Studie: Diskriminierung bei Aufstieg und Gehalt in der Branche 13. Aug 2020 Von Claudia Burger

IT-Expertinnen verdienen weniger

Weniger Geld und schlechtere Karrierechancen: 66 % der IT-Expertinnen in Deutschland erleben Benachteiligungen im Berufsleben aufgrund ihres Geschlechts. Das hat die Studie „So arbeitet Deutschland“ der Personalberatung SThree ergeben.


Foto: panthermedia.net / dolgachov

Die vermeintlich so fortschrittliche IT-Branche klammert sich an ein altes Instrument: Rund 66 % der IT-Expertinnen in Deutschland erleben Benachteiligungen im Berufsleben aufgrund ihres Geschlechts. Da sie die Diskriminierung primär beim Gehalt zu spüren bekommen (52 %), fordert knapp die Hälfte der befragten IT-Expertinnen (49 % ) mehr Gehaltstransparenz. Dies zeigen die Ergebnisse der Studie „So arbeitet Deutschland“ der Personalberatung SThree. Hierfür wurden in Zusammenarbeit mit Marktforschungsunternehmen Kantar insgesamt 1990 Angestellte und Freelancer aus Deutschland befragt. Im Rahmen der Sonderedition „Fokus Informationstechnologie“ werden die Ergebnisse von 662 Befragten (davon 261 Freelancer) aus dem IT-Sektor beleuchtet. Die Studie geht der Frage nach: Wie arbeiten die IT-Experten und IT-Expertinnen in Deutschland heute – und was wünschen sie sich für morgen?

Gleichberechtigung ist Chefsache

Männer und Frauen sollten im Job gleichbehandelt werden – davon sind 90 % der befragten IT-Experten und IT-Expertinnen überzeugt. Ein wünschenswerter Anspruch, dem die Realität jedoch laut Studie nicht standhält. Frauen werden demnach beim Gehalt und bei Beförderungen (31 %) benachteiligt. „Unsere aktuelle Studie zeigt, das Bewusstsein für Gleichberechtigung ist da – doch in den Köpfen und im IT-Joballtag leider noch nicht immer angekommen. Immerhin glaubt die Hälfte der Befragten aus der IT-Branche, dass Frauen nur eingestellt werden, um eine Quote zu erfüllen. Ein erschreckendes Ergebnis und eine klare Aufforderung ans Management: Gleichberechtigung im Job ist Chefsache und muss von Führungskräften aktiv vorgelebt werden“, so Timo Lehne, Geschäftsführer von SThree. Dieser Aussage stimmen 71 % der Befragten zu und fordern, dass Impulse für mehr Gleichberechtigung im Job von der Führungsebene kommen müssen.

Pandemie hat Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

Der IT-Fachkräftemangel hat sich in den letzten Jahren drastisch verschärft. „Derzeit wandeln sich allerdings durch die Coronakrise die Verhältnisse von einem bis dahin stark bewerberzentrierten Markt zugunsten der Arbeit- und Auftraggeber, die aktuell eine größere Auswahl an hoch qualifizierten IT-Mitarbeitern und IT-Freelancern als vor der Pandemie haben. Fraglich ist hingegen, ob dieses Verhältnis langfristig aufrechterhalten werden kann, da schon sehr lange ein immenser Teil an IT-Experten fehlte“, erläutert Timo Lehne. Und fehlende Experten bedeuten massive Folgen: fehlendes Wissen (43 %), schlechtes Betriebsklima (39 %) und verminderte Arbeitsqualität (35 %). „Doch ebenso scheint klar, dass eine Lösung gegen den Fachkräftemangel nicht nur innerhalb der deutschen IT-Branche gesucht werden darf. Die Studienergebnisse machen deutlich, dass sowohl die Integration von Quereinsteigern (45 %) als auch von Fachkräften aus dem Ausland (37 %) als Chance für die Branche gesehen wird“, sagt Jakob Kobabe, Senior Manager bei Computer Futures, einem Geschäftszweig von SThree. Für die schnelllebige, innovationsgetriebene und globale IT-Branche brauche es interdisziplinäres Wissen und verschiedene Herangehensweisen. Obwohl Technologien wie künstliche Intelligenz und Internet of Things (IoT) als zukunftsträchtig eingeschätzt werden, haben laut Erhebung erst 20 % der Befragten an der (Weiter-)Entwicklung der KI-Technologie und nur 17 % an der IoT-Technologie gearbeitet.

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