Schritt zum autonomen Fahren 11. Okt 2019 Martin Ciupek

Drohnen helfen Unfälle zu vermeiden

Noch sind viele Fragen auf dem Weg zu voll automatisierten Fahrzeugen zu klären. Drohnen sollen nun Daten liefern, um Verkehrssituationen per Computer noch besser bewerten zu können.


Foto: fka GmbH

Datenbanken helfen Entwicklern von Steuerungssystemen für autonomes Fahren.  Entwicklungsdienstleister fka aus Aachen sammelt beispielsweise  Daten aus unterschiedlichen Quellen wie Unfalldatenbanken, Simulationen sowie Daten aus mit Sensoren ausgestatteten Fahrzeugen. Damit bewertet das Unternehmen relevante Verkehrsszenarien für die Entwicklung und Absicherung automatisierter Fahrfunktionen für Pkw. Auf dem Aachener Kolloquium Fahrzeug- und Motorentechnik stellte das Unternehmen jetzt eine erweiterte Methode vor, bei der die Generierung natürlicher Verkehrsdaten mittels Drohnen im Mittelpunkt steht. Mit Ihnen sollen Unfälle im Straßenverkehr künftig noch besser vermieden werden können.

Sichtbare Sensorik an Fahrzeugen beeinflusst Verhalten

Der Einsatz von Drohnen bietet laut den Entwicklern bei fka wesentliche Vorteile. Die bisher für die Erfassung von Verkehrssituationen im Fahrzeugumfeld eingesetzte Sensorik erfasst beispielsweise nur konkrete Situationen im direkten Umfeld. Darüber hinaus haben die Experten aus der Fahrzeugtechnik festgestellt, dass auffällige Sensoren an den Messfahrzeugen das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer beeinflussen. Daher lag es für sie nahe, Drohen einzusetzen, die quasi unauffällig für andere Verkehrsteilnehmer in kürzester Zeit Tausende Kilometer der bewegten Objekte sammelt.

Dazu nutzen die Spezialisten von der fka hochentwickelte Bildverarbeitungslösungen. Diese erfassen die Bewegungsbahn (Trajektorie) jedes Fahrzeugs. Auch Fahrzeugtyp, Größe und Manöver werden aus den erfassten Daten automatisch extrahiert. Nach eigenen Angaben sind die Algorithmen so ausgeklügelt, dass Positionierungsfehler unter zehn Zentimetern liegen.

Die Daten der Drohen sowie der anderen Quellen werden bei dem Entwicklungsdienstleister zunächst harmonisiert und anschließend mit einer einheitlichen Prozesskette weiterverarbeitet. Die so erfassten und aufbereiteten Daten liefern schließlich naturalistische Fahrzeugtrajektorien unterschiedlicher Verkehrsszenarien. Laut fka liegen aktuell Drohnendatensätze von Autobahnen, städtischen Kreuzungen und Kreisverkehren vor. Diese wurden bisher sowohl in Deutschland als auch den USA aufgezeichnet. Weitere Länder und Verkehrsszenarien sind in Bearbeitung, heißt es von den Aachenern.

Schon mehr als 110 000 Datensätze

Bisher wurden demnach mehr als 110 000 Datensätze erfasst. Neben der Sicherheitsvalidierung von hochautomatisierten Fahrzeugen werden sie auch für viele andere Aufgaben, wie die Analyse von Verkehrsmustern oder die Parametrisierung von Fahrermodellen eingesetzt. Die Funktionssicherheit entsprechender Lösungen kann dabei in entsprechenden Versuchsumgebungen analysiert werden. Die Entwickler der fka stellt relevante Fahrszenarien in hochdynamischen Fahrsimulatoren oder auf Teststrecken nach, z.B. dem Aldenhoven Testing Center. So gelingt auch die Verbindung von realen Fahrversuchen mit der anschließenden Validierung durch die Simulation.

Die Kompetenzen zur Verkehrsanalyse und Absicherung aller Stufen des automatisierten Fahrens hat die fka unter dem Begriff levelXdata gebündelt. Andere Tätigkeitsbereiche des Entwicklungsdienstleisters für die Fahrzeugindustrie sind unter anderem Antriebe, Akustik, Prototypenbau und Thermomanagement.

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