Wirtschaftszahlen Industrie 11. Nov 2020 von Stephan W. Eder

Corona-Bremsspuren im Druckmaschinenbau

Der deutsche Druckmaschinenbau, der ohnehin einer Branchentransformation unterliegt, legt rote Zahlen vor.

Das Bild zeigt die Digitaldruckmaschine Corrujet von Koenig & Bauer. Sie ist konzipiert für digitalen Direktdruck auf Wellpappe.
Foto: Koenig & Bauer

Die sich in den letzten Wochen in den meisten Ländern wieder verschärfende Covid-19-Pandemie hat im deutschen Druckmaschinenbau zum Teil deutliche Bremsspuren hinterlassen. Heute stellte der Würzburger Konzern Koenig & Bauer tiefrote Zahlen zum dritten Geschäftsquartal (Q3, zum 30.9.2020) vor.

Konkurrent Heidelberger Druckmaschinen hingegen sah gestern bei seinen Zahlen für den gleichen Berichtszeitraum schon wieder einen Aufwärtstrend. Die Kurpfälzer hatten im ersten Quartal ihres Geschäftsjahres 2020/21 (läuft von April 2020 bis März 2021) bereits einen deutlichen Einbruch verkraften müssen.

Talsohle für Heidelberger Druckmaschinen durchschritten

Rainer Hundsdörfer, CEO von Heidelberger Druckmaschinen AG, sieht die Talsohle für sein Unternehmen als durchschritten an. Die wirtschaftliche Lage erholt sich laut Konzernbericht spürbar. Hintergrund ist, dass sich vor allem der für Heidelberger wichtige chinesische Markt inzwischen fast schon wieder auf Vorkrisenniveau bewegt.

„Wir werden davon weiter profitieren, wenn die Märkte wieder anziehen, wie auch das Beispiel China zeigt”, sagte Hundsdörfer. In China verbesserte sich der Auftragseingang; der Rückstand gegenüber dem Vorjahr verringerte sich deutlich, von rund -50 % im ersten Quartal auf rund -8 % im zweiten Quartal.

Konkret erzielte Heidelberg Q2 des laufenden Geschäftsjahres ein positives Ebitda von 37 Mio. € ohne Restrukturierungsergebnis. Das sind zwar 22 Mio. € weniger als im Vorjahreszeitraum, schaut man jedoch auf das erste Halbjahr von April bis September, dann lag das Ebitda ohne Restrukturierungsaufwendungen mit insgesamt 97 Mio. € in den ersten sechs Monaten deutlich über dem des Vorjahres mit 69 Mio. €. Auch unterm Strich machte Heidelberger, aufs erste Halbjahr bezogen weniger Verluste – trotz Corona-Krise: Während in diesem Zeitraum 2019/20 noch -16 Mio. € zu Buche schlugen, waren es in diesem Jahr -9 Mio. €.

Koenig & Bauer bekommt Corona-Krise zu spüren

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres, also im Zeitraum von Januar bis September dieses Jahres, schrieb auch die Würzburger Koenig & Bauer AG rote Zahlen. Auch für das Gesamtjahr erwartet CEO Claus Bolza-Schünemann einen operativen Verlust. Verglichen mit 2019 sank der Umsatz auf rund 602,6 Mio. €, 24,5 % weniger. Allein im dritten Quartal (Juli bis September) sanken die Erlöse um 32,2 %.

Ein Effekt der Corona-Krise, aber auch verschobener Investitionen. In diesem Jahr sollte die Weltleitmesse der Branche, die Drupa, im Sommer in Düsseldorf stattfinden. Die Rheinländer verschoben sie in den Mai des kommenden Jahres, immer noch geplant als Präsenzmesse.

Auch die Würzburger unterziehen ihr Unternehmen deshalb derzeit einer Restrukturierung. Die für das umfassende Maßnahmenpaket erforderlichen Einmalkosten würden im Q3 aufwandsmäßig über eine Rückstellung in Höhe von allein 57,6 Mio. € verbucht. „Bei Fortführung und Beschleunigung aller Innovationsprozesse, Verfahrens- und Produktentwicklungen sollen steigend bis 2024 jährliche Kosteneinspareffekte in einer Größenordnung von dann über 100 Mio. € erreicht werden“, so CEO Bolza-Schünemann. Dennoch rechnet er für das Gesamtjahr 2020 mit einem negativen Ebit vor Sondereffekten im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Auch Kollege Hundsdörfer erwartet nochmals ein deutlich negatives Nachsteuerergebnis.

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