ZEW-Umfrage in Informationswirtschaft und verarbeitendem Gewerbe 29. Okt 2021 Von Claudia Burger

Beliebtheit von Crowdworking nimmt in Unternehmen zu

Die Nutzung von Crowdworking-Plattformen durch Unternehmen in Deutschland ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Das hat eine Umfrage des ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim ergeben.


Foto: PantherMedia / Arturs Budkevics

Die Nutzung von Crowdworking-Plattformen durch Unternehmen in Deutschland ist in den vergangenen Jahren laut dem Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim (ZEW) kontinuierlich gestiegen. „Im Jahr 2020 setzten 8,3 % der Unternehmen in der Informationswirtschaft und 6,1 % der Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe Crowdworking ein“, sagt Daniel Erdsiek, Wissenschaftler im Forschungsbereich „Digitale Ökonomie“ am ZEW Mannheim. „Darüber hinaus plante etwa 1 % der Unternehmen, bis Ende des Jahres 2021 mit dem Einsatz von Crowdworking zu beginnen.“ An der Unternehmensbefragung in Deutschland beteiligten sich im September 2020 fast 800 Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe und der Informationswirtschaft, welche die IKT-Branche, Mediendienstleister und wissensintensive Dienstleister umfasst. Im Vergleich zu den aktuellen Ergebnissen haben in der Vergangenheit deutlich weniger Unternehmen Crowdworking eingesetzt oder einen Einsatz geplant. In der Informationswirtschaft belief sich dieser Anteil im Jahr 2016 noch auf 4,3 % und im Jahr 2018 auf 4,5 %. Im verarbeitenden Gewerbe ist dieser Anteil derweil von 2 % im Jahr 2016 und von 3,2 % im Jahr 2018 auf aktuell 6,9 % gestiegen. Für den Zeitraum von 2018 bis 2020 ist damit in beiden Sektoren ein deutlicher Schub beim Einsatz von Crowdworking zu verzeichnen. Da die aktuellste Befragung im September 2020 durchgeführt wurde, könnte ein Teil dieses Nutzungsanstiegs auch auf coronabedingte Anpassungen der Arbeitsorganisation zurückzuführen sein, mutmaßt das ZEW.

Vor allem technische Arbeiten werden auf Plattformen vergeben

Als Crowdworking bezeichnet man die Nutzung von Onlineplattformen für die Vergabe von traditionell unternehmensinternen Aufgaben und Projekten an externe Arbeitskräfte. Das wird auch als „Gig Economy“ bezeichnet. Diese gegen Bezahlung ausgeführten Aufgaben reichen dabei von weniger komplexen Tätigkeiten bis hin zur Erbringung vollständiger Projekte, z. B. im Bereich Design oder Webprogrammierung. Ein Drittel der Unternehmen in der Informationswirtschaft und im verarbeitenden Gewerbe zählt technische Arbeiten, z. B. in Bezug auf Internet, Programmierung und Datenanalyse, zu den möglichen Einsatzzwecken in ihrem Unternehmen. Fast ebenso viele Unternehmen sehen Potenzial für die Vergabe von kreativen Arbeiten über Crowdworking-Plattformen, dazu zählen etwa Tätigkeiten in den Bereichen Grafikdesign, Marketing oder das Verfassen von Texten. Administrative Arbeiten, wie Buchführung, Kundendienst oder Projektmanagement, sind für fast 20 % der Unternehmen ein mögliches Anwendungsgebiet, während sich etwa 15 % die Auslagerung von unterstützenden Datenarbeiten, wie Kategorisierung und Tagging, vorstellen könnten.

Kostenersparnis spielt eine Rolle

Neben den potenziellen Anwendungsgebieten variieren auch die Ziele, welche die Unternehmen laut Umfrage mit einem möglichen Einsatz von Crowdworking verfolgen. Mit Anteilen von über 50 % nennen die Betriebe besonders häufig das Nutzen von Spezialwissen als potenzielles Ziel. Zudem würden zwischen 37 % (verarbeitendes Gewerbe) und 46 % (Informationswirtschaft) der befragten Unternehmen durch einen Einsatz von Crowdworking mehr Personalflexibilität erreichen wollen, etwa zum Abbau von Lastspitzen oder eine schnellere Bearbeitung von Projekten. Die Einsparung von Kosten wäre darüber hinaus sowohl für die Informationswirtschaft (31 % ) als auch das verarbeitende Gewerbe (41 %) ebenfalls ein Ziel beim Einsatz von Crowdworking.

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