Corona-Studie in Hamburg 22. Jun 2020 Von Bettina Reckter

Ältere Kinder haben häufiger Antikörper gegen SARS-CoV-2

Hamburger Forscher haben 6000 Kinder und Jugendliche auf eine Infektion mit dem Coronavirus untersucht. Erstes Zwischenergebnis: Gut die Hälfte der Kinder hatte keine Viren im Abstrich, nur 36 Kinder und Jugendliche waren positiv.


Foto: PantherMedia / Kiyoshi Takahase Segundo

Insgesamt 6000 gesunde und chronisch kranke Kinder und Jugendliche im Alter von null bis 18 Jahren sollen im Rahmen der Studie C19.CHILD Hamburg des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) auf die Häufigkeit und Schwere einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus untersucht werden. Erste Zwischenergebnisse rund sechs Wochen nach dem Start der Studie liegen nun vor. Demnach konnte bei 3107 Probanden kein Virus im Nasen-Rachen-Abstrich mithilfe der PCR-Methode gefunden werden. Bei immerhin 2436 Kindern und Jugendlichen führten die Forscher einen Antikörpertest gegen SARS-CoV-2 durch, nur 36 von ihnen wurden positiv getestet.

Bereits 5000 Kinder getestet

„Unsere Studie hat eine außerordentlich große Unterstützung aus der Hamburger Bevölkerung, vielen Stiftungen und Sponsoren erfahren“, sagt Ania C. Muntau, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des UKE, die die Studie gemeinsam mit Søren W. Gersting von der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin und Thomas S. Mir von der Klinik und Poliklinik für Kinderkardiologie leitet.

Bis heute seien bereits 5000 Kinder und Jugendliche untersucht worden. Ein Team von über 100 Ärztinnen und Ärzten, Pflegenden, Studierenden, Labormedizinern, Statistikern und Wirtschaftswissenschaftlern habe innerhalb weniger Wochen einen großen Datensatz erhoben. „Erste Auswertungen zeigen, dass nur 1,5 % der Kinder und Jugendlichen Antikörper gebildet haben und wir weit von einer Herdenimmunität entfernt sind“, sagt Muntau.

Probanden aus allen Hamburger Stadtteilen

Für den Zeitraum vom 11. Mai bis 5. Juni wurden zunächst Daten zur Häufigkeit von COVID-19-Infektionen bei gesunden und chronisch kranken Kindern und Jugendlichen ausgewertet. Um festzustellen, ob eine akute Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus vorliegt, wurde bei den Probanden ein Nasen-Rachen-Abstrich durchgeführt. Zur Bestimmung von Antikörpern gegen das Virus wurde zudem eine Blutentnahme angeboten. Mit ihr wurde überprüft, ob der Proband sich bereits mit dem Virus auseinandergesetzt hat. Bisher liegen 3107 Nasen-Rachen-Abstriche und 2436 Antikörperbefunde vor.

Die Kinder und Jugendlichen stammen aus allen Hamburger Stadtteilen. Mit 46,4 % gibt es etwas weniger weibliche als männliche Probanden. Sie decken alle Altersgruppen ab, das Durchschnittsalter liegt bei 7,4 Jahren.

„Lockdown-Maßnahmen erfolgreich“

Antikörper fanden die Forscher bei 36 von 2436 Kindern im Blut. Keines der bis zum 6. Juni untersuchten Kinder hatte einen positiven Nasen-Rachen-Abstrich. Für die Mediziner heißt dass, dass keines der Kinder eine akute Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus hat. „Daraus können wir schlussfolgern, dass die Lockdown-Maßnahmen für die Kinder und Jugendlichen in Hamburg erfolgreich waren“, erklärt Muntau.

Ein auffälliges Ergebnis zeigte die Studie: Die positiv getesteten Kinder waren im Schnitt älter als der Durchschnitt der Studienkohorte. Wird die Kohorte in zwei Gruppen geteilt, so zeigen sich in der Altersgruppe von null bis neun Jahren bei 1 % der Kinder positive Antikörpernachweise, in der Altersgruppe von zehn bis 18 Jahren liegt dies bei 2 %. Bei den Kindern der C19.CHILD-Hamburg-Studie stieg also die Wahrscheinlichkeit auf einen positiven Antikörpertest mit dem Alter. Rein rechnerisch beträgt der Anstieg 8 % mit jedem Lebensjahr.

Gesunde und kranke Kinder untersucht

In die Studie wurden nicht nur gesunde, sondern auch chronisch kranke Kinder aufgenommen. Es befanden sich 964 Kinder und Jugendliche Vorerkrankungen darunter. 300 Kinder haben eine onkologisch-hämatologischen Erkrankung, 200 haben Erkrankungen des zentralen Nervensystems, 150 haben Herz-Kreislauf-Erkrankungen und 150 haben Nierenerkrankungen.

„Interessanterweise sehen wir einen Unterschied in der Häufigkeit des Antikörpernachweises zwischen den beiden Gruppen mit und ohne Vorerkrankungen – bei Kindern mit Vorerkrankungen ist es 1 %, bei Kindern ohne Vorerkrankungen 1,7 %. Warum das so ist, werden wir im weiteren Verlauf untersuchen“, erklärt Muntau.

Die positiv getesteten Kinder werden nun ein halbes Jahr lang beobachtet. Bei den 36 positiv getesteten Kindern und Jugendlichen wurden die Untersuchungen auf 15 Geschwisterkinder und 91 erwachsene Personen aus dem gleichen Haushalt ausgeweitet, um mögliche Übertragungswege nachzuvollziehen.

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