Lebensmitteltechnik 18. Feb 2021 Von Stefan Asche

29 Mio. $ für gedrucktes Rindfleisch

Das israelische Unternehmen Redefine Meat hat eine Kapitalspritze bekommen. Das Geld soll genutzt werden, um die Technologie zur Erzeugung von veganen Steaks international zu vermarkten.


Foto: Redefine Meat

Das israelische Start-up Redefine Meat, das veganes Fleisch im 3-D-Drucker herstellt, hat in einer neuen Finanzierungsrunde von Investoren 29 Mio. $ (etwa 24 Mio. €) eingesammelt. Durch das Investment will das Unternehmen seine 3-D-Drucker noch in diesem Jahr an globale Vertriebshändler ausliefern, unter anderem auch in Deutschland. Ein Verkauf an Privathaushalte ist zunächst nicht vorgesehen. Zielgruppe sind vor allem ausgewählte Restaurants.

„Nächste Generation von Fleisch“

„Alternatives Fleisch ist das am schnellsten wachsende Marktsegment in der Essensindustrie. Trotz der Welle an neuen Produkten verlassen sich Konzerne aber immer noch auf analoge Technologie. Die Schnelligkeit der Innovation verblasst im Vergleich zu der Nachfrage“, lässt das Unternehmen verlauten. „Wir arbeiten an einer technologischen Plattform für die Entwicklung der nächsten Generation von alternativem Fleisch.“

Marktvolumen von 140 Mrd. $ angepeilt

Die Hauptanleger von Redefine Meat sind die beiden Risikokapitalfirmen Happiness Capital und Hanaco Ventures. Laut dem Unternehmen wird der globale Markt für Alternativen zu Fleisch bis zum Jahr 2030 einen jährlichen Umsatz von 140 Mrd. $ erreichen.

Fokus auf veganem Steak

Redefine Meat will mit den 3-D-Druckern vor allem auf Pflanzen basierendes Rindersteak herstellen, das dem realen Pendant angeblich zum Verwechseln ähnlich ist. Möglich seien aber auch Produkte, die an Lamm- oder Schweinefleisch erinnern. Den Gründern zufolge haben diese Produkte einen bis zu 95 % geringeren Einfluss auf die Umwelt als gewöhnliches Fleisch. Sie verweisen darauf, dass zur Erzeugung von 1 kg Rindfleisch etwa 25 kg Futter und 20 000 l Wasser nötig seien. Auch sei der Anteil an Cholesterol bei der veganen Alternative geringer. Zum Einsatz kämen vor allem pflanzenbasierte Proteine und Fette.

Alternativen zu Muskel, Fett und Blut

Gedruckt wird schichtweise. Je nach Wunschgericht kämen dabei die eigens entwickelten Druckmaterialien „Alt-Muscle“, „Alt-Fat“ und „Alt-Blood“ sowie verschiedene Gewürze und natürliche Lebensmittelfarben zum Einsatz.

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