Elektromobilität Weltmarkt 26. Feb 2020 Von Stephan W. Eder

Elektroautos weltweit weiter auf Vormarsch

Knapp 8 Mio. Elektroautos gibt es inzwischen weltweit, so eine neue Studie des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). Spitzenreiter bei den Herstellern bleibt Tesla, deutsche Marken – BMW und Volkswagen – folgen auf Platz fünf und sechs.

Der US-Hersteller Tesla war 2019 weltweit die meistverkaufte Elektroautomarke.
Foto: Tesla

2019 steig der Bestand an Elektroautos weltweit auf rund 7,9 Mio., teilte das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) in Stuttgart heute mit. Ein Plus von 2,3 Mio. (fast 41 %) im Vergleich zum Vorjahr.

Die Zahl der Neuzulassungen, so das ZSW, habe zwar erneut einen Höchststand erreicht, sei mit gut 90 000 Stück jedoch kaum gegenüber 2018 gewachsen. Das ergibt nur noch eine Wachstumsrate weltweit von 4 % – nach 74 % im Jahr 2018. Das ZSW erfasst bei der Statistik vollelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride, „also alle Fahrzeuge, die extern aufgeladen werden können“, so das Zentrum.

China und USA schwächeln bei Elektromobilität

Dabei sind die beiden größten E-Mobilitäts-Länder – China und die USA – 2019 die Bremser im System gewesen. Hintergrund: Sie fuhren beide die Förderungen zurück. Nummer-eins-Land ist weiterhin China mit einem Bestand von 3,8 Mio. E-Autos vor den USA mit knapp 1,5 Mio.

Von den erfassten 18 einzelnen Ländern waren vor allem in China und den USA die Zahlen der Neuzulassungen rückläufig. Nur in Japan gingen diese ebenfalls noch zurück.

Deutschland bei Neuzulassungen von E-Autos weltweit auf Platz drei

In Deutschland entwickelte sich der Markt weiter positiv, wenn auch, wie das ZSW vermerkt, „auf niedrigerem Niveau“: Hierzulande rollten Ende 2019 knapp 231 000 Stromer über die Straßen. Das sind 108 600 Stück oder 61 % mehr neue E-Autos mehr als 2018. Deutschland liegt damit global auf Platz drei bei den Neuzulassungen, noch vor Norwegen, dem Platzhirsch in Europa, mit einem E-Auto-Bestand von 370 800.

In Norwegen fuhr 2019 mehr als jeder zweite neue Pkw, nämlich 57 %, elektrisch. „Dies ist weltweit spitze“, betont das ZSW. Demnach fiel das Wachstum bei den Neuzulassungen dort im Vergleich zu Deutschland mit +9,76 % moderat aus. Insgesamt kamen 2019 81 540  neue E-Autos auf Norwegens Straßen.

Deutschland muss bei E-Autos weiter deutlich zulegen

„Zwar ist die Wachstumsrate der Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen in Deutschland relativ hoch, der Markt bewegt sich jedoch nach wie vor auf zu niedrigem Niveau“, sagt Frithjof Staiß, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZSW. „Für das Ziel der deutschen Bundesregierung – ein Bestand von 7 Mio. bis 10 Mio. Elektrofahrzeugen bis 2030 – muss deutlich mehr Bewegung in die Entwicklung kommen.“

Die sieht zumindest der Vizepräsident des Zentralverbands des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes, Thomas Peckruhn. Er erwartet die elektrifizierten Antriebe künftig „stabil im zweistelligen Prozentbereich“. In den Bestellungen sehe man das schon jetzt, bis zum Sommer könne es auch in den Zulassungen ankommen.

Tesla weiter Nummer eins bei E-Auto­-Herstellern

Der US-Autohersteller Tesla, der vor den Toren Berlins eine neue Fabrik für seine Autos bauen will, hatte 2019 weltweit mit 361 000 Wagen die meisten Neuzulassungen. Unter den Top Ten des ZSW tauchen BMW und VW als deutsche Hersteller auf. Sie hätten sich, so das Zentrum, „im Vergleich zum Vorjahr weiter verbessert: BMW liegt weltweit auf Platz fünf mit 114 500 Elektroautos. VW erreicht Rang sechs.“

Tesla hat inzwischen über 875 000 Elektro-Pkw im Feld. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die chinesischen Hersteller BYD (rund 737 000) und Baic (480 000). Vor BMW liegt Nissan mit 463 300 E-Pkw an vierter Stelle.

Auch bei den Modellen 2019 liegt Tesla vorne, mit dem Spitzenplatz für das Model 3 mit in drei Jahren 445 000 zugelassenen Exemplare. Die noch im Vorjahr meistzugelassenen Modelle Nissan Leaf und Tesla Model S folgen mit 434 000 und 281 000. Einziges deutsches Modell in den Top Ten bei den kumulierten Neuzulassungen ist der BMW i3 mit über 155 000.

Deutscher Markt bei E-Auto-Modellen ganz anders als der Weltmarkt

Nummer eins bei den Neuzulassungen in Deutschland aber bleibt der Renault Zoe mit 9430 Exemplaren. Knapp dahinter folgt der BMW i3 (9380) und das Model 3, das Tesla erst seit 2019 hierzulande vertreibt (9010).

„Die Zahlen zeigen, dass es trotz einzelner Erfolge breiterer Anstrengungen der deutschen Hersteller bedarf, um mit der Weltspitze mitzuhalten“, glaubt Staiß. „Ein Markterfolg der angekündigten E-Modelle ist für die deutsche Automobilindustrie unerlässlich.“

Große Tesla-E-Auto-Fabrik bei Berlin

Erst aber bekommen die deutschen Hersteller ausländische Konkurrenz im eigenen Land. Und das mit dem Segen des Bundeswirtschaftsministers Peter Altmaier. Der nämlich befürwortet die Ansiedlung einer großen E-Auto-Fabrik des Branchenprimus Tesla in Grünheide vor den Toren Berlins.

Tesla will in Grünheide ab Juli 2021 bis zu 500 000 Fahrzeuge im Jahr vom Band rollen lassen, unter anderem das Erfolgsmodell Model 3 sowie das Model Y. 12 000 Jobs sollen entstehen. Beginnen aber wird man mit 150 000 Autos jährlich und rund 4000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Gerichtliche Hürden für Tesla-Fabrik genommen

Zwar ist der Bau der Anlage noch nicht abschließend genehmigt, aber die vorbereitenden Baumaßnahmen dafür bestimmten in den letzten anderthalb Wochen deutsche Schlagzeilen.

Umweltverbände halten das Roden eines Kiefernnutzwaldes für rechtswidrig, weil das endgültige grüne Licht für den Betrieb der Fabrik noch ausstehe. Am Abend des 15. Februars hatte das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg die Rodung „vorläufig gestoppt“.

Den vorübergehenden Stopp der Arbeiten nach Eilanträgen zweier Umweltverbände hob das OVG erst am 20. Februar wieder auf. Die Entscheidung vom 20. Februar ist nicht anfechtbar.

Der erste Teil der Rodung für die geplante Fabrik des US-Elektroautoherstellers Tesla im brandenburgischen Grünheide südöstlich von Berlin war am Rosenmontag fast abgeschlossen. Nur einzelne Bäume standen nach Polizeiangaben am Sonntag noch auf dem rund 90 ha großen Areal.

Tags: Elektromobilität

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