Wissenschaftliche Gehaltsstudie 10. Dez 2020 Von Wolfgang Schmitz

Meister lohnt sich – Master auch

Nach der Lehre den Meister anschließen oder doch lieber ein Studium? Diese Entscheidung beeinflusst das Einkommen über einen langen Zeitraum hinweg. Das zeigt eine Studie von Wirtschaftswissenschaftlern der Uni Würzburg.


Foto: panthermedia.net/daisy-daisy

122 000 €. So viel Geld haben Männer, die im Anschluss an eine Lehre die Ausbildung zum Meister oder Techniker absolviert haben, zwölf Jahre nach Beendigung ihrer Ausbildung im Durchschnitt mehr verdient als ihre Kollegen aus der Lehrzeit, die danach zum Studium an eine Hochschule oder Universität gewechselt sind. Oder anders formuliert: Meister bekamen in diesen zwölf Jahren gute vier Jahreseinstiegsgehälter, die vergleichbare Akademiker nach ihrem Studium erzielen können, mehr auf ihr Gehaltskonto eingezahlt.

Das ist das Ergebnis einer Studie des Lehrstuhls für BWL, Personal und Organisation der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, vorgelegt von Lehrstuhlinhaber Thomas Zwick und seiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin Veronika Lukesch.

Einstiegslöhne sind vergleichbar

Im Jahr 2014 haben in Deutschland demnach rund 40 000 Personen eine tertiäre Berufsausbildung abgeschlossen – sich also nach der Lehre zum Meister oder Techniker fortgebildet bzw. ein Studium angeschlossen. Laut Studie verdienen Arbeitnehmer mit einem Meister- oder Technikerabschluss über einen langen Zeitraum hinweg deutlich mehr als vergleichbare Akademiker. Fünf Jahre nach Abschluss der Lehre liegt ihr gesamtes bis dahin erzieltes Einkommen um durchschnittlich 165 % über dem von Akademikern. Und selbst nach zehn Jahren sind bei ihnen immer noch 45 % mehr auf dem Konto gelandet. „Dieser große Verdienstvorteil für beruflich Ausgebildete ist vor allem eine Folge der Tatsache, dass Akademiker eine etwas längere Ausbildungsphase haben, die Einstiegslöhne für Meister und Akademiker hingegen vergleichbar sind“, erklärt Zwick. Zudem seien während der Fortbildung zum Meister oder Techniker die Beschäftigungschancen höher als während eines Studiums.

Studie registriert ausschließlich Männer

Auch nach 16 Jahren – dem Ende des Beobachtungszeitraums dieser Studie – beträgt das Plus in der Kasse der beruflich Ausgebildeten immer noch 107 000 €. „Geht man davon aus, dass sich der Rückgang des finanziellen Vorteils im gleichen Tempo fortsetzt, wäre er erst mehr als 20 Jahre später oder etwa 35 Jahre nach dem Ende der Lehrlingsausbildung verschwunden“, erklärt Zwick. Die Beschäftigten wären dann bereits 57 Jahre alt.

Daten von insgesamt 272 439 männlichen Lehrlingen, die zwischen 1993 und 2007 die duale Lehrlingsausbildung abgeschlossen haben, standen Zwick und Lukesch für ihre Studie zur Verfügung. „Wir haben nur Männer in unsere Untersuchung aufgenommen, weil Männer und Frauen bei der Auswahl der Ausbildungsgänge unterschiedliche Strategien verfolgen und die meisten Berufe mit einem hohen Anteil an Meistern und Technikern männlich dominiert sind, zum Beispiel in der Metallindustrie“, erklärt Lukesch diese Auswahl. Darüber hinaus kamen nur solche Berufe infrage, in denen eine berufliche und akademische Ausbildung auf tertiärem Niveau möglich ist.

Am Ende wendet sich das Blatt

Auch wenn es lange dauert, bis sich ein Studium im Anschluss an eine Lehre finanziell lohnt, spricht doch viel dafür, dass Absolventen dieses Wegs insgesamt ein höheres Lebenseinkommen erzielen als ihre einstigen Kollegen, die den beruflichen Weg der Fortbildung eingeschlagen haben, heißt es in der Studie. Dafür sind die Einkommen verantwortlich, die sie ab einem Alter von rund 57 Jahren bis zum Eintritt in die Rente erzielen. Ob Akademiker tatsächlich ein höheres Lebenseinkommen haben als vergleichbare Meister, wird aktuell von Zwick und Lukesch untersucht.

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