Ein Virus und seine Folgen 29. Jan 2020, 12:49 Uhr von Peter Kellerhoff

Coronavirus: Toyota stoppt Produktion in China

Automobilhersteller und Zulieferer geraten durch die Ausbreitung der Seuche unter Druck.


Foto: Toyota

Der Coronavirus greift weiter um sich – mit weitreichenden Folgen für Unternehmen, die in China produzieren. So hat der japanische Autobauer Toyota seine Produktion in China nach Unternehmensangaben bis zum 9. Februar gestoppt. Danach werde unter Berücksichtigung der Bedrohungslage entschieden, ob der Produktionsstopp aufrechterhalten werde oder nicht. Toyota produziert im Joint Venture mit chinesischen Herstellern in Changchun im Nordosten der Volksrepublik China Pkw und Lkw.

Auch der VW-Konzern lässt wegen des Ausbruchs der Lungenkrankheit seine 3500 Mitarbeiter in Peking für zwei Wochen von zuhause aus arbeiten. Außerdem werden laut VW alle internationalen Geschäftsreisen bis auf Weiteres ausgesetzt. Der Münchner BMW-Konzern hat in Shenyang zwei Werke. Bis auf Weiteres sollen nur zwingend notwendige Dienstreisen von und nach China angetreten werden.

Viele Automobilzulieferer betroffen

Das bayrische Unternehmen Brose hat in Wuhan ein Joint Venture mit rund 300 Mitarbeitern und alle Flüge nach China gestrichen. Auch Schaeffler untersagt seinen Mitarbeitern Dienstreisen von und nach China. Zulieferer Webasto, bei dem aktuell vier Mitarbeiter in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert sind, stoppte ebenfalls alle Dienstreisen nach China und innerhalb Chinas. Darüber hinaus schloss Webasto bis zum 2. Februar seine Firmenzentrale in Stockdorf im Landkreis Starnberg und reagierte damit auf die Erkrankungen seiner Mitarbeiter. Das Unternehmen Hella unterhält mehr als zehn Werke in China mit insgesamt 5000 Mitarbeitern. Ein Krisenstab bewertet die Situation täglich neu, Flüge nach Wuhan sind ausgesetzt. Batteriehersteller Hoppecke ist mit drei Werken in China vertreten, jenes in Wuhan soll bis zum 9. Februar geschlossen bleiben.

Glück im Unglück

Das chinesische Neujahrs- bzw. Frühlingsfest begann am 25. Januar und dauert zwei Wochen. Viele Mitarbeiter befinden sich daher im Urlaub, viele Werke werden traditionell geschlossen. Auch viele deutsche Mitarbeiter zog es darum rechtzeitig zurück nach Deutschland. Dennoch greift der Coronavirus rasant um sich. Die offizielle Zahl der weltweit Erkrankten liegt inzwischen bei knapp 6000. Damit sind zum jetzigen Zeitpunkt bereits fast so viele Menschen infiziert, wie 2002/2003 während der Sars-Epidemie. 132 Menschen sind nach Angaben der chinesischen Regierung bereits gestorben.

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