26. Mai 2021 Von Peter Kellerhoff/Bosch

Kraftstoff mit 20 % weniger Kohlendioxid-Ausstoß

Bosch, Shell und Volkswagen entwickeln erneuerbaren Otto-Kraftstoff mit bis zu 33 % erneuerbarer Anteile.


Foto: Bosch

Auch Bestandsflotten mit Verbrennungsmotoren können Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes leisten

Technologieoffenheit bei der Antriebswahl hatte der Deutscher Ingenieurtag vergangene Woche in Düsseldorf gefordert, denn der Weg zu einer rein batterieelektrischen Mobilität ist noch weit. Zwischenlösungen zur CO2-Reduzierung sind also gefragt. Eine davon kommt von Bosch, Shell und Volkswagen. Gemeinsam entwickelten sie einen neuen Kraftstoff für Ottomotoren, Blue Gasoline genannt.

33 % erneuerbare Anteile

Das Besondere an ihm: Er besteht bis zu 33 % aus erneuerbaren Anteilen und sorgt nach Angaben der Entwickler pro gefahrenen Kilometer in der Betrachtung von der Quelle bis zum Rad für eine CO2-Ersparnis von mindestens 20 %. So ließen sich mit einer Flotte von 1000 VW Golf VIII 1,5 TSI bei einer Jahreslaufleistung von jeweils 10 000 km mehr als 230 t CO2 pro Jahr einsparen.

Keine Möglichkeit ungenutzt lassen, CO2 zu sparen

„Auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Mobilität dürfen wir, angefangen bei Elektromobilität bis hin zu erneuerbaren Kraftstoffen, keine technischen Möglichkeiten ungenutzt lassen. Jedes bisschen CO2, das wir einsparen, kann uns beim Erreichen der Klimaziele helfen“, erläutert Uwe Gackstatter, Chef der Antriebssparte von Bosch. Sebastian Willmann, Leiter Verbrennungsmotorenentwicklung bei Volkswagen, erklärt weitere Vorteile von Blue Gasoline: „Durch die hohe Lagerstabilität von Blue Gasoline ist er besonders für den Einsatz in Plug-in-Hybridfahrzeugen geeignet. Diese werden mit Ausbau der Ladeinfrastruktur und größeren Batterien zukünftig überwiegend elektrisch betrieben, sodass der Kraftstoff über längere Zeiträume im Kraftstofftank verbleiben kann.“ Der Blue-Gasoline-Kraftstoff entspreche der Norm EN 228/E10 und übererfülle diese sogar in wesentlichen Parametern wie der Lagerstabilität und dem Siedeverhalten.

Rest- und Abfallstoffe

Die bis zu 33 % erneuerbarer Anteile bestehen nach Angaben der Entwickler aus biobasiertem, vom Zertifizierungssystem ISCC (International Sustainability and Carbon Certification) zertifiziertem Naphtha oder Ethanol. Naphtha wird zum Beispiel aus dem sogenannten Tallöl gewonnen, einem Nebenprodukt in der Herstellung von Zellstoff für zum Beispiel Papier. Alternativ können auch weitere Rest- und Abfallstoffe als Ausgangsbasis dienen. Im Shell Technology Centre in Hamburg entsteht daraus durch Zusatz von Benzinkomponenten und hochwertigen Additiven das neue Produkt.

Der Kraftstoff könne damit nicht nur über das bestehende Tankstellennetz vertrieben, sondern in allen Neu- und Bestandsfahrzeugen eingesetzt werden, die für den Betrieb mit Super-95-E10-Benzin freigegeben sind. Das entwickelte Produkt wurde intensiv auf Motorenprüfständen und in Versuchsfahrzeugen getestet – mit durchweg positivem Ergebnis, heißt es weiter.

Bosch, Shell und Volkswagen wollen mit dem Einsatz der Blue-Kraftstoffe (Blue Diesel gibt es bereits seit Ende 2018) beweisen, dass neben Neufahrzeugen auch die Bestandsflotte einen Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes im Verkehrssektor – und damit zu den Klimazielen leisten kann.

Bald an regulären Tankstellen erhältlich

Bosch bietet Blue Gasoline bereits seit Mai dieses Jahres an seiner Werktankstelle in Schwieberdingen an, weitere Standorte sollen folgen. Zudem ist geplant, den Kraftstoff bereits im Laufe des Jahres zunächst in Deutschland auch an regulären Tankstellen zu bringen. Wie teuer der Liter sein wird, gaben die Entwickler nicht bekannt.

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