NRW startet um 12 Uhr Soforthilfe-Seite 27. Mrz 2020 Von dpa/Claudia Burger

Ifo-Beschäftigungsbarometer fällt um 4,6 Punkte

Die Coronakrise setzt der Wirtschaft zu und schlägt laut Ifo auch massiv auf dem Arbeitsmarkt durch. Die Soforthilfe für Soloselbstständige und Kleinstunternehmen nimmt derweil Gestalt an. In NRW geht ab 12 Uhr die Antragsseite im Netz online.


Foto: panthermedia.net/ Andriy Popov

Die Auswirkungen der Coronakrise schlagen laut einer Umfrage des Ifo Instituts nun auch auf die Personalplanung durch. Das zugehörige Beschäftigungsbarometer ist im März um 4,6 auf 93,4 Punkte gefallen, teilte das Ifo Institut am Freitag in München mit. Dies sei der größte Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2002 und der niedrigste Wert seit Januar 2010. Neueinstellungen würden gestoppt, hieß es weiter. Besonders betroffen sind laut den Umfrageergebnissen der Handel, die Dienstleister und die Baubranche. Im Handel erwarten die Experten daher verstärkt Entlassungen. Vergleichsweise wenig Einfluss habe die aktuelle Entwicklung bisher auf die Beschäftigung in der Industrie. Da hier jedoch bereits vor der Viruskrise ein Personalabbau vorgesehen war, werde sich dieser auch unabhängig von der Ausbreitung des Coronavirus weiter fortsetzen.

NRW-Soforthilfe 2020

In Niedersachsen ist die zunächst von Serverproblemen ausgebremste Onlinebeantragung der Corona-Hilfen für Unternehmen angelaufen. Zumindest eingeschränkt war das Kundenportal der landeseigenen Förderbank am Freitagmorgen verfügbar. „Um die Funktionsfähigkeit des Portals zu gewährleisten, haben wir den Zugang auf eine Anzahl an maximalen Nutzern eingeschränkt“, teilte die NBank mit. Eigentlich hatte das Beantragen bereits am Mittwoch unmittelbar nach der Freigabe des 4,4 Mrd. € schweren Hilfspakets durch den Landtag beginnen sollen. Danach aber kam es zu 220 000 Aufrufen der Homepage der NBank, was die Technik zum Zusammenbruch brachte. Das Zuschussprogramm „Liquiditätssicherung für kleine Unternehmen“ des Landes richtet sich an Firmen und Selbstständige mit bis zu 49 Beschäftigten, die sich aufgrund der Coronakrise in einer existenziellen Notlage befinden. Die Zuschüsse sind gestaffelt: Bis fünf Beschäftigte gibt es 3000 €, bis zehn Beschäftigte 5000 €, bis 30 Beschäftigte 10 000 €,und bis 49 Beschäftigte 20 000 € . Für dieses Programm sind vorläufig 100 Mio. € vorgesehen. Eine Hausbank ist dafür nicht notwendig.

In NRW startet das Programm heute um 12 Uhr. NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart erklärt: „Damit die Mittel schnell ankommen, haben wir das rein digitale Antragsverfahren einfach und unbürokratisch gestaltet. Die Landesregierung stockt den vom Bund vorgegebenen Rahmen auf und unterstützt über die NRW-Soforthilfe 2020 Unternehmen mit zehn bis 50 Beschäftigten mit 25 000 €. Die Anträge werden auch am Wochenende von den Mitarbeitern der Bezirksregierung bearbeitet.

Diskussion über Lockerungen

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat in der Debatte um mögliche Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen Besonnenheit angemahnt. Diese Diskussion komme „zu früh“. „Wir können gar nicht über Lockerungen reden, wenn wir nicht einen wesentlichen Rückgang bei den Infektionsfällen feststellen.“ Klar sei aber, dass man das gesellschaftliche Leben nicht auf Dauer „tiefkühlen“ könne. Nach den Osterferien würden Bund und Länder über die aktuell geltenden Maßnahmen beraten, sagte Weil. Selbst wenn dann erste Lockerungen beschlossen würden, dürfe man sich nicht vorstellen, dass Corona dann „besiegt“ wäre. Man sei gerade immer noch dabei, das Gesundheitswesen auf die noch bevorstehenden, „riesengroßen Herausforderungen“ einzustellen. Zudem werde es allenfalls stufenweise Lockerungen der aktuellen Lebenseinschränkungen geben, betonte Weil.

VW-Konzernchef Herbert Diess: „Wir müssen die Zeit nutzen“.

Unterdessen hat VW-Chef Herbert Diess gewarnt: „Wir gehen aus einer starken Position in diese Krise“, sagte er. „Aber unsere Verkäufe weltweit stehen. Wir machen keinen Absatz, wir machen keinen Umsatz außerhalb Chinas.“ Derzeit werde der Hersteller in sämtlichen anderen Märkten „praktisch keine“ Autos mehr los, weil die Nachfrage am Boden liege. Infolgedessen nehmen die Liquidität stark ab – Diess sprach von bis zu 2 Mrd. € pro Woche. „Wir reduzieren unsere Ausgaben. Wir verschieben Projekte, die nicht erfolgskritisch sind“, sagte der Manager.

Ob alle der derzeit rund 80 000 in Deutschland kurzarbeitenden Beschäftigten nach den laufenden Werksschließungen wieder voll arbeiten könnten, könne er nicht garantieren: „Es wird davon abhängen: Wie schnell können wir diese Krise beherrschen?“ Im Fall einer längeren wirtschaftlichen Talfahrt werde diese „sicher negative Einflüsse auf unser Geschäft haben“. Diess erwartet, dass es dem Konzern und den Mitarbeitern aber gelingen wird, die Probleme abzufedern. Dafür gelte es, die Zeit der Produktionsunterbrechungen zu nutzen: „Wir müssen uns auf den Wiederanlauf vorbereiten.“ Nötig seien etwa neue Hygienemaßnahmen und größere Abstände an den Bändern. „Ich bin froh, dass wir nun mindestens drei Wochen Zeit haben, uns neu zu organisieren. Ich bin zuversichtlich, dass wir es schaffen, so umzubauen, dass sich keiner anstecken wird.“ VW hatte den Fertigungsstopp in Deutschland wegen der Coronakrise kurz zuvor um vier weitere Tage bis zum 9. April verlängert. Seit einer Woche stehen die Bänder bereits still. Insgesamt sind etwa 2 Mio. Menschen in Deutschland zurzeit in Kurzarbeit.

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