VDMA warnt vor Fachkräfteschwund 23. Dez 2020 Von Wolfgang Schmitz

Technikstudium weniger nachgefragt

Die Corona-Pandemie sorgt für eine sinkende Zahl an Studienanfängerinnen und -anfängern in den Fächern Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik, berichtet der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).


Foto: PantherMedia / Wavebreakmedia ltd

Corona verunsichert auch die angehenden Ingenieurinnen und Ingenieure: Die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger im Maschinenbau und in der Elektrotechnik ist im laufenden Jahr laut Statistischem Bundesamt erneut gesunken. Im Maschinenbau begannen 9,6 % weniger junge Menschen ein Studium, in der Elektrotechnik war es sogar ein Rückgang um 14,5 %. Nachdem die Informatik in den vergangenen Jahren stark steigende Studierendenzahlen verzeichnet hat, war auch hier – erstmals seit 2012 – ein Rückgang an Studienanfängerinnen und -anfängern um 4,8 %zu verzeichnen.

„Entwicklung bereitet große Sorgen“

Durch die konjunkturelle Lage sei die Nachfrage nach Ingenieurinnen und Ingenieuren am Arbeitsmarkt aktuell abgeflacht, heißt es beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Dennoch weist Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer, auf den mittel- bis langfristig großen Bedarf an gut ausgebildeten Ingenieurinnen und Ingenieuren im Maschinen- und Anlagenbau hin. „Die Entwicklung der Studienanfängerzahlen bereitet uns große Sorgen. Denn der Maschinen- und Anlagenbau braucht kreative Ingenieurinnen und Ingenieure, um seine internationale Spitzenstellung behaupten zu können. Ein Studium der Ingenieurwissenschaften bietet nach wie vor gute Karriereperspektiven“, erläutert er. Insbesondere große wirtschaftliche Herausforderungen wie die Digitalisierung oder die Dekarbonisierung machten den Maschinen- und Anlagenbau auch in den nächsten Jahren für den Ingenieurnachwuchs attraktiv.

Starker Einfluss der Corona-Pandemie

Über alle Studienfächer hinweg ist zum dritten Mal in Folge die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger gesunken, in diesem Jahr um 4 %, heißt es in einer Pressemeldung des VDMA. Gründe hierfür seien vor allem der demografisch bedingte Rückgang der Schülerzahlen sowie die Wiedereinführung der neunjährigen Gymnasialzüge (G9) in einigen Bundesländern.

Die Studiengänge der Informatik, des Maschinenbaus und der Elektrotechnik seien jedoch überdurchschnittlich stark vom Rückgang der Erstsemester betroffen. Ein Grund für den starken Rückgang zum Beispiel in der Elektrotechnik sei die Corona-Pandemie. Denn die Ingenieurwissenschaften hätten traditionell einen hohen Anteil an ausländischen Studierenden. Im Wintersemester 2019/2020 lag er bei 28 %. „Es ist daher anzunehmen, dass ein Großteil der ausländischen jungen Menschen ihre Pläne aufgeschoben oder aufgegeben hat, in Deutschland zu studieren“, sagt Rauen.

Tags: Arbeitsmarkt

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