren wieder nach unten zu weisen. Im Januar 2020 sind es deutlich weniger als 2019. Aber die IW-Konjunkturampel verzeichnet akuell auch kein Wachstum. Bild: IW

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