Arbeit während der Corona-Krise 23. Dez 2020 Von Wolfgang Schmitz

Beschäftigte fühlen sich psychisch stabil

Das Wohlbefinden der Beschäftigten ist stabil, der Gemeinschaftssinn allerdings sinkt, lautet ein Ergebnis der Beschäftigtenumfrage des Projekts psyGA.


Foto: PantherMedia / Arne Trautmann

Der Corona-Krise zum Trotz geht es Beschäftigten in Deutschen relativ gut. Das Projekt psyGA (psychische Gesundheit in der Arbeitswelt) verglich in einer repräsentativen Befragung die Aussagen von knapp 2000 Beschäftigten vor Beginn der Krise, zu Ostern und Ende November. Demnach empfinden die befragten Personen ihren psychischen Zustand als stabil. Allerdings zeigen sich bei Menschen, die an allen drei Umfragen teilgenommen haben, erste Veränderungen. Es zeigten sich „Bremsspuren“, heißt es in der Pressemitteilung. Jede siebte Person, also 14,5 % der Befragten, berichtete über eine relevante Verschlechterung des psychischen Wohlbefindens. Trotz des Lockdowns melden rund 9 % der Beschäftigten, dass es ihnen psychisch besser geht als im Herbst 2019. Damit bleiben die Ergebnisse in der Gesamtheit stabil. 

Die Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit im Homeoffice hat sich im Gegensatz zu März 2020 erhöht. 44 % der Beschäftigten geben an, dass ihre Leistungsfähigkeit im Vergleich zur Arbeit im Büro gestiegen sei. Allerdings verfestigt sich auch die Wahrnehmung, im Homeoffice mehr als sonst arbeiten zu müssen. Unternehmen, die sich in der jetzigen Situation bemüht hätten, transparenter zu werden und wertschätzender mit den Beschäftigten umzugehen, stärkten deren Wohlbefinden, so die Studie.

Das Wir-Gefühl lässt nach

Grundsätzlich geben Beschäftigte ihren Arbeitgebern gute Noten. Zwei Drittel der Beschäftigten geben an, dass ihr Arbeitgeber sie vorbildlich unterstützt. Doch hinsichtlich des generellen Engagements zur Bewältigung der Pandemie sei der Einsatz gesunken. Lediglich 28 % der Deutschen sind der Meinung, dass sich der eigene Arbeitgeber über das Unternehmen hinaus zur Bewältigung der Pandemie einsetzt (im März waren es noch 48 %). Diese abnehmende Tendenz zeige sich auch bei der Einschätzung des „Wir-Gefühls“, dass noch im März 50 % der Befragten als stärkend erlebt haben. Im November erleben das nur noch 26 % der Beschäftigten so. Das ist ein Ergebnis, dass die Unternehmen ernst nehmen sollten, denn das Wir-Gefühl sei ein bedeutender Faktor für die Bewältigung.

Das Projekt psychische Gesundheit in der Arbeitswelt (psyGA) der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gefördert.

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