Drei Missionen zum Marks geplant 09. Jul 2020 Von Iestyn Hartbrich

Marssommer 2020: Spurensuche auf dem roten Planeten

Im Juli und August brechen gleich drei Sonden zum Mars auf. Technisch wird das ein Spektakel, wissenschaftlich eher nicht.


Foto: NASA/JPL-Caltech

Alle 26 Monate kommen sich Erde und Mars auf ihren Bahnen um die Sonne besonders nahe. Die Raumfahrtagenturen machen sich die Orbitdynamik zunutze und starten ihre Satelliten, Landemodule und Rover. Dieses Jahr ist so ein Marsjahr: Drei Missionen sind geplant, eine vierte wurde aus Zeitmangel auf 2022 verschoben.

Voraussichtlich geht mit den Vereinigten Arabischen Emiraten zuerst ein Neuling an den Start. Die Emirates Mars Mission (EMM) ist die erste interplanetarische Mission des Landes, das bislang vor allem Erfahrung mit Erdbeobachtungssatelliten gesammelt hat. Das Ziel der Mission ist eine Premiere: die Auswirkungen des Tag-Nacht-Zyklus auf das Marswetter zu untersuchen.

China will alles auf einmal

Der Start der chinesischen Mission Tianwen-1 ist für Ende Juli geplant. China kann bisher keine Erfolge bei Marsmissionen aufweisen, will nun aber alles auf einmal. Tianwen-1 beinhaltet einen Orbiter, ein Landemodul und einen Rover. Dass China in der Lage ist, auch schwierigste Missionen zu meistern, ist spätestens klar, seitdem im Januar 2019 ein Landemodul auf der Rückseite des Mondes abgesetzt wurde.

Die dritte Mission ist US-amerikanisch: Mars 2020. Hauptelement ist der Rover Perseverance. Mars 2020 soll das derzeit ambitionierteste Marsprojekt einleiten, die Mars Sample Return Mission. Am Ende einer komplexen Operation, die sich über drei Missionen und insgesamt rund zehn Jahre erstreckt, könnten erstmals Bodenproben vom Mars in einem irdischen Labor untersucht werden.

Proben vom Mars werden auf der Erde untersucht

Diese Probenanalyse wäre ein Triumph – der Technologie allemal und vielleicht sogar der Wissenschaft. Die Missionen des Marssommers 2020 hingegen versprechen aus Sicht der wissenschaftlichen Community noch keinen Triumph. Vor allem werden sie die Frage aller Fragen vermutlich nicht beantworten können: Hat es auf dem Mars Leben gegeben – und wenn es „nur“ Mikroben waren? Lebt dort womöglich noch etwas? Von der Antwort hängt ab, wie vorsichtig Astronauten dereinst auf dem Mars agieren müssten.

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