Keine Angabe über Anzahl des Stellenabbaus beim Automobilkonzern 10. Nov 2020 Von Claudia Burger

Daimler-Chef Källenius: „Industrielle Prioritäten setzen“

Rund 10 % wird der Autokonzern Daimler bis Ende 2022 im Management einsparen. Das hat Daimler-Chef Ola Källenius bei einer Veranstaltung der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung Düsseldorf (WPV) gestern Abend bestätigt. Technologieoffenheit bejaht er, aber es müssten „industrielle Prioritäten gesetzt werden“.


Foto: Daimler AG

Daimler-Chef Ole Källenius erklärte bei der Veranstaltung der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung: „In China liege der Mercedes-Absatz schon wieder über Vorjahr, in Europa und den USA noch darunter.“ Die derzeitige Entwicklung der Corona-Krise verfolge das Management ganz genau, betonte der 51-Jährige. Daimler habe im ersten Halbjahr viel gelernt. Noch seien die Händler und die Zulassungsstellen offen. „Das ist ganz wichtig. Im ersten Lockdown hatte in vielen Märkten und Ländern der Handel komplett zugemacht. Die Zulassungsstellen waren auch zu.“ China sieht Källenius weiterhin als den wichtigesten Wachstumsmarkt.

Schnelle Erholung in China nach dem Lockdown

Die schnelle Erholung bei der Nachfrage nach Premiumautos in China sei auch damit zu erklären, dass Käufer ihr Geld nicht für teuren Urlaub im Ausland ausgeben konnten und sich stattdessen ein neues Auto leisteten. Das Durchschnittsalter eines S-Klasse-Käufers in Asien liegt laut Källenius bei etwa 40 Jahren, in anderen Ländern liege das deutlich höher. Källenius sieht sein Unternehmen den Herausforderungen des neuen Teil-Lockdowns gut gewachsen. Gemeinsam mit dem chinesischen Autobauer BAIC betreibt Daimler in China sein größtes Montagewerk mit mehr als einer halben Millionen Autos Jahresproduktion. „Die Partnerschaft entwickeln wir weiter ohne Wenn und Aber. Wir glauben auch, dass in den nächsten zehn Jahren – absolut gesehen – das größte Wachstumspotenzial in China ist.“ Daimler und BAIC bauen in ihrem Gemeinschaftsunternehmen BBAC seit 2005 Mercedes-Modelle für den chinesischen Markt.

Bis Ende 2024 soll ein eigenes Betriebssystem auf den Markt kommen

Källenius bekräftigte seine Strategie, nach der der Autobauer zum führenden Automobilbauer für Elektrofahrzeuge werden und bis 2030 mindestens die Hälfte aller Pkw der Marke mit E-Antrieb verkaufen will. Und: Källenius setzt auf das Luxussegment. Kommendes Jahr werde die neue Luxuslimousine EQS auf den Markt kommen, sozusagen ein elektrisches Pendant zur S-Klasse. Und bis Ende 2024 will der Stuttgarter Autobauer ein eigenes Betriebssystem namens MB.OS für die Mercedes-Flotte programmieren. „Dieses System ist das Gehirn und zentrale Nervensystem des Autos“, erklärt Källenius. Die eigene Softwareplattform solle künftig die zentrale Instanz für Motor, Klima oder Infotainment sein. Hierfür würden viele Softwareingenieure gesucht und eingestellt. Als zentralen Punkt nannte Källenius den schnellen Aufbau einer weltweiten Ladeinfrastruktur. Nach den Robo-Taxis gefragt, räumte Källenius ein, dass diese „irgendwann kommen werden“ und bestätigte damit, dass dies nicht die oberste Priorität hat. Mehr Stellenwert und den Titel „Business Case“ räumte er im Gespräch dem „Hub-to-Hub“-Konzept ein, dem autonomen Fahren von Lkw in den USA. Zum Thema Technologieoffenheit erklärte Källenius, dass er unbedingt für Technologieoffenheit sei. „Es ist weiterhin ein kommerzieller Wettbewerb.“ Ingenieure seien gefordert, kosteneffiziente Lösungen zu finden. Er schränkte aber ein, dass hier „industrielle Prioritäten“ gesetzt werden müssten.

Neue Arbeitsformen auch bei Daimler

Der Daimler-Chef bekräftigte, dass er die Kosten weiter senken wolle. Das Personal sei dabei ein Faktor von mehreren. Zahlen für einen Jobabbau wolle er nicht nennen. Richtig sei aber, dass Daimler auch im Management kürzen wolle. „Wir schauen uns die Managementstrukturen an. Wir haben als Ziel, bis Ende 2022 mindestens 10 % schlanker zu werden.“ Neue Arbeitsformen wie agiles Arbeiten, das in der Entwicklung und in anderen Bereichen eingeführt worden sei, würden auch neue Managementstrukturen erfordern. Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie hatte Daimler-Chef Ola Källenius sein ohnehin geplantes Sparprogramm von 1,4 Mrd. € nochmals verschärft. Wichtig sei es, flexibel arbeiten zu können.

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