Aufsichtsrat hat getagt – 13 000 Arbeitsplätze betroffen 01. Okt 2020 Von dpa/Claudia Burger

Continental schließt zwei Werke in Deutschland

Ungeachtet der Proteste der Beschäftigten hat der Aufsichtsrat des Autozulieferers Continental gestern Nachmittag den angekündigten Umbauplan samt Werksschließungen beschlossen.


Foto: Continental AG

Wie das Unternehmen mitteilte, werden das Reifenwerk in Aachen bis Ende 2021 und der Standort für Automobilelektronik in Karben bei Frankfurt bis Ende 2024 geschlossen. Auch in Regensburg soll es – wie es hieß – „Strukturanpassungen“ geben. Die nordrhein-westfälische Landesregierung reagierte empört. „Management und Aufsichtsrat von Continental brüskieren ohne Not eine ganze Region“, sagte Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP). Continental gefährde „seine Reputation als sozial verantwortlich handelnder Premiumhersteller“. Nach 90 erfolgreichen Jahren in Aachen trage Continental die volle Verantwortung für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und den Standort. „Das werden wir auch einfordern“, sagte Pinkwart. In Aachen sollen 1800 Stellen wegfallen. Insgesamt sind an den drei Standorten nach Agenturberichten rund 4800 Arbeitsplätze betroffen. Die Gewerkschaften IG BCE und IG Metall erklärten, die Arbeitgebervertreter hätten das Sparprogramm gegen die Stimmen der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat verabschiedet. Conti steht nach eigenen Angaben wegen des Strukturwandels und der Corona-Krise unter Druck. Die Werksschließungen sind zudem Teil eines schon im vergangenen Jahr angekündigten Sparkurses beim zweitgrößten Autozulieferer der Welt. Insgesamt will Conti weltweit 30 000 Stellen „verändern“, davon 13 000 in Deutschland. Das Programm soll ab 2023 Einsparungen von 1 Mrd. € bringen. Personalchefin Ariane Reinhart hatte bereits im Vorfeld erklärt, voraussichtlich würden Stellen aus Deutschland nach Osteuropa wegen der niedrigeren Lohnkosten verlagert.

Gewerkschaft spricht von „Kahlschlag“

Christiane Benner, zweite Vorsitzende der IG Metall und Vize-Aufsichtsratschefin bei Continental, kritisierte, Conti werde seiner gesellschaftlichen Verantwortung nicht gerecht. Es gehe nun weiter darum, „Alternativen zu Schließungen und dem Abbau von 13 000 Industriearbeitsplätzen“ zu prüfen. Zuvor hatte sich auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) irritiert gezeigt über das Ausmaß der Sparmaßnahmen.Arbeitnehmervertreter kritisierten den Beschluss des Aufsichtsrats am Mittwoch. Der Vorsitzende der Gewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis, sprach von einem „Kahlschlagkonzept“ des Unternehmens: „Continental hat die gesamte Mannschaft vor den Kopf gestoßen, die eigene Unternehmenskultur beschädigt und die betriebliche Mitbestimmung mit Füßen getreten.“

Kündigungen sollen das letzte Mittel sein

Nach Angaben des Managements sollen zunächst neue Beschäftigungsperspektiven für die Mitarbeiter gesucht werden. Entlassungen seien nur das allerletzte Mittel. Der Conti-Chef Elmar Degenhart betonte, dass die 30 000 vom Sparprogramm betroffenen Stellen nicht automatisch 30 000 Kündigungen bedeuteten. Entlassungen seien „für uns immer das allerletzte Mittel“, sagte er. Der Continental-Vorstand hatte den wegen der Corona-Krise verschärften Sparplan Anfang September angekündigt. Als Grund nannte der Konzern die mit der Pandemie verschärfte, schon länger anhaltende Talfahrt am Automobilmarkt.

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