Büro-Angestellte haben's besser 02. Jul 2024 Von Wolfgang Schmitz Lesezeit: ca. 2 Minuten

Digitalisierung verschlechtert Gesundheit von Arbeitern

Beschäftigten in der Produktion setzt die Digitalisierung mehr zu als denen im Büro. Warum ist das so?

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Durch gezielte Hilfe kann Mitarbeitenden viel Stress genommen werden, der durch die Digitalsierung entsteht.
Foto: PantherMedia / Marko Volkmar

Neue digitale Technologien am Arbeitsplatz wirken sich unterschiedlich auf die Gesundheit von Beschäftigtengruppen aus. Bei Beschäftigten, die hauptsächlich manuellen Tätigkeiten nachgehen („Arbeiter“), verschlechtert sich der Gesundheitszustand und Krankentage nehmen zu, während sich bei Beschäftigten, die wissensintensive (Büro-)Tätigkeiten ausüben („Angestellte“), geringere Auswirkungen zeigen. Das zeigt eine Studie vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim sowie der Universitäten Konstanz und Edinburgh.

Der Einsatz neuer digitaler Technologien, wie des Internets der Dinge, der künstlichen Intelligenz oder von Big Data, führt in allen Berufen zu mehr Arbeitskomplexität, Zeit- und Leistungsdruck. „Arbeiterinnen und Arbeiter wiesen aber schon vor der Einführung neuer Technologien einen schlechteren Gesundheitszustand als Angestellte auf. Diese Unterschiede vergrößerten sich durch die Digitalisierung“, erklärt Oliver Schlenker, Co-Autor der Studie und Wissenschaftler am ZEW-Forschungsbereich „Arbeitsmärkte und Sozialversicherungen“.

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Durch Technik verursachten Stress durch gezielte Hilfsmaßnahmen abbauen

Er ergänzt: „Diese Ergebnisse bestätigen eine etablierte Theorie aus der Organisationspsychologie, nach der vor allem diejenigen Beschäftigten Stress durch technologischen Wandel und eine gesteigerte Komplexität der Tätigkeiten erfahren, die bisher wenig Berührungspunkte damit hatten. Und das trifft vor allem auf Beschäftigte in manuellen Tätigkeiten zu.“

Indem man die Arbeitnehmenden gezielt unterstützt, kann man dem durch Technik verursachten Stress aber auch entgegenwirken, wie Oliver Schlenker betont: „Wir haben erste Hinweise darauf, dass gezielte Schulungen sowie die Unterstützung durch Vorgesetzte helfen, diesen ‚Technostress‘ zu verringern. Führungskräfte haben demnach die direkte Möglichkeit, durch gezielte Hilfe den Krankenstand zu verringern und die Gesundheit ihrer Beschäftigten zu verbessern.“

Digitalisierung verschärft Ungleichheiten unter Beschäftigten

Werden keine Maßnahmen ergriffen, fördert die Digitalisierung bestehende Ungleichheiten, wie Schlenkers Kollegin Melanie Arntz, stellvertretende Leiterin des Forschungsbereichs und Co-Autorin, erläutert: „Arbeiterinnen und Arbeiter weisen im Schnitt ein niedrigeres Bildungsniveau als Büroangestellte auf und verdienen weniger. Mit der Digitalisierung verstärkt sich zusätzlich die gesundheitliche Ungleichheit.“ Da künstliche Intelligenz der neuen Generationen, wie ChatGPT, immer stärker und häufiger eingesetzt werde, sei es umso wichtiger, „dass sich gesundheitliche Ungleichheiten zwischen beiden Beschäftigtengruppen nicht verstärken oder verfestigen, sondern frühzeitig gegengesteuert wird, schließlich beeinflusst eine schlechtere Gesundheit langfristig die Produktivität und damit auch das Einkommen“.

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