Wirtschaft 19. Jul 2022 Von André Weikard Lesezeit: ca. 3 Minuten

Chemieverband: Gasnotstand wäre nicht sofort spürbar – und nicht überall in Deutschland gleich

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) spielt das Szenario eines Lieferstopps von russischem Gas durch. Kurzfristig sieht die Branche kaum Möglichkeiten, den Brennstoff durch Kohle oder Heizöl zu ersetzen.

Düsterer Ausblick: Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) sieht kaum Möglichkeiten für die Branche, einem Gasnotstand zu begegnen.
Foto: panthermedia.net/Yurok Aleksandrovich

Sollte die Pipeline Nord Stream 1 dauerhaft vom Netz genommen werden, sei mit Gasengpässen zu rechnen, sagt Jörg Rothermel, Energieexperte beim Verband der Chemischen Industrie (VCI). Der Mangel trete aber nicht sofort ein, sondern schrittweise und „auch nicht flächendeckend“. Rothermel rechnet stattdessen damit, dass im Herbst/Winter im Osten und Süden Deutschlands die Reserven zuerst aufgebraucht wären. „Im Süden haben wir nur zwei Speicher. Außerdem ist das Netz nicht für stärkere Gasflüsse aus dem Norden und Westen ausgelegt“, erläutert der Experte.

Keine wirtschaftlichen Alternativen zum Gas

Die Chemieindustrie wäre von einer Gaskrise besonders stark betroffen. Der Verband geht davon aus, dass durch den Einsatz von Heizöl und Kohle nur 1-2 TWh Gas eingespart werden könnten. Allein die Chemie- und Pharmaindustrie benötigt aber rund 135 TWh. Darunter 35 TWh, die nicht für die Energieerzeugung, sondern als Rohstoff in der Produktion Verwendung finden. Insgesamt entfällt ein Drittel des Industrieverbrauches von Gas auf die Chemie- und Pharmaunternehmen.

Woher unser Gas kommt

Entsprechend kritisch ist die Preisentwicklung am Gasmarkt. „Anfang letzten Jahres betrug der Gaspreis um die 20 €/MWh. Jetzt liegt er bei 150 € bis 180 €“, so Rothermel. Auch der Ersatz von Gas durch Strom sei für Unternehmen keine Alternative, da die Strompreise genauso angezogen seien. Der Branche bleibe keine andere Wahl, sie „müsse sich dauerhaft auf erhöhte Gaspreise einrichten“.

Gas: Wir müssen stärker sparen als bisher gedacht

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