DIW Managerinnenbarometer 2018 10. Jan 2018 Claudia Burger

Geschlechterquote für Aufsichtsräte greift

In den Kontrollgremien der gut 100 Unternehmen in Deutschland, die seit 2016 an die Quote gebunden sind, ist der Frauenanteil bis Ende des Jahres 2017 auf durchschnittlich gut 30% gestiegen. Das sind fast drei Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. Das zeigt das Managerinnenbarometer 2018 des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).


Foto: panthermedia.net/pressmaster

Erstmals belegt das Barometer laut DIW auch, dass zahlreiche Unternehmen den Frauenanteil in ihrem Aufsichtsrat auch über das vorgegebene Minimum hinaus erhöhen. Von einer Signalwirkung für Vorstände und Geschäftsführungen, für die es in Deutschland bislang keine Quotenregelung gibt, könne jedoch keine Rede sein: Dort herrsche mit Blick auf die Repräsentation von Frauen beinahe Stillstand. Im Durchschnitt der umsatzstärksten 200 Unternehmen verblieb der Frauenanteil bei etwas mehr als 8%. Lediglich bei den 30 größten börsennotierten Unternehmen (DAX-30) und bei den Unternehmen mit Bundesbeteiligung erhöhte er sich jeweils um rund zwei Prozentpunkte auf 13% beziehungsweise fast 18 %. In anderen Gruppen wie bei den Versicherungen ging der Anteil der Vorständinnen zurück.

Besonderen Aufholbedarf gibt es nach wie vor bei Banken und Versicherungen, in denen insgesamt mehr als die Hälfte der Beschäftigten Frauen sind: Während ihr Anteil in Vorständen und Aufsichtsräten der 100 größten Banken in Deutschland im vergangenen Jahr jeweils noch leicht auf knapp 9% beziehungsweise fast 23% gestiegen ist, ging er bei den 60 größten Versicherungen auf gut 9% beziehungsweise knapp 22% zurück. Da im Finanzsektor die meisten Unternehmen den Frauenanteil im Aufsichtsrat nicht weiter erhöhen, sobald sie die 30-Prozent-Marke erreicht haben, erscheint sogar eine lineare Fortschreibung der Entwicklung der vergangenen Jahre noch zu optimistisch. Doch selbst dann würde es  laut DIW rein  rechnerisch noch 40 Jahre bei Banken und 28 Jahre bei Versicherungen dauern, bis in den Kontrollgremien beide Geschlechter gleich stark vertreten wären. In den Vorständen würden bis dahin etwa 70 Jahre vergehen.

Eine Gruppe Mainzer Wirtschaftswissenschaftler von der Johannes-Gutenberg-Universität bezweifelt hingegen den Erfolg der Geschlechterquote im Aufsichtsrat. Sie hat untersucht, welchen Effekt die Quote auf den Frauenanteil im Aufsichtsrat hat und wie die neuberufenen Frauen in den Ausschüssen der Aufsichtsräte integriert werden. Fazit: Als das Gesetz im März 2015 beschlossen wurde, betrug der durchschnittliche Frauenanteil bereits 23%. Dies lässt nach Ansicht der Forscher den Rückschluss zu, dass der öffentliche Druck für mehr Frauen in Führungspositionen viele Unternehmen unter Zugzwang gestellt hat. Zudem sei festzuhalten, dass sowohl Anteilseigner- als auch Arbeitnehmervertreter Frauen deutlich seltener in Ausschüsse des Aufsichtsrats berufen. Über den gesamten Betrachtungszeitraum 2009 bis 2016 sei  auf der Anteilseignerseite die Wahrscheinlichkeit, an zumindest einem Ausschuss mitzuwirken, für Frauen im Durchschnitt um 13% geringer als für Männer. „Da Studien aus dem In- und Ausland belegen, dass Frauen in Aufsichtsräten nicht schlechter qualifiziert sind als Männer, kann in diesem Zusammenhang durchaus geschlossen werden, dass eine neue gläserne Decke innerhalb der Gremien entsteht“, so Viktor Bozhinov von der Johannes-Gutenberg-Universität.

Um nachhaltig mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen, sollten die Unternehmen im eigenen Interesse zügig einen Pool geeigneter Kandidatinnen auf- und ausbauen, so  Elke Holst, Studienautorin des DIW-Managerinnenbarometers und Forschungsdirektorin Gender Studies im Vorstandsbereich des DIW Berlin. Im Interview mit den VDI nachrichten, das am Freitag erscheint, bezeichnet sie schärfere Regeln unterhalb des Vorstands als „sinnvoll“.

 

 

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