Erster bundesweiter Digitaltag am Freitag 16. Jun 2020 Von Jens D. Billerbeck

Digitalisierung für alle erlebbar machen

Zum ersten bundesweiten Digitaltag lädt die Initiative „Digital für alle“ am kommenden Freitag, dem 19. Juni, ein. 1000 Aktionen sollen die digitale Teilhabe quer durch alle Altersklassen der Bevölkerung fördern.


Foto: Initiative "Digital für alle"

Trägerin des ersten bundesweiten Digitaltags am kommenden Freitag ist die Initiative „Digital für alle“, in der 28 Organisationen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft, Wohlfahrt und öffentliche Hand versammelt sind. Erklärtes Ziel ist es, unter dem Hashtag #digitalmiteinander Menschen in ganz Deutschland miteinander zu verbinden. Der Tag soll eine Plattform bieten, um verschiedenste Aspekte der Digitalisierung zu beleuchten, Chancen und Herausforderungen zu diskutieren und einen breiten gesellschaftlichen Dialog anzustoßen.

Die Voraussetzungen dafür sind gut, wie der Präsident des Branchenverbands Bitkom, Achim Berg, heute in einer virtuellen Pressekonferenz erklärte. „Ohne die Fortschritte der Digitalisierung in den vergangenen Jahren wäre die Corona-Krise in einem Desaster geendet“, ist er überzeugt. Eine repräsentative Umfrage, die der Verband unter gut 1000 Menschen aller Altersklassen ab 16 Jahren durchführen ließ, zeigt, dass rund drei Viertel der Befragten die Digitalisierung als Chance sehen. Nur 25 % bezeichnen sie als Gefahr und haben Bedenken. Laut Berg sind das sechs Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr, was er eindeutig als Effekt von Corona wertet.

Welt ohne digitale Technik für viele unvorstellbar

Naturgemäß ist die positive Sicht auf die Digitalisierung in den jüngeren Altersklassen höher, aber selbst bei den über 65-Jährigen votieren noch 56 % eindeutig für Chance statt Risiko. Auch eine andere Zahl ist interessant: Eine Welt ohne digitale Techniken wünschen sich bei den 16- bis 64-Jährigen nur 11 %, bei den über 65-Jährigen immerhin 26 %.

Dabei sind die Deutschen nicht blauäugig, was die Digitalisierung aller Lebensbereiche angeht. Bei der Frage „Was fällt Ihnen spontan zum Begriff Digitalisierung ein?“ antwortete jeweils ein Fünftel (22 %) allgemein mit technischen Geräten wie Smartphone, Sensoren usw., eine andere Gruppe assoziierte Digitalisierung sofort mit Corona und die dritte Gruppe äußerte Vorbehalte und Bedenken z. B. in Richtung Datenschutz oder möglichen Arbeitsplatzverlusten.

Es fehlt an Nutzerfreundlichkeit

Als größtes Hemmnis auf dem Weg in die digitale Welt sehen 65 % die fehlende Nutzerfreundlichkeit als kritisch. Es folgen Klagen über komplizierte Bedienungsanleitungen, fehlende Unterstützung bei Problemen, unverständliche Angaben zum Datenschutz und fehlendes Technikverständnis. Für Berg ein ganz klares Zeichen: „Die Menschen müssen beim Weg in die digitale Welt besser begleitet werden.“ Enttäuschend ist für ihn, dass sich selbst die jüngste Altersgruppe in der Befragung lediglich ein „befriedigend“ ausstellte, wenn es um die Bewertung der eigenen Technikkenntnisse geht. Er hätte hier eigentlich ein „gut“ erwartet. Immerhin, auch die älteste Zielgruppe gibt sich hier ein „ausreichend“.

Für den Bitkom-Präsidenten sind die Ergebnisse dieser Umfrage ein gutes Startsignal für den ersten bundesweiten Digitaltag. Als Vertreter des Deutschen Landkreistags zeigte sich Reinhard Sager heute überzeugt: „Digitale Kompetenzen sind elementar.“ Der Digitaltag biete die Chance zur Teilhabe für alle Menschen. Dabei hat für ihn auch nach den Erfahrungen mit Corona die Digitalisierung der Schulen oberste Priorität. Er äußerte sich im Namen der kommunalen Spitzenverbände erfreut, dass das Konjunkturpaket der Bundesregierung Milliardenbeträge für die Digitalisierung der Verwaltung und den Mobilfunkausbau in Aussicht stelle. „Corona hat uns die digitalen Bedarfe überdeutlich vor Augen geführt. Wir müssen aufholen und an Rückenwind fehlt es nicht.“ Denn digitale Dienste seien ein wichtiger Baustein für gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Deutschland und der Modernisierungsschub für die Verwaltung – digital vom Antrag bis zum Bescheid – sei überfällig.

„Preis für digitales Miteinander“

Petra Bentkämper vom Deutschen Landfrauenverband hob hervor, dass die digitale Infrastruktur Voraussetzung für Teilhabe sei. „Das ist im ländlichen Raum oft nicht gegeben und schafft gesellschaftliche Ungerechtigkeiten.“ Corona habe deutlich gezeigt, wie wichtig ehrenamtliches Engagement für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist. Deswegen wird anlässlich des Digitaltags der mit 30 000 € dotierte „Preis für digitales Miteinander“ verliehen. Ihn gibt es in drei Kategorien: „Digitale Teilhabe“, „Digitales Engagement“ und den Sonderpreis „Digitaler Zusammenhalt in Zeiten von Corona“. Die Preisträger werden morgen bekannt gegeben und am Digitaltag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier virtuell im Schloss Bellevue empfangen. Die Veranstaltung wird ab 10 Uhr im Livestream übertragen.

Das ist nur eine der mehr als 1000 Aktionen, die in zehn Kategorien während des gesamten Freitags angeboten werden. Unter www.digitaltag.eu/aktionen sind diese zu finden. Es wird Webcasts geben, Webinare, Livestreams, Onlineberatungen, virtuelle Führungen, Tutorials und Hackathons. Für die Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, Dorothee Bär, ist der Digitaltag die Chance, eines deutlich zu machen: „Digitalisierung ist kein Luxus.“ Der Schub, den Corona hier ausgelöst hat – Originalton Bär: „Wir brauchten einen Tritt in den Hintern!“ – sollte nicht verschwendet, sondern aktiv genutzt werden.

Nach der Premiere am 19. Juni 2020 soll der Digitaltag jährlich stattfinden. Informationen und Hintergründe zur Initiative „Digital für alle“ sowie zum Digitaltag, zu den Aktionen und Beteiligungsmöglichkeiten und zum „Preis für digitales Miteinander“ gibt es unter www.digitaltag.eu.

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