Wagniskapital 27. Dez 2019, 09:03 Uhr Von Stefan Asche

Trumpf investiert in Medizintechnik

Finanzspritze soll Keimen den Garaus machen.


Foto: panthermedia.net / rbhavana

Trumpf Venture, die Wagniskapitalsparte des Ditzinger Werkzeugmaschinenbauers, unterstützt den Kampf gegen multiresistente Keime und investiert in das Start-up Resistell. Die Schweizer haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich für schwerkranke Patienten geeignete Antibiotika erkennen lassen. Es misst mithilfe von winzigen Lichtsensoren die Reaktionen lebender Mikroben auf Antibiotika, ohne sie künstlich und zeitaufwendig hochzüchten zu müssen. So lässt sich gewährleisten, dass die Patienten sehr schnell vom ersten Tag an die richtigen Medikamente erhalten.

Bis zu 100-mal schneller als herkömmliche Verfahren

„Resistell steht für eine neue Generation mikrobiologischer Diagnostik mithilfe der Photonik. Wir wollen diesen vielversprechenden Ansatz als strategischer Investor unterstützen und dabei helfen, das erfolgreich erprobte Verfahren auf den Markt zu bringen“, sagt Dieter Kraft, Geschäftsführer der Trumpf Venture GmbH. Die neue Methode ist bis zu 100-mal schneller als herkömmliche Verfahren. Analysten schätzen den Markt für Antibiotikatests weltweit auf rund 4,1 Mrd. €.

Keime passen sich an leistungsstarke Antibiotika an

Multiresistente Keime gehören zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen der Menschheit. Ärzte müssen schwerkranke Patienten möglichst schnell mit einem funktionierenden Wirkstoff versorgen, um sie erfolgreich zu behandeln. Sie wenden deshalb häufig Breitband­antibiotika an, die ein breites Spektrum an Bakterien außer Gefecht setzen. Auf diese Weise lässt sich das Risiko verringern, dass die verabreichten Medikamente bei den Bakterien nicht wirken. Die übermäßige Verwendung dieser leistungsstarken Antibiotika kann allerdings dazu führen, dass die Keime sich an die Medikamente anpassen und sich dadurch nicht mehr abtöten lassen. Lässt sich dieser Trend nicht stoppen, könnten dadurch bis 2050 jährlich bis zu 10 Mio. Menschen sterben.

Das Hochtechnologieunternehmen Trumpf bietet Fertigungslösungen in den Bereichen Werkzeugmaschinen und Lasertechnik. Die digitale Vernetzung der produzierenden Industrie treibt das Unternehmen durch Beratung, Plattform- und Softwareangebote voran. Trumpf ist nach eigenen Angaben Technologie- und Marktführer bei Werkzeugmaschinen für die flexible Blechbearbeitung und bei industriellen Lasern. 2018/19 erwirtschaftete das Unternehmen mit rund 14 500 Mitarbeitern einen Umsatz von 3,8 Mrd. €.

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