3-D-Druck für alle Fälle 22. Okt 2020 Von Stefan Asche

Additive Fertigung: Schichtarbeiter für viele Jobs

Ob günstig, schnell, einfach zu bedienen, multifunktional oder hochpräzise – 3-D-Drucker gibt es mittlerweile für jeden Zweck und jeden Geldbeutel.

Minifabrik


Foto: Zmorph

Der „Fabricator 2.0 VX“ der polnischen Firma Zmorph ist in der Vollausstattung ein vielseitig verwendbarer Alleskönner. Es lassen sich bis zu zwölf Werkzeugköpfe einwechseln. Dazu zählen eine klassische 1,75 mm-Extruderdüse, eine CNC-Fräse, ein Laserkopf zum Schneiden und Gravieren sowie ein Dickpastenextruder. Mit anderen Worten: Das rund 4000 € teure Gerät im Aluminiumrahmen kann zunächst Blech bearbeiten und anschließend eine Zuckergussskulptur erschaffen (andersrum wäre aber vielleicht appetitlicher.) Laut Hersteller dauert das Auswechseln der Köpfe lediglich eine Minute. In Bezug auf die Materialbe- bzw. -verarbeitung verspricht Zmorph eine „Wiederholgenauigkeit in Industriequalität“.

Fürs Kinderzimmer


Foto: Flashforge

Der „Finder“ des chinesischen Herstellers Flash­forge wurde konzipiert für 3-D-Druck-Einsteiger, die unkompliziert ihre ersten Objekte herstellen wollen. Er verfügt beispielsweise über ein intuitives Kalibrierungssystem: Pieptöne signalisieren, wann die Bauplattform den perfekten Abstand zur Single-Düse hat. Das farbige 3,5 “-Touchscreen-Panel zeigt zusätzliche Anweisungen an. Der Bauraum misst 14 cm3. Die Schichtdicke liegt laut Hersteller zwischen 100 µm und 500 µm. Verarbeiten lässt sich ein 1,75 mm starkes PLA-Standard-Filament. Das 12 kg schwere Gerät kostet 299 €.

Schreibend drucken


Foto: WobbleWorks Inc.

Die New Yorker WobbleWorks Inc. zählt zu den Erfindern der 3-D-Stifte. Ihr aktueller, 50 g schwerer „3Doodler Create“ misst 16 cm x 2,3 cm x 2,3 cm. Er verfügt über eine transparente Wartungsabdeckung, wodurch erkennbar ist, wo sich der Kunststoff aktuell befindet. Eine LED zeigt an, wie hoch die Düsentemperatur gerade ist. Verarbeiten lassen sich in der Temperaturstufe „hi“ sowohl ABS als auch das gummiartige „Flexy“. Die Stufe „Lo“ wird gewählt, falls PLA extrudiert werden soll. Im Lieferumfang sind neben dem eigentlichen Stift noch Werkzeuge für Reinigung und Düsenwechsel, ein Handbuch sowie 50 Filamentstreifen. Das Starterset kostet gut 100 €.

Für die Bastler(bude)


Foto: Anycubic

Der „Mega Zero“ von Anycubic ist nicht besonders leise: Mit etwa 65 dB Betriebslautstärke disqualifiziert er sich definitiv fürs Schlafzimmer. Und übertrieben präzise ist er auch nicht: Mit einer minimalen Schichtstärke von 100 µm schafft er es nicht in die erste Liga der Schmelzschichtdrucker. Aber mit einem Preis von rund 140 € empfiehlt sich das einfach zu montierende Selbstaufbauset für ambitionierte Bastler. Die y-Achse ist beidseitig aufgehängt, was der Stabilität zuträglich ist. Der Bauraum ist mit 22 cm x 22 cm x 25 cm ausreichend groß. Die maximale Extrudertemperatur von 250 °C erlaubt die Verarbeitung von ABS, TPU und HIPS.

Für filigrane Teile


Foto: Prusa

Zugegeben: Sein Bauraum ist überschaubar. Er misst nur 12 cm x 15 cm x 6,8 cm. Der „SL 1“ der tschechischen Firma Prusa ist aber auch nicht konzipiert, um großvolumige Teile herzustellen. Er basiert auf dem SLA-Verfahren (Stereolithografie). Hier belichtet ein hochauflösendes 5,5 “-LCD-Panel selektiv eine Harzschicht. Für die Aushärtung der entsprechenden Partien sorgt anschließend eine UV-LED. Die minimale Schichtstärke liegt bei 10 µm. Das erlaubt einen hohen Detaillierungsgrad. Wie alle Prusa-Drucker ist der „SL 1“ kompatibel mit Harzen von Dritt­anbietern. Er ist sowohl als Bausatz als auch fertig montiert erhältlich. Aufgerufen werden dabei Preise zwischen 1399 € und 1699 €.

Präzision für wenig Geld


Foto: Creality

Der „LD-002R“ der chinesischen Shenzhen Creality 3D Technology Co Ltd. ist einer der günstigsten SLA-Drucker (Stereolithographie) auf dem Markt. Er hat einen Bauraum in der Größe von 11,9 cm x 6,5 cm x 16 cm und erreicht eine Druckgeschwindigkeit von durchschnittlich 25 mm/h in der z-Achse. Die minimale Schichtdicke liegt bei 20 µm. Für glatte Oberflächen sorgt das achtfach „Anti-Aliasing“: Die Software im Drucker versucht, sichtbare Stufen zwischen den Schichten einzuebnen. Der 3,5 “-Touchscreen ermöglicht es, die Druckdatei einfach auszuwählen. Anschließend zeigt er den Druckfortschritt an – allerdings nur in englisch oder chinesisch. Der Bausatz kostet in Deutschland gut 200 €.

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