Nachfolger noch nicht benannt 30. Okt 2020 Von Claudia Burger

Continental-Chef Degenhart geht

Conti-Vorstandschef Elmar Degenhart legt aus persönlichen Gründen sein Amt als Vorstandsvorsitzender von Continental vorzeitig nieder. Ende November soll Schluss sein. Er nennt gesundheitliche Gründe. Eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger wird gesucht.


Foto: Continental AG

Paukenschlag beim Automobilzulieferer Conti: Mitten in einem großen Konzernumbau verliert der Automobilzulieferer Continental seinen Vorstandschef. Der Vorstandsvorsitzende der Continental AG, Elmar Degenhart (61, Foto), hat gestern Abend nach über elf Jahren Amtszeit den Aufsichtsrat über seine Absicht informiert, sein Mandat „aus Gründen unmittelbar notwendiger, gesundheitlicher Vorsorge zum 30. November 2020 niederzulegen“. Er hat den Aufsichtsrat gebeten, der vorzeitigen Aufhebung seines noch bis zum 11. August 2024 laufenden Mandats und Dienstvertrags zuzustimmen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Reitzle hat angekündigt, im Aufsichtsrat kurzfristig über die Nachfolge zu entscheiden. Einen Namen nannte er nicht.

Degenhart verdeutlichte bei der Bekanntgabe die Gründe für die Wahl des Zeitpunkts seines Rücktritts: „Nach bis zuletzt großer Kraftanstrengung zum Wohle unserer Organisation wurde mir vor kurzem die Bedeutung vor Augen geführt, in meiner persönlichen Lebensplanung unverzüglich die Vorsorge für meine Gesundheit in den Vordergrund zu stellen. Dabei hätte ich sehr gerne an unserem strukturellen Umbau und unserem profitablen Wachstums- und Zukunftsprogramm weitergearbeitet und den künftigen Erfolg daraus erlebt. Dies zumal wir gerade jüngst schwierigste Entscheidungen dafür getroffen und die entscheidenden Weichen gestellt haben. Aber mit Rücksicht auf die mir gesundheitlich angeratene Zurückhaltung, setze ich jetzt andere Prioritäten.“

Dritte Amtszeit des promovierten Ingenieurs

Der promovierte Ingenieur Degenhart ist seit dem 12. August 2009 und in dritter Amtszeit Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. Zu seinem direkten Verantwortungsbereich zählen Unternehmenskommunikation, Unternehmensstrategie, Qualitätsmanagement der Continental Group und das Start-up-Programm co-pace. Wolfgang Reitzle dankte Degenhart im Namen aller Aufsichtsratsmitglieder für seine langjährige, erfolgreiche Arbeit und würdigte dessen „hervorragende Leistung, sein vorbildliches Führungsverhalten sowie seine großen Verdienste um Continentals langjährige Erfolgsbilanz“. Reitzle sagte: „Wir alle bedauern den Entschluss von Herrn Degenhart und seinen Rücktritt sehr. Wir respektieren jedoch seinen Wunsch und haben Verständnis für die dahinterstehenden, persönlichen Gründe. Mit seinem Amtsantritt im August 2009 hat Herr Degenhart zusammen mit seinem Team das Unternehmen aus einer für alle spürbaren, existenzbedrohten Lage heraus zurück in den DAX-30-Index und auf eine industrieweite Spitzenposition geführt. Unter seiner Führung wurde die einst hohe Verschuldung von Continental auf Normalmaß zurückgeführt, ihr Eigenkapital gestärkt und ihre frühere, hohe Kredit- und Anlagewürdigkeit wieder voll erreicht.“

Reitzle fügte hinzu: „Als Führungskraft und Mensch ist Elmar Degenhart ein Vorbild des von ihm geprägten Continental-Führungsgrundsatzes: Werte schaffen Wert. Für seine Erfolgsbilanz gebührt ihm der größtmögliche Dank aller Stakeholder. Mit einer neu formierten Organisationsstruktur und dem Ausbau einer nachhaltigen Wertekultur hat er die entscheidenden Fundamente für das weitere, profitable Wachstum und die Zukunftsfähigkeit von Continental gelegt.“

Die anstehende Nominierung der Nachfolge kommentierte der Aufsichtsratsvorsitzende wie folgt: „Ich werde den Aufsichtsrat zusammenrufen, um kurzfristig über die Nachfolgebesetzung zu entscheiden. Wir konzentrieren uns dabei auf die nahtlose Fortsetzung und Kontinuität in der laufenden Transformation von Continental vom Reifenhersteller und Automobilzulieferer zum zukunftsweisenden Technologie- und Softwareunternehmen für die Mobilität.“

Continental steckt in der Krise

Die Personalie trifft den Konzern in einer Krise, die nicht nur durch Corona verschuldet ist, sondern durch den Strukturwandel in der Automobilindustrie. Erst kürzlich hatte Degenhart harte Einschnitte verkündet. 30.000 der bislang 232.000 Jobs seien von „Veränderungen“ betroffen, davon 13.000 in Deutschland. Dazu gehören neben Verlagerungen und neuen Qualifikationsmustern auch Stellenstreichungen. Laute Kritik von Politik und Arbeitnehmerseite gibt es an der Entscheidung, das Reifenwerk in Aachen zu schließen. Die Sparte sei eigentlich ertragreich, so die Arbeitnehmervertreter, die Fabrik recht modern. Es gebe keinen Grund zum Abwickeln.

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