Aus den Topetagen 06. Dez 2019, 12:00 Uhr Von dpa/Claudia Burger

Personalien der Woche

Neues aus der Welt der Führungskräfte u. a. bei Lufthansa, Alphabet und VCI.


Foto: panthermedia.net/ kopitin

Lufthansa/Eurowings

In einem umfassenden Vorstandsumbau trennt sich der Lufthansa-Konzern von Arbeitsdirektorin Bettina Volkens. Sie verlasse „im beiderseitigen Einvernehmen“ zum Jahresende das Unternehmen, teilte der Dax-Konzern mit. Ihre Aufgaben übernimmt der Jurist Michael Niggemann, bislang Finanzchef bei der Tochter Swiss und seit 2007 im Lufthansa-Konzern. Einzige Frau in dem neu formierten und um einen Posten erweiterten Vorstand wird die bisherige Chefin der belgischen Tochter Brussels Airlines, Christina Foerster. Sie soll unter anderem das Marketing sowie gesellschaftliche und klimapolitische Aspekte bearbeiten. Die einstige Beraterin hatte 2002 bei Lufthansa als Projektmanagerin begonnen. Thorsten Dirks verliert seine Zuständigkeit für die Billigtochter Eurowings. Der einstige Deutschlandchef von Telefónica und E-Plus soll sich in einem neu zugeschnittenen Ressort um die Kernfelder IT und Digitalisierung kümmern. Die Airlines des Dax-Konzerns werden künftig allein vom Vorstand Harry Hohmeister geführt.

Thyssenkrupp Materials Services

Anlässlich der Berufung von Klaus Keysberg in den Konzernvorstand der Thyssenkrupp AG wird der Vorstand der Business Area Thyssenkrupp Materials Services in Teilen neu strukturiert. Martin Stillger (56) folgt als Sprecher des Vorstands von Thyssenkrupp Materials Services auf CEO Klaus Keysberg. Dies hat der Aufsichtsrat von Materials Services heute beschlossen. Klaus Keysberg war zum 1. Oktober 2019 in den Konzernvorstand der Thyssenkrupp AG gewechselt und hat dort die Gesamtverantwortung für die Geschäfte von Steel Europe und Materials Services übernommen. Stillger ist seit 2008 in verschiedenen Führungs- und Geschäftsführungspositionen bei Thyssenkrupp Materials Services tätig – zuletzt als CEO von Thyssenkrupp Schulte und der Geschäftseinheiten Westeuropa und Technische Dienstleistungen. Vor seiner Zeit bei Thyssenkrupp war der studierte Maschinenbauer 17 Jahre bei der Barmag AG beschäftigt, davon jeweils fünf Jahre als Vertriebsvorstand und Vorstandsvorsitzender. Seine Nachfolge als CEO von Thyssenkrupp Schulte und der Geschäftseinheit Westeuropa übernimmt Detlef Schotten zum 1. Januar 2020, derzeit CEO der Geschäftseinheit Osteuropa und Asien-Pazifik.

Neben der neuen Sprecherrolle für Stillger wird Ilse Henne, seit 1. Januar 2019 Chief Operating Officer, ab sofort in neuer Position als Chief Transformation Officer (CTO) fungieren. Die Ressorts Finanzen und Personal bleiben von den Veränderungen im Vorstand von Materials Services unberührt: Daniel Wodera wird weiterhin die Finanzgeschäfte verantworten, Markus Bistram bleibt Personalvorstand von Materials Services.

Alphabet/Google

Google-Chef Sundar Pichai übernimmt nach dem Rückzug der beiden Gründer aus dem Tagesgeschäft nun auch die Führung beim Mutterkonzern Alphabet. Die Gründerära bei dem Internetriesen ist damit aber noch nicht endgültig vorbei: Larry Page und Sergey Brin, die Google vor mehr als 20 Jahren gründeten, behalten weitgehend das Sagen durch besondere Aktien mit mehr Stimmrechten. Zugleich zementiert die Doppelrolle von Pichai die Dominanz von Google innerhalb des Alphabet-Geflechts. Page war zuletzt Alphabet-Chef, Brin hielt im Management einen Posten als „President“ mit einem nicht näher beschriebenen Aufgabenbereich. Sie bleiben im Verwaltungsrat, der dem Vorstand übergeordnet ist.

Alphabet war 2015 als Konzerndach über Google gesetzt worden. Die Idee war, diverse neue Bereiche als eigenständige Schwesterfirmen neben Google aufzubauen. Zum Dachkonzern gehören zum Beispiel auch die Roboterautofirma Waymo und der Lieferdrohnenentwickler Wing. Vier Jahre später kommen die Einnahmen allerdings nach wie vor hauptsächlich aus dem Werbegeschäft von Google. Nur das Cloud-Geschäft und die Produktion der Pixel-Smartphones hinterließen in der Bilanz sichtbare Spuren. Die anderen Alphabet-Firmen mit ihren neuen Technologien erzeugen vor allem hohe Kosten bei geringen Umsätzen. Der 47-jährige Pichai stammt aus dem südindischen Staat Tamil Nadu. In die USA kam er 1993 mit einem Stipendium für die kalifornische Eliteuni Stanford. Bei Google startete Pichai am 1. April 2004 – dem Tag, an dem der E-Mail-Dienst des Internetkonzerns gestartet wurde, den auch er anfangs für einen der üblichen Aprilscherze der Firma hielt. Seine erste Aufgabe war die Arbeit am Google-Suchfenster in Browsern wie Firefox oder Microsofts Internet Explorer. Pichais Vorschlag, Google sollte einen eigenen Webbrowser entwickeln, überzeugte die Gründer – und der Erfolg von Chrome war seine Eintrittskarte in die Chefetage.

VCI

An der Spitze des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) ist ein vorzeitiger Wechsel geplant. Christian Kullmann soll den Vorsitz von Hans Van Bylen übernehmen, teilte der VCI am Dienstag in Frankfurt mit. Der 50-jährige Chef des Essener Spezialchemiekonzerns Evonik sei als Präsident nominiert und stelle sich auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 25. März 2020 zur Wahl. Solange bleibe Van Bylen im Amt. VCI-Präsident Van Bylen war im September 2018 für zwei Jahre an die Verbandsspitze gewählt worden, seine Amtszeit wäre also noch bis Herbst 2020 gelaufen. Van Bylen tritt aber Ende dieses Jahres als Chef von Henkel ab. Dort stand er unter Druck, da die Geschäfte bei dem Konsumgüterkonzern nicht mehr rund liefen. Üblicherweise sind VCI-Präsidenten Chef eines wichtigen Branchenunternehmens, was bei Van Bylen dann nicht mehr der Fall wäre. Der studierte Wirtschaftshistoriker Kullmann, der seit 2017 Chef von Evonik ist, steht vor der Aufgabe, den Verband bei politischen Themen stärker zu positionieren. Weit oben auf der Agenda steht der Klimawandel: Die energieintensive Chemiebranche hat sich vorgenommen, bis 2050 neutral beim Ausstoß von Treibhausgasen zu werden.

IBM

Der langjährige IBM-Manager Martin Jetter soll Aufsichtsratschef der Deutschen Börse werden. Der Aufsichtsrat habe Jetter nominiert, im Mai 2020 den abtretenden Joachim Faber zu ersetzen, teilte die Deutsche Börse am Donnerstagnachmittag mit. Das Kontrollgremium muss Jetter noch wählen. Dieser ist zurzeit Senior Vice President und Chairman bei IBM Europa und Mitglied des weltweiten Führungsgremiums des IT-Konzerns.

Autoallianz Renault/Nissan/Mitsubishi

Die Autoallianz von Renault, Nissan und Mitsubishi hat Hadi Zablit (49) zum Generalsekretär ernannt. Der Topmanager mit Wurzeln im Libanon werde auf dem neu geschaffenen Posten große Vorhaben der Allianz steuern, teilte Renault am Mittwoch in Boulogne-Billancourt bei Paris mit. Zablit arbeite bereits seit gut eineinhalb Jahren für die französisch-japanische Autoallianz. Details zu den großen Projekten sollen zu einem späteren Zeitpunkt öffentlich gemacht werden. Das Autobündnis war nach der Verhaftung ihres Architekten Carlos Ghosn vor gut einem Jahr in eine schwere Krise geraten. Der Manager geriet wegen angeblichen Verstoßes gegen Börsenauflagen ins Visier der japanischen Justiz. Er wurde seither mehrmals wegen weiterer angeblicher Vergehen angeklagt und kam dann auf Kaution aus der Untersuchungshaft.

United Airlines

Die US-Fluggesellschaft United Airlines stellt ihre Konzernspitze neu auf. Vorstandschef Oscar Munoz wird die Führung im Mai 2020 an Scott Kirby übergeben, der 2016 vom Rivalen American Airlines kam und bereits eine ranghohe Stelle im Management innehat. Das teilte United am Donnerstag in Chicago mit. Munoz hatte den Top-Job im September 2015 übernommen, kurz danach erlitt er einen Herzinfarkt und erhielt eine Herztransplantation. 2017 geriet Munoz im Zuge eines Skandals um einen gewaltsamen Passagierrauswurf in die Kritik, und seine geplante Beförderung zum Verwaltungsratschef wurde unter hohem öffentlichen Druck abgeblasen. Nach seinem Rücktritt als Vorstandsvorsitzender soll der 60-Jährige diesen Posten nun doch noch erhalten, allerdings nur für ein Jahr. Zumindest aus Sicht von Anlegern war seine Amtszeit ein Erfolg – Uniteds Aktien legten in dieser Zeit um rund 56 % an Wert zu. Zuletzt liefen die Geschäfte der Fluggesellschaft gut, obwohl Boeings nach zwei Abstürzen mit Startverboten belegter Krisenjet 737 Max große Probleme verursachte.

Tags: Arbeitsmarkt, Karriere, Management

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