Pandemiebekämpfung 23. Mrz 2021 Von André Weikard

„Verordneter Ruhetag am Gründonnerstag kostet 7 Mrd. €“

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) beziffert die Kosten für den jüngst beschlossenen „Ruhetag“ am 1. 4. 2021 auf bis zu 7 Mrd. € – je nachdem wie genau der Ruhetag letztlich gestaltet werde.


Foto: panthermedia.net/twixx

„Die gesamte Wertschöpfung an einem normalen Arbeitstag liegt bei rund 10 Mrd. €“, rechnen die Ökonomen vor. Da noch unklar sei, ob am „Ruhetag“ auch die Bänder in der Industrie stillstehen müssten, könnten die gesamtwirtschaftlichen Kosten noch nicht genau bestimmt werden. Im Fall, dass der Gründonnerstag 2021 als gesetzlicher Feiertag betrachtet wird, lägen die Kosten aber bei rund 7 Mrd. €.

Die IW-Experten räumen allerdings ein, dass die realen Kosten etwas niedriger ausfallen könnten. Zum einen hätten viele Arbeitnehmer an diesem Tag ohnehin Urlaub genommen und Betriebe hätten geschlossen. Zum anderen könnte ein Teil der ausgefallenen Produktion nachgeholt werden.

Die Experten mahnen dennoch: „Eine differenzierte Politik sieht anders aus.“ Vielmehr müssten lokal und regional Freiräume für passende Lösungen geschaffen werden, wie es beispielsweise Rostock und Tübingen vormachten. Dort gibt es eine digitale Test- und Tracing-Strategie, die nach Ansicht der IW-Experten wirkt. Auf regionaler und lokaler Ebene könnten so auch mit den geschlossenen Hotel- und Gaststättenbetrieben neue Perspektiven entwickelt werden.

Teststrategie für Schulen und Kindergärten erforderlich

Für die Schulen und Kindergärten wäre eine umfassende Teststrategie wichtig, so das IW in einer ersten Stellungnahme. Auch eine Entscheidung für eine Tracing-App sei erneut nicht getroffen worden. IW-Direktor Michael Hüther äußerte sein Befremden über die Beschlüsse der Nacht: „Bund und Länder verlieren sich im Klein-Klein von Maßnahmen, anstatt endlich die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Kommunen ihre Lösungen entwickeln können.“ Eine Perspektive bestehe vor allem in einer Ausweitung der Impfungen – koste es, was es wolle, so Hüther weiter. „Unter dem Strich ist das alles billiger als diese Taktik der Trippelschritte. Ansonsten bleibt es in der Logik der Politik nach Ostern beim Stillstand.“

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