KARRIERETELEFON 08. Jul 2019, 15:49 Uhr Claudia Burger

Langjährige Betriebszugehörigkeit ist für Fachkarriere kein Makel

Was tun, wenn man keine Entwicklungsmöglichkeiten bei seinem Arbeitgeber sieht? Solche und andere Fragen beantworteten unsere Karriereexperten bei der monatlichen Telefonaktion.

Rebecca Jakobs von Helbako und Rolf Klausmann von Kempers Partner gaben wertvolle Tipps.
Foto: U. Zillmann

Das Problem: Ein Dipl.-Ing. Maschinenbau ist seit mehr als zehn Jahren als Technischer Leiter in einem amerikanischen Konzern beschäftigt. Dem Konzern geht es wirtschaftlich nicht gut und er sucht eine neue Herausforderung. Sein früherer Arbeitgeber hat ihm eine interessante Position mit mehr Verantwortung angeboten. Seine Sorge ist, dass es sich negativ auf seinen Lebenslauf auswirkt, wenn er wieder zu seinem alten Arbeitgeber zurückkehren würde.

Der Rat: Ganz im Gegenteil: Er wechselt schließlich in eine höhere Position. Zudem wird deutlich, dass er bei seinem früheren Arbeitgeber einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat, sodass dieser ihn wieder angesprochen hat und ihm die höhere Position zutraut.

Das Problem: Ein Entwicklungsingenieur ist seit 3,5 Jahren für ein Unternehmen tätig. Nebenberuflich macht er einen MBA, welchen er voraussichtlich im nächsten Jahr abschließt. Bei seinem aktuellen Arbeitgeber sieht er jedoch keine Entwicklungsmöglichkeiten. Soll er noch warten oder sich jetzt schon bewerben?

Der Rat: Durchhalten! In seiner aktuellen Situation kann er Job und Studium gut kombinieren. Inwiefern sich der neue Job mit dem Studium vereinbaren lässt, ist schwer vorherzusagen. Zudem ist er in einem Jahr mit einem abgeschlossenem Studium und 4,5 Jahren Berufserfahrung in einer ganz anderen Verhandlungsposition.

Das Problem: Ein promovierter Maschinenbauingenieur möchte in einem industriell strukturschwachen Umfeld nach wenigen Jahren in derselben Firma möglichst schnell die Karriereleiter weiter erklimmen und erwägt deshalb einen Arbeitgeberwechsel. Dabei ist er jedoch familiär bedingt nicht mobil.

Der Rat: Statt die Energie auf die Suche nach alternativen Arbeitgebern – die in der Region nur schwerlich zu finden sind – zu richten, ist die Konzentration auf die internen Möglichkeiten und der Ausbau seines Netzwerkes bei seinem jetzigen Arbeitgeber zielführender. Die Kirschen in Nachbars Garten sind nicht immer süßer.

Das Problem: Ein Maschinenbauer, der im Bereich Industrial Engineering in den letzten Jahren viele Aufgaben erfolgreich gemeistert und dabei eine Vielzahl von Aufgabenbereichen kennengelernt hat, ist aufgrund einer Reorganisation und des Outsourcings entlassen worden. Jetzt möchte er bei der Suche nach einer neuen Aufgabe die Branche wechseln und möglichst im Bereich Automobil tätig sein.

Der Rat: Automobilbauer sind begehrte Arbeitgeber, die Chancen sind nicht groß. Wesentlich zielführender ist es zu analysieren, welche Erfahrungen er erworben hat und durch welches Umfeld er in den ersten Berufsjahren geprägt wurde. Im nächsten Schritt sind mögliche neue Arbeitgeber zu selektieren, die ähnliche Strukturen aufweisen und sein Kompetenzprofil benötigen.

Damit ist der Erfolg bei Bewerbungen um ein Vielfaches erhöht, zumal sein neuer Arbeitgeber sicher sein kann, dass er sich schnell integriert und auch seine Kompetenzen zielführend einbringen kann.

Das Problem: Ein Vertriebsingenieur, der lange Jahre für seinen jetzigen Arbeitgeber Exportmärkte und Vertriebspartner aufbaute, ist mit dem Generationenwechsel in der Geschäftsleitung konfrontiert. Sein direkter Chef wurde bereits entlassen, er selbst fühlt sich bei den neuen Rahmen nicht mehr wohl

Der Rat: Das Vertrauen scheint gestört, der neue geschäftsführende Gesellschafter möchte neue Wege gehen und das mit einer neuen Mannschaft. In einem solchen Fall gilt es, Ruhe zu bewahren – schnelle Arbeitgeberwechsel führen selten zu einer langfristigen Zufriedenheit. Das erste Ziel ist es, den jetzigen Arbeitsplatz zu sichern und aus der Situation einer Beschäftigung eine neue Aufgabe zu suchen. Wichtig ist es dabei zum einen, die Wunsch-Kriterien für den neuen Arbeitsplatz schriftlich zu fixieren, damit Job-Angebote möglichst objektiv bewertet werden können.

Das Problem: Ein Dipl.-Ing. Elektrotechnik ist lange für ein Unternehmen in der Embedded Softwareentwicklung tätig. Jetzt möchte er sich beruflich verändern und fürchtet, dass sich seine lange Betriebszugehörigkeit zu seinem Nachteil auswirken könnte.

Der Rat: Er soll die lange Betriebszugehörigkeit in einem Interview als Vorteil verkaufen. Viele Unternehmen suchen Spezialisten wie ihn und wissen, dass dieser Mitarbeiter nicht nach zwei oder drei Jahren wieder weg sein wird.

Sofern er keinen Wunsch nach einer Führungsposition hegt und weiterhin die Spezialistenlaufbahn einschlagen möchte, ist das für ihn der richtige Weg.

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