Arbeitsmarkt 18. Dez 2020 Von Claudia Burger

Pandemie befeuert Kampf um IT-Fachkräfte

Der Personaldienstleister Robert Half erkennt besonderen Bedarf an IT-Administratoren und Softwareentwicklern. Die Pandemie hat die Lücke noch vergrößert.


Foto: panthermedia.net/ Fotogaragestock

Das Angebot und die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt ändern sich stetig. Zusätzlich hat die Corona-Pandemie in diesem Jahr großen Einfluss – mit Auswirkungen für das Jahr 2021. Die Experten des Personaldienstleisters Robert Half stellen fest, dass im Zuge der beschleunigten Digitalisierung vor allem der Bedarf an IT-Fachkräften steigen wird. Die Studie wurde im Juli 2020 durchgeführt. Befragt wurden 1502 Manager mit Personalverantwortung (General Manager, CIOs, CTOs) in kleinen (50 bis 249 Mitarbeiter), mittelgroßen (250 bis 499 Mitarbeiter) und großen (500+ Mitarbeiter) Unternehmen in Belgien (300 Teilnehmer), Brasilien (300 Teilnehmer), Deutschland (300 Teilnehmer), Frankreich (301 Teilnehmer) und Großbritannien (301 Teilnehmer). Jeder fünfte IT-Manager möchte zeitnah neue Stellen schaffen. 49 % der Befragten planen, zumindest frei werdende und offene Stellen wieder zu besetzen.

Diese Fachkräfte sind im IT-Bereich aktuell besonders gefragt

„Wir bemerken seit Oktober 2020 eine hohe Nachfrage nach IT-Administratoren, Softwareentwicklern, IT-Teamleitern, IT-Supportern und Anwendungsentwicklern. Dies wird sich auch 2021 fortsetzen“, sagt Sven Hennige, Senior Managing Director Central Europe & France bei Robert Half. „Wir sehen diese Entwicklung in ganz Deutschland, speziell aber in den Ballungsgebieten Frankfurt, Düsseldorf, München, Berlin und Stuttgart.“ Führungskräfte müssten jetzt beurteilen, welche unternehmenskritischen IT-Fähigkeiten in der Belegschaft vorrangig benötigt werden, und entsprechendes Personal einstellen oder die eigenen Mitarbeiter schulen, um nach der Pandemie gut aufgestellt zu sein. „Aufgrund der neuen Anforderungen, die sich aus der Digitalisierung ergeben, sind auch neue IT-Skills gefragt. Für Arbeitgeber stellt sich die Frage: Kann ich vorhandene Wissenslücken bei Mitarbeitern zum Beispiel mit Weiterbildungsmaßnahmen schließen – oder muss ich neue IT-Fachkräfte einstellen?“, sagt Hennige.

Ein Drittel der CIOs und CTOs bemängeln fehlendes Wissen von Bewerbern

Eine solche Bestandsaufnahme sei wichtig, denn nicht jeder Arbeitnehmer oder Bewerber bringe die benötigten Kompetenzen mit, wie die Arbeitsmarktstudie von Robert Half zeigt: Rund ein Drittel aller befragten CIOs und CTOs bemängelt fehlendes Wissen von Bewerbern im IT-Management sowie in der IT-Sicherheit. Knapp jeder Fünfte sagt aus, dass die Kompetenz im Bereich der Cloud-Technologie und der allgemeinen digitalen Kompetenz nicht ausreicht. „Unternehmen werden in den kommenden Wochen und Monaten stärker als je zuvor um begehrte IT-Profis mit spezialisierten Skills konkurrieren. Wer sich externe Toptalente sichern will, sollte sich jetzt bereits mit einem guten Onboarding- und Weiterbildungsprogramm einen Vorteil am Arbeitsmarkt verschaffen. Denn auch 2021 bleiben Arbeitgeber mit Trainings- und Weiterbildungsangeboten nicht nur für Arbeitnehmer, sondern auch für potenzielle Kandidaten besonders attraktiv“, so das Fazit von Hennige.

Tags: Arbeitsmarkt, IT

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