Neuer Hubschrauber für die Deutsche Marine 28. Okt 2019, 08:00 Uhr Peter Steinmüller

Airbus NH 90 Sea Lion an die Bundeswehr übergeben

Airbus Helicopters hat den ersten Hubschrauber Airbus NH90 Sea Lion an das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) übergeben. Experten weisen auf Herausforderungen für die Marine mit dem von Pannen geplagten Typ hin.

Der Airbus NH 90 Sea Lion wird vor der Indienstnahme durch die Deutsche Marine beim BAAINBw getestet.
Foto: Airbus

Ein NH 90 der französischen Marine landet an Bord eines britischen Flugzeugträgers.
Foto: PO(Phot) Ray Jones; Open Government Licence

Ein niederländischer NH-90 hebt während der Nato-Übung Trident Juncture im Herbst 2018 von der Fregatte HNLMS De Ruyter ab.
Foto: WO FRAN C.Valverde/Nato, Public Domain

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Airbus Helicopters hat den ersten Hubschrauber Airbus NH90 Sea Lion an das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) übergeben. Experten weisen auf Herausforderungen für die Marine mit dem von Pannen geplagten Typ hin.

Insgesamt hat die Bundeswehr 18 Maschinen dieses Typs bestellt, die letzten werden 2022 in Dienst gestellt. Die Entscheidung für den Sea Lion als Nachfolger des Sea King fiel im März 2013 und der Vertrag wurde im Juni 2015 unterschrieben. Nach Indienststellung sollen die NH90 Sea Lions ein breites Spektrum von Aufgaben übernehmen, unter anderem Such- und Rettungsmissionen (SAR), maritime Aufklärung, Einsatz von Spezialkräften sowie Personal- und Materialtransport. Neben der landgestützten Verwendung soll der Sea Lion auch auf den Einsatzgruppenversorgern der Klasse 702 (Berlin-Klasse) betrieben werden.

Fly-by-Wire erleichtert den Piloten die Arbeit

Der Sea Lion wird dank seiner Mehrrollen- und Ausbaufähigkeit die Sea King-Flotte der Deutschen Marine laut dem Hersteller Airbus nicht nur ersetzen, sondern deren Einsatzfähigkeiten signifikant verbessern. Durch die hohe Genauigkeit und leichte Handhabung seiner Fly-By-Wire-Flugsteuerung reduziert der NH90 Sea Lion die Arbeitsbelastung der Crew etwa beim Schwebeflug über Wasser unter schlechten Wetterbedingungen.

Die Deutsche Marine setzt seit Kurzem auch bei der Nachfolge für die 22 Bordhubschrauber vom Typ Sea Lynx Mk 88A, die seit 1981 im Dienst stehen, auf die Marineversion des NH90. Bereits fünf Nationen nutzen den NH90 in der Marineversion NFH (Nato Frigate Helicopter). Sie haben Airbus zufolge mit den 90 bisher ausgelieferten Hubschraubern über 50 000 Flugstunden in Such- und Rettungseinsätzen, humanitären Missionen und militärischen Operationen absolviert. Der erste ausgelieferte Sea Lion ist gleichzeitig der 400. Hubschrauber vom Typ NH90, der in Kundenhand übergeht.

Der Deutschen Marine fehlt die Infrastruktur

Der Verteidigungsexperte und Blogger Thomas Wiegold weist darauf hin, dass die Übergabe an das BAAINBw nur ein Schritt auf dem Weg zur Indienstnahme sei. Die Marine als Nutzer dringe nicht auf eine schnelle Übernahme, denn es fehlten noch Infrastruktur, Ausrüstung und Ersatzteile. „Der Übergang vom Sea King zum Sea Lion wird für die Marine nicht einfach, da beide Muster bis 2023 parallel betrieben werden müssen“, lautet die Analyse der Fachzeitschrift Flugrevue. So wird die Umschulung von Piloten und Technikern ein Puzzlespiel. Bereits jetzt sind allerdings einige Sea Kings stillgelegt, auch um Hochwert-Ersatzteile für den Rest der Flotte zu gewinnen und drei bis sechs Hubschrauber für den Einsatz verfügbar zu halten.“

CSAR-Version wurde aufgegeben

Der NH 90 wird seit seinem Erstflug 1995 immer wieder von Pannen verfolgt. Die Mängelliste reichte von Sitzen, die keine vollausgerüsteten Infanteristen tragen können über eine zu schwache Heckrampe bis dazu, dass bei Ausfall eines der beiden Triebwerke kein Schwebeflug mehr möglich ist. Auf die ursprünglich geplante Version für Such- und Rettungseinsätze unter Kriegsbedingungen  (CSAR) verzichtete die Bundeswehr schließlich im Jahr 2008, weil der NH 90 die notwenigen Anforderungen nicht erfüllen konnte. Deswegen ist die Bundeswehr bei Auslandseinsätzen weiterhin auf die Unterstützung befreundeter Nationen zur Rettung ihrer Soldaten angewiesen.

Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels hatte im Januar in seinem Jahresbericht kritisiert, dass Hubschrauber immer noch Mangelware bei der Bundeswehr seien. Die Anzahl der tatsächlich einsatzbereiten Hubschrauber NH-90, Tiger und CH-53 bewege sich seit Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau, Hinweise auf wesentliche Verbesserungen seien nicht erkennbar. Aufsehen hatte vor zwei Jahren die Entscheidung des Bundesverteidigungsministeriums erregt, Piloten des NH90 und des Kampfhubschraubers Tiger auf ADAC-Hubschraubern üben zu lassen, weil die Bundeswehr zu wenige einsatzbereite Maschinen hat.

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