AUSSTELLUNG 04. Mrz 2016, 11:38 Uhr Eckart Pasche

Vom Bergbau in den Alpen

Wo Berge sind, da ist der Bergbau meist nicht weit. Das ist in Europas höchstem Gebirge nicht anders. Nach der letzten Eiszeit vor 12 000 Jahren war der Weg in den Alpen frei: Die Menschen konnten vom Rand in ihr Inneres vorstoßen. Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum erzählt eine weithin unbekannte Geschichte.

Eine Archäologin forscht in einem bronzezeitlichen Bergwerk im Mitterberger Gebiet. Im Mittelalter verlor der Kupferbergbau seine Bedeutung in den Alpen.
Foto: Klaus Stange/Deutsches Bergbaumuseum

Der Weg übers Gebirge ließ die Landschaften näher rücken. So haben die Verkehrskorridore der euroäischen Verkehrswege Trans-European Networks (Ten), die heute zum Beispiel mit den Basistunneln am St. Gotthard und am Brenner realisiert werden, historische Vorläufer: Seit dem Jahre 15 v. Chr. waren die Ostalpen Teil des Römischen Reichs, das nach Rohstoffen verlangte. Transitwege wurden gebaut, um nordisches Eisen zum Stahl für das Imperium zu erschmelzen.

10 000 Jahre Bergbau in den Ostalpen

Bergauf bergab. Bis 24. 4.16,
Deutsches Bergbau-Museum Bochum, Europaplatz, Di – Fr 8.30 Uhr bis 17 Uhr, Sa+So 10 Uhr bis 17 Uhr

Kupfer war in der Bronzezeit das wichtigste Wirtschaftsmetall, der Hauptbestandteil der Bronze. Im Salzburger Land bei Mitterberg erreichte der Kupferbergbau vor rund 4000 Jahren einen Höhepunkt. Es entstanden Großbergwerke und bedeutende Aufbereitungsbetriebe. Den Teil des Metalls, den die Menschen in den Alpen nicht selbst nutzten, handelten sie. Durch den Transfer wurden die Alpen zum Kommunikationsraum für ganz Europa. Überall auf dem Kontinent entdecken Archäologen Bronze aus jener Zeit, in der alpines Kupfer steckt.

Kristalle, Erzstufen, Kupferbarren und Werkzeuge aus dem historischen Bergbau zeigt die Bochumer Ausstellung zwischen großformatigen Panoramen aus den Bergen und den Bildern von archäologischen Grabungen unter Tage. So wird der Besucher durch Raum und Zeit geführt. Er begleitet die Archäologen zu deren Grabungen in den Alpen und gewinnt über die Exponate einen Einblick in das Leben und die Kultur der Menschen der Bronzezeit und des Mittelalters.

Im Mittelalter hatte der Kupferbergbau in den Alpen seine Bedeutung längst verloren. Weitere Rohstoffe in anderen Alpenregionen rückten in den Mittelpunkt. In Tirol stand der Silberbergbau im 15. und 16. Jahrhundert in voller Blüte. Der heute kleine Ort Schwaz – der sich als „Die Mutter aller Bergwerke“ rühmt – war 1515 nach Wien die zweitgrößte Stadt im habsburgischen Erbland. Mit der Augsburger Händlerdynastie Fugger stiegen Großfinanziers in den alpinen Bergbau ein. Metalle aus den Alpen wurden bis nach Afrika und Indien verkauft. Der Wohlstand im späten Mittelalter schlug sich auch in der Kultur nieder. Noch heute finden sich seine Spuren an vielen Orten. So stammt das Goldene Dachl in Innsbruck aus dieser Zeit.

Heute spielt der Bergbau im Alltag der Menschen kaum eine Rolle. Nur spezielle Produkte werden noch gefördert, wie der Scheelit, ein Wolframerz, das sich beispielsweise in Glühlampen findet. Und natürlich geht am Steirischen Erzberg bei Leoben der Bergbau auf Eisenerz in einem riesigen Festgesteinstagebau weiterhin um. Doch die Rohstoffe prägten die Alpen über 10 000 Jahre und machten sie zu einer Bergbauregion mit eigener Identität und Tradition.

Die Ausstellungsarchitektur ist an die topografischen Verhältnisse angelehnt: Installationen, spitz zulaufend wie Berggipfel, zeigen großformatig die Landschaft der Alpen und Aufnahmen von Grabungen in bis zu 200 m Tiefe in den Bergen.

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