Lkw und Notstromaggregate ja, Pkw nein 27. Mai 2020 Von Peter Kellerhoff Lesezeit: ca. 1 Minute

Daimlers Strategie in Sachen Brennstoffzellen

Der Stuttgarter Konzern hat in den letzten Wochen gleich zwei Kooperationen in Sachen Wasserstoffantrieben geschlossen – und seinen einzigen Brennstoffzellen-Pkw beerdigt


Foto: Daimler Truck AG

Ende April gaben Daimler Trucks und die Volvo-Group bekannt, dass sie ein Joint Venture gründen wollen, um Brennstoffzellen für schwere Nutzfahrzeuge zu entwickeln und zu bauen. Nun gab Daimler eine weitere Kooperation in Sachen Brennstoffzellen mit Rolls Royce plc bekannt. Das Ziel: CO2-neutrale Notstromversorgung von sicherheitskritischen Einrichtungen wie beispielsweise Rechenzentren mit stationären Brennstoffzellengeneratoren. Diese sollen emissionsfreie Alternativen zu Dieselmotoren bieten, die bislang als Notstromaggregate oder zur Abdeckung von Spitzenlasten eingesetzt werden. Während Daimler also eine Zukunft der Brennstoffzelle bei schweren Nutzfahrzeugen und Notstromaggregaten sieht, sieht es in der Pkw-Sparte offensichtlich anders aus. So gab Daimler vor Kurzem bekannt, dass die Produktion seines einzigen und erst seit Ende 2018 lieferbaren Brennstoffzellenfahrzeugs (GLC Fuel Cell) eingestellt werden soll.

Neue Impulse

„Für die Daimler Truck AG spielen Brennstoffzellensysteme zur Verwirklichung eines CO2-neutralen Transports eine entscheidende Rolle – komplementär zu batterie-elektrischen Antrieben“, erläutert Martin Daum, Vorsitzender des Vorstands der Daimler Truck AG und Mitglied des Vorstands der Daimler AG. Zur Kooperation mit Rolls Royce sagte Daum, sie stelle einen weiteren Impuls zum Aufbau einer branchen- und anwendungsübergreifenden Wasserstoffinfrastruktur dar und zum anderen könne die Wirtschaftlichkeit, die gesellschaftliche Akzeptanz und das Vertrauen in die Brennstoffzelle weiter erhöht werden.

Einsatz in Rechenzentren

„Rechenzentren sind die Knotenpunkte des globalen Informations- und Kommunikationsnetzes, dessen lebenswichtige Bedeutung gerade in diesen schwierigen Tagen deutlich wird und dessen Betrieb deshalb zuverlässig abgesichert werden muss. Gleiches gilt für andere sicherheitskritische Anlagen“, so Andreas Schell, CEO von Rolls-Royce Power Systems. Die Dekarbonisierung von Antrieb und Energieversorgung sei eines der zentralen strategischen Ziele bei Rolls Royce Power Systems und die Brennstoffzelle werde dabei eine Schlüsselrolle spielen. „Keine andere Technologie bietet eine so hohe Zuverlässigkeit, modulare Skalierbarkeit und all die Vorteile erneuerbarer Energien ohne die Abhängigkeit vom konventionellen Energiemarkt.“

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