Bundesverband Industrie Kommunikation warnt 10. Mrz 2020 Von Jens D. Billerbeck

Messeabsagen sind Risiko für den Mittelstand

Der Coronavirus würgt den Wirtschaftsmotor „Messe“ ab, befürchtet der Bundesverband Industrie Kommunikation (BVIK). Allein in Deutschland betrage das Umsatzvolumen der Messeveranstalter rund 4 Mrd. € im Jahr.


Foto: Jens D. Billerbeck

ITB in Berlin – abgesagt, Buchmesse Leipzig – abgesagt, Hannover Messe – auf Juli verschoben. Und das sind nur die spektakulärsten Fälle. Der Ausbruch des Coronavirus bringt die Messelandschaft gewaltig durcheinander. Doch Messen sind als internationale Marktplätze ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Und zwar für große Konzerne ebenso wie für mittelständische Unternehmen, schreibt der Bundesverband Industrie Kommunikation (BVIK) heute in einer Presseerklärung. Sie in großem Stile abzusagen oder zu verschieben, treffe die Akteure mit aller Härte.

Mit rund 10 Mio. Besuchern überregionaler Messen zähle Deutschland zu den wichtigsten Messeplätzen weltweit. Für die Investitionsgüterindustrie, so der BVIK, bedeuteten Verschiebungen bzw. Absagen den Verlust eines ihres Hauptauftragswegs. Für eine Vielzahl von Unternehmen im Bereich Messebau, Hotellerie und Gastronomie drohe ebenfalls schwerer wirtschaftlicher Schaden.

Die rund 220 Firmenmitglieder des Verbands sind unmittelbar betroffen und stehen vor in Teilen schwer lösbaren Herausforderungen. Allein für den Bereich Messebau hat das Research Institute for Exhibition and Live-Communication (R.I.F.E.L.) den Schaden auf 670 Mio. €, den Gesamtschaden der Messewirtschaft sogar auf über 1,6 Mrd. € beziffert. „Es ist zu befürchten, dass viele Anbieter die Krise nicht überleben und im großen Umfang Arbeitsplätze in Deutschland verloren gehen werden“, warnt Rainer Pfeil, Geschäftsführer der Bluepool GmbH Messen & Events und Vorstand des BVIK.

Mittelstand setzt auf persönlichen Kontakt

Messestände seien heutzutage hochtechnisierte, design­orientierte, sehr komplexe Konstrukte, an denen eine Vielzahl von Gewerken und Hightech-Dienstleistern beteiligt sind. Knapp 40 % des jährlichen Marketing-Budgets von Industrieunternehmen fließt über die letzten Jahre konstant in den Bereich Messe, wie die BVIK-Studie „B2B-Marketing-Budgets“ belegt. Onlinekanäle nehmen zu, aber der deutsche Mittelstand setzt nach wie vor aus Überzeugung auf den persönlichen Kontakt mit Kunden. Ob virtuelle Messen denselben Erfolg erzielen werden wie reale Messen, bezweifeln viele Marketing-Verantwortliche im BVIK-Netzwerk. Anders als im Konsumgütergeschäft basiere die Industriekommunikation mit ihrer viel komplexeren Einkaufs- und Kundenstruktur auf vertrauensbildendem persönlichen Kontakt.

Digitalisierung im Marketing ist teuer

„Einerseits geht es jetzt um Schadensbegrenzung und andererseits zugleich darum, den Weg nach vorne zu gestalten“, erläutert Ramona Kaden, Geschäftsführerin und Vorstand des BVIK. „Das derzeitige Geschehen ist wahrscheinlich der letzte, entscheidende Ruck nach vorn für die Digitalisierung im B2B-Marketing. Digitale Kommunikations- und Vertriebswege zu installieren, verursacht jedoch hohe Kosten – jetzt Marketing-Budgets zu kürzen, wäre daher die denkbar schlechteste Maßnahme“, sagt Kaden. Sie ist davon überzeugt, dass im Industriesektor der intelligente Mix aus direktem Mensch-zu-Mensch-Kontakt und Hightechanwendungen wie Virtual und Augmented Reality oder auch Marketing-Automationslösungen den Erfolg in Zukunft sichert. 

Mehrkosten durch Messeabsagen und -verschiebungen einerseits und sicher zu erwartende Umsatzeinbußen durch entgangene Messeaufträge werden laut BVIK keinesfalls spurlos an der mittelständischen Industrie und dem deutschen Arbeitsmarkt vorbeigehen. So fordert Kaden: „Eine ganze Branche ist in Gefahr und die Erwartungshaltung an die Politik und unsere Regierung ist ein schnelles Soforthilfeprogramm für alle Beteiligten.“

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