Umfrage 11. Mai 2020 Von André Weikard

Corona-Folgen für Ingenieurbüros

Eine Onlineumfrage gibt erste Hinweise, wie stark selbstständige Ingenieurbüros von der Corona-Pandemie betroffen sind. 75 % der Umfrageteilnehmer berichten von negativen Auswirkungen, knapp die Hälfte davon beklagt zurückgestellte oder abgesagte Aufträge.


Foto: panthermedia.net/Phovoi R.

Die Kurzbefragung, die von der Bundesingenieurkammer (BIngK) in Zusammenarbeit mit der Bundesarchitektenkammer (BAK) vom 6. bis zum 14. April durchgeführt wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass vor allem größere Büros mit zehn oder mehr Mitarbeitern stark von der Krise betroffen sind. 86 % der Unternehmen dieser Größenordnung gaben an, leichte (65 %) oder sogar deutliche (14 %) negative Auswirkungen als Folge der Corona-Pandemie zu spüren.

Die meistgenannten Folgen sind abgesagte oder zurückgestellte Aufträge (46 %), Verzögerungen im Genehmigungsprozess durch eine unterbesetzte öffentliche Verwaltung (33 %) sowie Verzögerungen auf der Baustelle durch Lieferverzögerungen (25 %), Personalengpässe der ausführenden Unternehmen (25 %) oder die Umsetzung von Hygienevorschriften auf der Baustelle (20 %).

41 % rechnen mit Liquiditätsengpässen

51 % der befragten Büroinhaber stellen zum Zeitpunkt der Befragung negative wirtschaftliche Folgen für das eigene Büro fest oder können diese absehen. 41 % der Büroinhaber stellen sich auf Liquiditätsengpässe ein: 11 % der Büroinhaber haben zum Befragungszeitpunkt bereits Liquiditätsprobleme oder erwarten sie noch in der ersten Jahreshälfte. 30 % rechnen im zweiten Halbjahr 2020 mit Zahlungsengpässen. In gut einem Fünftel der Büros sind die Mitarbeiter nicht mehr ausgelastet oder werden es in Kürze nicht mehr sein.

Ein großer Teil der Unternehmen hat zum Umfragezeitpunkt bereits Maßnahmen ergriffen, um auf die Lage zu reagieren. 21 % der Befragten haben Zuschüsse von Bund und/oder Land beantragt oder bereiten deren Beantragung derzeit vor. 18 % haben Gespräche mit Auftraggebern geführt, um die zügige Begleichung von Rechnungen sicherzustellen.

Während sich kleinere Büros (insbesondere Büros mit zwei bis fünf Personen) häufiger um Zuschüsse bemühen, kümmern größere Büros sich häufiger um eine schnelle Rechnungsbegleichung, melden häufiger Kurzarbeit an oder beantragen Kredite.

Homeoffice weit verbreitet

Zwei Drittel der Büroinhaber haben ihre Mitarbeiter zumindest teilweise ins Homeoffice geschickt. Rund sieben von zehn Befragten halten die bestehende Dateninfrastruktur für ein reibungsloses Arbeiten aus dem Home­office heraus auch für ausreichend, insbesondere mit Blick auf die Arbeit an Plänen und BIM-Modellen.

 

Weitere Ergebnisse der Kurzbefragung finden Sie auf der Online-Präsenz der Ingenieurkammer Baden-Württemberg

 

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