Start-ups innovativ in der Kreislaufwirtschaft 08. Mai 2020 Von Claudia Burger

Ideengeber für etablierte Unternehmen

Start-ups gelten als Innovationstreiber und sind auch im Bereich der Kreislaufwirtschaft wegweisend. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung von UnternehmerTUM Business Creators (UBC), dem Beratungszweig des Innovations- und Gründerzentrums UnternehmerTUM.


Foto: panthermedia.net/Tomasz Mikielewicz

Für die Studie wurde ein Cluster mit über 50 Start-ups erstellt, die Kreislaufprinzipien umsetzen und etablierte Unternehmen bei der Implementierung eines Kreislaufmodells inspirieren können. Dazu zählen Plattformen wie BlaBlaCar, Kleiderkreisel oder Tier Mobility. Das Cluster soll dazu dienen, Unternehmen die breiten Möglichkeiten für innovative und profitable Geschäftsmodelle innerhalb der Kreislaufwirtschaft aufzuzeigen. „Gerade in Zeiten von Covid-19 drehen sich viele Diskussionen um die Klimakrise und den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen“, heißt es vonseiten UnternehmerTUM Business Creators. Von zentraler Bedeutung sei dabei die Frage, wie Unternehmen durch nachhaltiges Wirtschaften dazu beitragen können, den Herausforderungen, die mit dem Klimawandel einhergehen, zu begegnen. „Etablierte Unternehmen sollen durch die Analyse von den wirtschaftlich tragbaren Vorzügen regenerativer Modelle für ihren eigenen Wirtschaftskreislauf überzeugt und inspiriert werden“, sagt Christian Mohr, Managing Partner von UnternehmerTUM Business Creators. Für das Cluster wurden die Start-ups in vier Bereiche kategorisiert. Diese vier „Stufen“ orientieren sich entlang der klassischen Wertschöpfungskette. Laut Beratungsunternehmen setzten Start-ups vermehrt an der ersten Stufe der Wertschöpfungskette an und würden bei ihrem Geschäftsmodell auf den Einsatz und die Verarbeitung nachhaltiger Rohstoffe bauen. Hierzu zählen laut UnternehmerTUM Business Creators junge Unternehmen wie Wisefood, ein Start-up, das Trinkhalme aus Abfallprodukten der Apfelsaftproduktion herstellt. Start-ups dieser Kategorie fokussieren in der Regel die Bereiche Forschung und Entwicklung und sind häufig Ausgründungen von Universitäten. Dafür sei Spinnova ein Beispiel. Das Start-up wurde an einem technischen Forschungszentrum in Finnland gegründet und entwickelte ein Verfahren, das Zellstoff in Textilfasern umwandelt, ohne dabei schädliche Chemikalien zu verwenden. In diese Kategorie fallen auch Geschäftsideen, die die Steigerung der Ressourceneffizienz bei der Herstellung von Produkten zum Ziel haben. Wasp etwa baut mittels 3-D-Druck Häuser aus nachhaltigen Materialien aus der Umgebung, ohne dabei Abfälle zu produzieren.

Produktnutzung optimieren

Start-ups der Stufe „Produktnutzung optimieren“ haben laut Untersuchung das Ziel, die Nutzung und Auslastung von Produkten über ihre Lebensdauer hinweg zu maximieren. Bei dieser Strategie werde oft der Übergang hin zu servicebasierten Geschäftsmodellen verfolgt. „Prod­uct-as-a-Service“-Modelle sehen vor, dass ein Nutzer Produkte mietet, anstatt sie zu kaufen, während der Anbieter ein Wertversprechen über die Mietzeit hinweg verkauft. Beispiele hierfür gebe es unter anderem für Kleidung (Fjong), Unterhaltungselektronik (Grover) oder auch für Alltagsprodukte (Library of Things). Start-ups, die etablierte Unternehmen bei der Implementierung eines „Product-as-a-Service“-Modells unterstützen, sind beispielsweise Remberg für Hersteller, Dienstleister und Betreiber von Industriemaschinen, oder Lizee für den Einzelhandel. Geschäftsmodelle zur Minimierung von Leerlaufzeiten bieten Besitzern eines Produktes die Möglichkeit, diese mit anderen zu teilen. Start-ups, die diesen Ansatz verfolgen sind laut Beratungsunternehmen beispielsweise Getaway (Autos), RideBee (Fahrten) oder Rnters (Alltagsgegenstände).

Die dritte Stufe des Clusters beinhaltet Start-ups mit Geschäftsmodellen, die darauf abzielen, Produkte länger nutzbar zu machen. Merkmal: Gründer haben kreative Wege gefunden, um Einwegprodukte durch wiederverwendbare Alternativen zu ersetzen und so ihre Lebensdauer zu verlängern („Precycling“). Beispiele sind laut Studie LivingPackets, die eine wiederverwendbare Lieferbox anbieten, oder Recup, das Pfandsystem für Kaffee-to-go-Becher. Plattformen, über die Produkte wieder in den Kreislauf eingespeist werden können, zählen ebenfalls zu dieser Kategorie. Aussortierte Kleidung könne etwa über Kleiderkreisel verkauft werden, Too Good To Go ermögliche es Geschäften und Restaurants, übrige Lebensmittel anzubieten. Start-ups wie Refurbed, so die Untersuchung, nehmen gebrauchte Produkte zurück, um sie nach einer Generalüberholung wieder zu verkaufen.

Die vierte Stufe

Die vierte und letzte Stufe des Clusters entlang der Wertschöpfungskette inkludiert laut Untersuchung Start-ups, deren Geschäftsmodell auf dem Prinzip des Recyclings basiert. Um Abfall wiederzuverwenden, muss dieser im ersten Schritt gesammelt werden. Dies kann am Ende der Lebensdauer eines Produkts oder bereits bei der Produktion geschehen. „Vielversprechende Lösungen hierfür sind intelligente Abfallbehälter (Enevo) oder das Analysieren und Sortieren von Abfall (Zenrobotics). Andere Start-ups versuchen, Prozesse zu entwickeln, mit denen bereits entsorgte Materialien erneut verwendet werden können“, heißt es in der Untersuchung. Ein weiteres genanntes Beispiel: Mit Worn Again Technologies können nicht wiederverwendbare Textilien, PET-Flaschen und Verpackungen zu neuen Kleidungsstücken verarbeitet werden. Am Ende dieser Stufe beginnt der Zyklus dann wieder von vorn – durch die Verarbeitung von Abfällen zu neuen Produkten werde der Kreis wieder geschlossen.

Die Untersuchung von UnternehmerTUM Business Cre­ators dient nach eigenen Angaben in erster Linie zur „Inspiration und Veranschaulichung regenerativer Geschäftsmodelle“. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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